End of the Road Netflix
© Netflix/Ursula Coyote

End of the Road

End of the Road Netflix
„End of the Road“ // Deutschland-Start: 9. September 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Nach dem Tod ihres Mannes und dem Verlust ihres Hauses steht Brenda (Queen Latifah) mehr oder weniger vor dem Nichts. Und so macht sie sich mit ihren Kindern Kelly (Mychala Faith Lee) und Cam (Shawn Dixon) sowie ihrem Bruder Reggie (Ludacris) auf den Weg von Kalifornien nach Texas, wo sie wieder auf die Beine kommen und ein neues Leben beginnen möchten. Doch schon unterwegs geraten die vier mehrfach in Schwierigkeiten. Als wäre eine brenzlige Begegnung auf der Straße nicht schon schwierig genug, werden sie in einem Motel unfreiwillig Zeuge, wie ein Mann im Zimmer nebenan ermordet wird. Daraufhin reisen sie so schnell wie möglich weiter, um nichts mit der Sache zu tun zu haben. Aber zu spät: Ehe sie es sich versehen, sind ihnen sowohl Verbrecher wie auch der Polizist Captain Hammers (Beau Bridges) auf den Fersen …

Eine Krisenfamilie auf Abwegen

Eines muss man dem Netflix-Film End of the Road lassen: Die ersten Minuten des Actionthrillers sind durchaus spannend. Wenn die kriselnde Familie auf zwei brutale weiße junge Männer stoßen, dann erinnert das an die ähnliche Szene in Nocturnal Animals. Der Unterschied ist, dass hier das Drangsalieren der Durchfahrenden auf Rassismus zurückzuführen ist. Auch später wird betont, dass in Arizona lauter hasserfüllte Menschen wohnen, die mit Vorliebe Leute angreifen, die nicht ihrem Bild entsprechen. Das weckt die Erwartungen, dass der Film Genreunterhaltung mit gesellschaftlichen Elementen verbinden will. So wie es beispielsweise Werke wie Get Out oder Antebellum getan haben, bei denen klassischer Horror gezielt die afroamerikanische Bevölkerung zum Opfer auserkoren hat.

Doch so prominent dieser Aspekt anfangs untergebracht wird, so wenig interessiert sich der Film im Anschluss dafür. Das wird die einen freuen, die anderen ärgern. Der Rest darf zumindest überrascht sein, wie der Film nach dem Auftakt eine ganz andere Richtung einschlägt. Aber Kontinuität ist ohnehin nicht die hervorstechendste Eigenschaft von End of the Road. So wird die Geschichte mit der Zeit immer absurder, was auch einen Wechsel der Tonalität nach sich zieht. Sieht anfangs alles nach einem „ernsten“ Thriller aus, fragt man sich gerade im letzten Drittel, ob die ursprünglich für Musikvideos, später für Fernsehserien bekannte Regisseurin Millicent Shelton nicht vielleicht doch eine Komödie drehen wollte. Zumindest ist das hier schon sehr überzogen und überzeichnet, sowohl auf die Figuren wie auch die Actionszenen bezogen.

Unterhaltung ohne Konsequenz

Das kann durchaus Spaß machen. Wenn Queen Latifah (Der Knochenjäger, Hustle) sich auf einmal wie eine Kampfamazone aufführt und es ganz allein mit den bösen Buben aufnimmt, dann hat das schon Crowdpleaser-Qualitäten. Auch der Rest des Ensembles zeigt vollen Einsatz, selbst wenn die Figuren nicht gerade vielschichtig angelegt sind. Vor allem Beau Bridges sowie Frances Lee McCain, die seine Frau spielt, tragen maßgeblich zum Unterhaltungsfaktor bei. Besser wäre aber gewesen, wenn End of the Road das dann auch konsequent durchgezogen hätte. So bleibt der Film irgendwie zusammengestückelt, so als hätte man eine Reihe von Kurzfilmen genommen und daraus einen langen geschnitten, ohne sich darüber Gedanken zu machen oder machen zu wollen, ob das im Ergebnis auch passt.

Das ist schade, weil man zwischendurch immer mal wieder das Gefühl hat, dass es hier das Potenzial gab, etwas deutlich Besseres abzuliefern. Eine unbescholtene Familie, die aufgrund unglücklicher Umstände in einer sehr gefährlichen Situation landet? So etwas zieht eigentlich immer. Eine alleinstehende Mutter und ihr nichtsnutziger Bruder sind auch nicht die naheliegendsten Figuren für ein solches Szenario. Am Ende reicht es bei End of the Road aber nur fürs obere Mittelfeld. Ein typischer Netflix-Film, den man anwirft, weil man gerade keine wirkliche Alternative hat. Drüber ärgern muss man sich nicht. Ein Anlass, das Werk gezielt anzuschauen, wird aber nicht geliefert.

Credits

OT: „End of the Road“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Millicent Shelton
Drehbuch: Christopher J. Moore, David Loughery
Musik: Craig DeLeon
Kamera: Ed Wu
Besetzung: Queen Latifah, Ludacris, Mychala Lee, Shaun Dixon, Beau Bridges, Frances Lee McCain

Bilder

Trailer

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End of the Road
Fazit
„End of the Road“ beginnt als recht spannender Thriller, der sich mit Rassismus zu befassen scheint, bevor Geschichte und Tonalität eine ganz andere Richtung einschlagen. Das passt alles nicht wirklich zusammen und bleibt unter den Möglichkeiten. Phasenweise macht der Film aber schon Spaß, gerade bei den absurderen Szenen im weiteren Verlauf.
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