Bartkowiak Netflix
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Bartkowiak

Inhalt / Kritik

Bartkowiak Netflix
„Bartkowiak“ // Deutschland-Start: 28. Juli 2021 (Netflix)

Nachdem seine Karriere als MMA-Kämpfer der Vergangenheit angehört, kehrt Tomek Bartkowiak (Józef Pawlowski) in seine alte Heimat zurück, wo sein älterer Bruder Wiktor einen Club betreibt. Eigentlich hatte er diesem irgendwie zur Hand gehen wollen. Stattdessen liegt es an ihm, was mit dem Club geschehen soll, als Wiktor auf tragische Weise bei einem Autounfall ums Leben kommt. Doch was, wenn es sich dabei gar nicht um einen Unfall handelte? Schließlich gibt es Leute, die einiges dafür tun würden, um das Familiengeschäft selbst übernehmen zu können. Und so ist Tomek fest entschlossen, den Club zu retten und gleichzeitig herauszufinden, was und wer hinter dem Tod seines Bruders steckt …

Keine wirkliche Bereicherung

Das recht offensive Einkaufen polnischer Titel scheint sich für Netflix auszuzahlen. Zumindest ist es auffällig, wie viele Filme und Serien unseres östlichen Nachbarn inzwischen dank des Streamingdienstes den Weg zu uns finden. Während die Quantität beeindruckt, ist das mit der Qualität so eine Sache. Zuletzt etwa hatten das Thrillerdrama Prime Time und die Komödienserie Sexify zwar einige interessante Ideen, hatten aber bei der Umsetzung so ihre Schwierigkeiten. Sieht man einmal von der zweiten Staffel der Krimiserie Im Sumpf an, die kürzlich ins Programm aufgenommen wurde, muss man schon eine ganze Weile zurückgehen, um einen tatsächlich guten Beitrag aus Polen beim Video-on-Demand-Anbieter zu finden.

Und das Warten scheint erst einmal weiterzugehen. Zumindest Bartkowiak, der neueste Import, scheitert an der Aufgabe, einem die polnische Filmlandschaft schmackhaft zu haben. Dabei beginnt die Geschichte noch recht stimmungsvoll, wenn wir dem titelgebenden Protagonisten bei seinem vermasselten MMA-Kampf zusehen. Der wird später noch mehrfach eine Rolle spielen, etwa durch Dominika (Zofia Domalik). Die ist nicht nur das Love Interest unseres Helden, sondern auch die Tochter seines Coaches – der wegen der Niederlage nun an der Flasche hängt. Und auch andere Querverbindungen werden zwischendurch mal aufgebaut. Irgendwie hängt hier alles mit jedem zusammen, die Welt ist zumindest in diesem Film erstaunlich klein.

Zu wenig Action, zu wenig Spannung

Dass das ziemlich konstruiert ist, das ist klar. Schlimmer noch ist aber, wie langweilig das alles ist. Gerade die Suche nach dem Mörder des Bruders, ein in Thrillern immer wieder gern aufgegriffenes Motiv, lässt jede Spannung vermissen. Weder fesselt einen die Frage nach dem Täter, noch haben die Ermittlungen als solche etwas zu bieten. Eigentlich sollte man meinen, dass diese Suche zum bloßen Anlass wird, damit unser Protagonist seine Kampfkünste unter Beweis stellt. Warum sollte man sonst die Geschichte eines Mixed-Martial-Arts-Kämpfers erzählen wollen? Überraschenderweise hält sich Bartkowiak an der Stelle aber ziemlich zurück. Viel zu selten darf Tomek mal zeigen, was in ihm steckt. Stattdessen verrennt sich der Film unnötig in die Liebesgeschichte am Rand, die auch aufgrund der schwachen Charakterzeichnung nicht viel bringt.

Die Actionszenen an sich sind dabei teilweise schon brauchbar. In der heutigen Zeit darf man ja schon dankbar sein, wenn diese mal nicht vor einem Green Screen stattfinden und nur durch schnelle Schnitte so etwas wie Tempo vortäuschen. Hier sieht das zumindest so aus, als würde wirklich jemand kämpfen. Mit den brachialen Referenzen aus Fernost kann es das hier dann aber doch nicht aufnehmen. Es reicht auch nicht aus, um Bartkowiak tatsächlich eine Empfehlung aussprechen zu können. Selbst wenn der Bereich natürlich noch viel schlechtere Beispiele bereithält: Es fehlt ein überzeugendes Argument, warum man nun ausgerechnet diesen polnischen Vertreter anschauen sollte und nicht einen der vielen ähnlich gelagerten. Da hätte es schon mehr gebraucht.

Credits

OT: „Bartkowiak“
Land: Polen
Jahr: 2021
Regie: Daniel Markowicz
Drehbuch: Daniel Bernardi
Musik: Stefan Wesolowski
Besetzung: Józef Pawlowski, Zofia Domalik, Szymon Bobrowski, Bartlomiej Topa, Janusz Chabior, Rafal Zawierucha

Trailer

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In „Bartkowiak“ verliert ein MMA Kämpfer erst einen wichtigen Kampf und danach seinen Bruder, der auf dubiose Weise bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Unbedingt gesehen haben muss man das nicht, Geschichte und Figuren geben nichts her. Und selbst die Actionszenen können nichts rausreißen, dafür sind sie zu selten und letztendlich auch nichts Besonderes.
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