I Am A Stalker
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I Am A Stalker – Staffel 1

I Am A Stalker
„I Am A Stalker – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 28. Oktober 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Die neue True-Crime-Serie I Am A Stalker auf Netflix ist der geistige Nachfolger der Serie I Am A Killer. In acht Folgen zu je etwa einer Dreiviertelstunde werden ebenso viele Fälle von Stalkern behandelt. Allein in den USA gibt es jedes Jahr mehr als drei Millionen Fälle von Stalking. Etwa 40% dieser Fälle münden in Gewalt. Da das alles gar nicht so bekannt ist, möchte die Serie ein Bewusstsein dafür schaffen. In ihr kommen nicht nur die Opfer und etwaige Personen aus ihrem direkten Umfeld zu Wort, sondern auch die Täter selbst. Anders als bei Untold: The Girlfriend Who Didn’t Exist entsteht hier jedoch nie der Eindruck, dass ihnen eine Plattform gegeben würde und wir Verständnis für sie aufbringen müssten. Stattdessen sind die Aussagen der Verbrecher oft grausiger, als es die Nacherzählungen der Opfer hätten vermitteln können. Weniger auf den Inhalt bezogen, obwohl der auch schon schlimm genug ist, aber vielmehr ist es die rechtfertigende Art, die an den Tag gelegt wird.

Einer der Täter, der eine 45-jährige Haftstrafe verbüßt, behauptet im Interview steif und fest, einen Spielzeugtaser und Spielzeughandschellen benutzt zu haben, um jemanden zu beruhigen. Dass es sich nicht um Spielzeug handelte, scheint ihm nicht im Geringsten klar zu sein, auch wenn die „zur Beruhigung“ gedachte Attacke einen Herzinfarkt und eine anschließende vierfache Bypass-Operation bei einem der Opfer (der Attacke; dem Vater des Stalkingopfers) nach sich zog. Seine Aussagen aus dem Interview werden dann einer stellvertretenden Bezirksstaatsanwältin vorgespielt, welche diese auseinander nimmt. Drei Monate nach dieser Befragung setzt er sich für I Am A Stalker erneut vor die Kamera. Er scheint geläutert, die Reue für sein Verhalten wirkt authentisch.

Der Horror in ausführlicher Länge

Das Pacing ist ziemlich langsam. Die meisten Interviewten reden sogar vergleichsweise langsam. Ansonsten sind auch die Bilder immer etwas in die Länge gezogen. Dazu werden die Redebeiträge von Texteinblendungen unterbrochen, seien es Zeitleisten zum Nachzeichnen des Handlungsverlaufes oder Zusatzinformationen. Das wirkt nur meist eher wie eine Bremse statt dass es sonderlich hilfreich wäre. Andererseits ist es angesichts des schweren Themas keine schlechte Idee, dem Zuschauer mehr Zeit einzuräumen, das Ganze sacken zu lassen. So genanntes Bingewatching, also alle Folgen am Stück anzusehen, ist hier nur den größten True-Crime-Fans zu empfehlen. Es ist eine andere Art von abscheulichem Horror, die sich hier präsentiert.

Den meisten Tätern ist gemein, dass sie vorab schon eine wie auch immer geartete Beziehung zu dem Opfer hatte. Es ist verhältnismäßig selten, dass ein Stalker sich eine zufällige Person aussucht, die er fortan grundlos belästigt. Als weitere Gemeinsamkeit lässt sich bei den Tätern die ein oder andere Form einer Geisteskrankheit feststellen. Während ihre Behandlungsbedürftigkeit sie nicht davon befreit, für ihre Straftaten zur Rechenschaft gezogen zu werden, ist es doch auch wichtig, dass sie die Hilfe bekommen, die sie benötigen.

Credits

OT: „I Am A Stalker“
Land: UK
Jahr: 2022
Regie: Alana McVerry, Alex Nikolic-Dunlop, Edmond Buckley
Musik: Tom Howe, Jon Monroe

Trailer

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I Am A Stalker – Staffel 1
fazit
In „I Am A Stalker“ werden die Fälle von acht Tätern und ihren Opfern in ebenso vielen Episoden behandelt. Das ist vielleicht etwas zu langatmig aufbereitet, der ein oder andere Zuschauer wird die extra Zeit aber zur Verarbeitung des Gesehenen wertschätzen.
Leserwertung5 Bewertungen
3.6