All of Us Are Dead Netflix
© Netflix/Yang Hae-sung

All of Us Are Dead

Inhalt / Kritik

All of Us Are Dead Netflix
„All of Us Are Dead“ // Deutschland-Start: 28. Januar 2022 (Netflix)

Es ist ein ganz normaler Tag an der Hyosan High School. Zumindest sah es danach aus: Man lernt zusammen, tauscht den neuesten Klatsch und Tratsch aus. Zwischendurch werden auch Schwächere gedemütigt, die sich gegen die Bullys der Schule nicht wehren können oder wollen. Übergriffige Schüler und fiese Schülerinnen sind aber bald das geringste Problem für die jungen Menschen. Immer mehr Leute beginnen urplötzlich, sich ganz seltsam zu verhalten, werden aggressiv und beißen jeden, der nicht schnell genug davonkommt. Während um sie herum das Chaos ausbricht und sich alle in Zombies verwandeln, versuchen einzelne Gruppen, zu denen unter anderem On-jo (Ji-hoo Park), Cheong-san (Chan-young Yoon), Su-hyeok (Solomon Park) und Nam-ra (Yi-hyun Cho) gehören, lebend aus der ganzen Geschichte wieder herauszukommen. Doch das ist alles andere als einfach, wenn das komplette Schulgelände von Zombies überrannt wird …

Zombiealarm aus Südkorea

Seit dem unerwarteten und auch ein wenig unerklärlichen Mega-Erfolg von Squid Game ist derzeit jeder neuen südkoreanischen Serie auf Netflix eine gewisse Aufmerksamkeit sicher. Schließlich darf jedes Mal spekuliert werden: Ist das jetzt das große neue Ding? So ganz hat das bislang aber nicht funktioniert. Ob nun der Actionthriller My Name, der Mystery-Horror von Hellbound oder auch der Science-Fiction-Alptraum The Silent Sea, so richtig wollte keiner der Titel zünden. Bei All of Us Are Dead sieht es da schon wieder etwas besser aus, die neueste Serie aus Südkorea erfreut sich durchaus einer größeren Popularität. Dabei ist die Geschichte deutlich weniger erwähnenswert als bei den oben genannten Titeln, die alles zumindest einzelne neue Elemente vorweisen konnten. Hier geht es stattdessen um ein Monster, das wie kaum ein anderes im Horrorgenre ausgeschlachtet wurde: der Zombie.

Tatsächlich ist die Liste an Vergleichstiteln unüberschaubar. Selbst wer sich auf Südkorea beschränkt, dürften den einen oder anderen Titel bereits kennen. Der bekannteste hiervon ist sicherlich Train to Busan, der vor einigen Jahren daheim zu einem gewaltigen Blockbuster wurde und auch im Westen zahlreiche Anhänger fand. Das lag einerseits klar auch am frischen Setting. Wie oft findet eine Zombie-Apokalypse schon im Inneren eines fahrenden Zuges statt? Im Vergleich dazu ist. All of Us Are Dead ein wenig langweilig. Schulen waren schon des Öfteren Schauplatz solcher untoten Massaker. Sie erlauben zudem keine übermäßig große visuelle Abwechslung, da die meisten Klassenzimmer nun einmal ziemlich gleich aussehen. Daran ändern auch vereinzelte Elemente wie Musikinstrumente, die in den Zimmern herumliegen, wenig.

Monster vor und nach einer Verwandlung

Etwas eigenständiger ist schon, wie All of Us Are Dead den Mikrokosmos Schule nutzt, um allgemein etwas über die Gesellschaft zu sagen. Aber auch das ist natürlich nicht neu: Der Zombiefilm zeichnet oft ein recht pessimistisches vom Menschen, der in der Not auch schon mal das Tier in sich entdeckt. Bei der auf einem Webtoon von Dong-geun Joo basierenden Serie ist das aber ein wenig anders, da die hässlichen Seiten der Protagonisten und Protagonistinnen nicht erst durch das um sich greifende Virus offensichtlich werden. Das anfangs demonstrierte Verhalten lässt einen selbst in Friedenszeiten den Glauben an das Gute verlieren. Zwischen Erwartungsdruck und Konkurrenzkampf gehen zahlreiche Leute verloren. Die hässlichen Szenen erinnern an andere Mobbing-Werke wie etwa The King of Pigs, einen harten Animationsfilm vom selben Regisseur wie Train to Busan.

Das soll aber nicht bedeuten, dass die Zombies hier nichts zu tun bekommen, während die nicht infizierten Menschen streiten. Vielmehr stellen sie eine echte Gefahr dar, da sie im Gegensatz zum ursprünglichen Bild des Untoten ausgesprochen flott unterwegs sind. Immer wieder kommt es zu Verfolgungsjagden, wenn sich ein ahnungsloses Menschlein in Gefahr begibt und nun irgendwie davonkommen muss. Aber auch in den Belagerungsszenen zeigen sie ihr Talent als echte Bedrohung: Zu den eindrucksvollsten Szenen der Serie gehört, wie sich die Schüler und Schülerinnen irgendwo verbarrikadieren und dem Ansturm von außen trotzen müssen. All of Us Are Dead zeigt hier, dass selbst altbekannte Szenen noch packend inszeniert werden können.

Ein Überlebenskampf ohne Ende

Während das gerade zu Beginn spannend ist, schleichen sich mit der Zeit aber doch diverse Längen ein. Das liegt auch an der etwas zu großzügig angelegten Laufzeit. Zwölf Folgen, die im Schnitt eine Stunde lang sind, sind zwar in Südkorea noch vergleichsweise wenig. Aber es strapaziert schon ziemlich die Geduld, wenn zwischendurch die Figuren mal wieder nur mit sich selbst beschäftigt sind – vor allem wenn sie nicht unbedingt sympathisch sind. Mit den dramatischen Ausbremsungen muss man also leben können. Ebenso damit, dass bei den unzähligen Charakteren, die wir im Laufe der Zeit begleiten, nicht alle wirklich hervorstechen. Wer damit klarkommt, für den ist All of Us Are Dead durchaus einen Blick wert. Auch wenn es die Serie nicht so ganz schafft, aus der Masse an Zombiegeschichten hervorzustechen, da sind schon genügend Szenen dabei, für die es sich durchaus lohnt, einer weiteren Apokalypse beizuwohnen, die kontinuierlich zwischen Zusammenhalt und Kleinkrieg schwankt.

Credits

OT: „Jigeum Uri Hakgyoneun“
Land: Südkorea
Jahr: 2022
Regie: Jae-kyoo Lee, Nam-soo Kim
Drehbuch: Seong-il Cheon
Vorlage: Dong-geun Joo
Musik: Mowg
Kamera: Se-seung Park
Besetzung: Ji-hoo Park, Chan-young Yoon, Yi-hyun Cho, Solomon Park, In-soo Yoo, Yoo-mi Lee, Byung-chul Kim, Kyu-hyung Lee, Bae-soo Jeon

Bilder

Trailer

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„All of Us Are Dead“ spielt an einer High School in Südkorea, die zum Zentrum einer Zombie-Apokalypse wird. Das Setting ist nicht neu, der Inhalt ist es ebenso wenig. Da wird Horror mit Teeniedrama und ein bisschen Gesellschaftskritik gekreuzt. Aber da sind schon eine Reihe spannender Szenen dabei, für die sich das Anschauen der etwas großzügig dimensionierten Serie lohnt.
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