Farben des Bösen: Schwarz Kolory zła: Czerń Colors of Evil: Black Netflix
© Netflix/M. Makowski

Farben des Bösen: Schwarz

Farben des Bösen: Schwarz Kolory zła: Czerń Colors of Evil: Black Netflix
„Farben des Bösen: Schwarz“ // Deutschland-Start: 10. Juni 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Als der Staatsanwalt Leopold Bilski (Jakub Gierszal) in eine verschlafene Kleinstadt versetzt wird, sieht es danach aus, als würde er dort nicht viel zu tun haben. Doch der Eindruck trügt, es dauert nicht lang, bis er sich mit einem weiteren mysteriösen Fall auseinandersetzen muss. So verschwindet der Sohn von Julia Sarman (Marianna Zydek) spurlos. Während Bilski der Sache nachgeht, setzt er sich auch mit einem schon länger zurückliegenden Fall auseinander. Auch damals war ein Junge verschwunden. Zwar tauchte dieser wieder auf, aber es blieben eine Reihe von Fragen offen – zumal die Menschen vor Ort nicht darüber sprechen möchten. Auf der Suche nach Antworten stößt der Staatsanwalt auf eine Mauer des Schweigens, kommt aber auch einer furchtbaren Wahrheit auf die Spur …

Zurück in den menschlichen Abgründen

Aktuell gibt es auf Netflix mal wieder keinen Mangel an Filmen und Serien, die sich auf die eine oder andere Weise mit abgründigen Verbrechen beschäftigen. So wurde die wahre Geschichte um eine Frau, die in einem Park brutal ermordet wurde, sowohl in der gespielten Serie The Witness und dem Dokumentarfilm Der Mord an Rachel Nickell abgehandelt. Dazu gab es die Romanadaption Die Unbekannte vom Hafen, wo eine gefesselte Frau ohne Erinnerungen am Hafen gefunden wird. Jetzt gibt es schon wieder Nachschub, mit Farben des Bösen: Schwarz folgt eine weitere Buchverfilmung, in der das Publikum mit einigen furchteinflößenden Einblicken in die menschliche Seele konfrontiert wird.

Dabei handelt es sich um den zweiten Teil einer Filmreihe, die auf Romanen von Malgorzata Oliwia Sobczak basiert. Einen ersten Film gab es vor rund zwei Jahren: In Farben des Bösen: Rot wurde die Leiche eines jungen Mädchens am Strand gefunden, die Suche nach Antworten führte weit in die Vergangenheit. Farben des Bösen: Schwarz folgt nun dem Konzept des Vorgängers. Nicht nur, dass der Protagonist derselbe ist. Erneut steht im Mittelpunkt ein aktueller Fall, der sich um ein Kind dreht und dabei offensichtlich etwas mit einem älteren Fall zu tun hat. Sonderlich variantenreich ist das nicht. Dass da erneut die Mutter des Opfers mitmischt, hilft ebenfalls nicht dabei, die zwei Teile wirklich voneinander unterscheiden zu können.

Solide und atmosphärisch

Aber Originalität sollte man hier so oder so nicht erwarten, denn darauf wurde wenig Wert gelegt. Da wird so manches Klischee ausgepackt, wenn da mal wieder in einem Krimi jemand in die Provinz fährt und dort so manche Leiche vergraben liegt. Zwar ist es hier mal nicht so, dass die ermittelnde Hauptfigur in die Heimat zurückfährt und sich dort mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss. Dafür setzt Farben des Bösen: Schwarz ein anderes Standardmotiv ein, wenn der Protagonist zu einem Fremdkörper wird, der in ein Wespennest sticht. Denn das wird früh klar: In der Kleinstadt geht einiges vor, darüber gesprochen wird aber nicht. Geheimnisse warten an jeder Ecke, die einen offener, die anderen stärker verborgen.

Das Ergebnis ist dem des Vorgängers recht ähnlich. In beiden Fällen handelt es sich um ordentliche Krimis, die nicht unbedingt durch die Handlung oder große Wendungen auffallen. Vielmehr ist es die Atmosphäre und das Bekenntnis zu menschlichen Abgründen, das hier in Erinnerung bleibt. Farben des Bösen: Schwarz kann es beim Widersacher nicht ganz mit dem ersten Teil aufnehmen, der doch noch widerwärtiger war als sein Nachfolger. Aber auch beim zweiten Film darf es einem zwischendurch sehr unangenehm werden. Das stimmungsvolle Provinzsetting inklusive der obligatorischen Wälder erledigt dann den Rest. Eine interessantere Geschichte wäre zwar gut gewesen, aber auch so erfüllt der Krimi seinen Zweck.

Credits

OT: „Kolory zła: Czerń“
IT: „Colors of Evil: Black“
Land: Polen
Jahr: 2026
Regie: Adrian Panek
Drehbuch: Adrian Panek
Vorlage: Malgorzata Oliwia Sobczak
Musik: Bartosz Chajdecki
Kamera: Karina Kleszczewska
Besetzung: Jakub Gierszał, Marianna Zydek, Andrzej Chyra, Piotr Żurawski, Robert Gonera, Beata Ścibakówna, Julian Świeżewski, Adam Bobik

Bilder

Trailer

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Farben des Bösen: Schwarz
fazit
In „Farben des Bösen: Schwarz“ muss der Staatsanwalt in einer abgelegenen Kleinstadt den Fall eines verschwundenen Jungen aufklären. Wie schon der Vorgänger ist auch dieser Krimi nicht sehr originell geworden. Dafür gefällt die Romanadaption durch die abgründige Atmosphäre.
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