Yiya Murano Tod am Nachmittag Netflix Streamen online Video on Demand
© Taiki Kawakami, Fuse, KODANSHA/ “Ten-Sura” Project

Yiya Murano: Tod am Nachmittag

Yiya Murano Tod am Nachmittag Netflix Streamen online Video on Demand
„Yiya Murano: Tod am Nachmittag“ // Deutschland-Start: 23. April 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Das Angebot von Netflix wäre ohne Verbrechen doch um einiges ärmer. Zumindest im Dokumentarbereich nehmen kriminelle Machenschaften einen bedeutenden Raum ein, True Crime erfreut sich beim Streamingdienst unverändert großer Beliebtheit. Dabei sind es gerade die abgründigen Geschichten, die eine große Fangemeinde haben. Zuletzt schockierte etwa Vertrau mir: Der falsche Prophet über Gehirnwäsche und sexuellen Missbrauch in einer Sekte. Zuvor erzählte Moriah Wilson: Die tragische Wahrheit die Geschichte einer Frau, die aus Eifersucht ermordet wird. In Der Jäger von Sevilla wiederum kommen die Opfer eines spanischen Tourguides zu Wort, der regelmäßig allein reisende Touristinnen vergewaltigte. Wer das alles schon durch hat, bekommt mit Yiya Murano: Tod am Nachmittag Nachschub.

Eine dreiste Mörderin

Hierzulande dürfte der Name eher weniger Leuten etwas sagen. In ihrer Heimat Argentinien sorgte Yiya Murano jedoch durchaus für Aufsehen. Dabei sind es zwei Aspekte, welche die Frau zu einem eigenwilligen Fall machten. Der erste wird bereits im Titel Yiya Murano: Tod am Nachmittag angeteasert. So tötete die Frau aus rein finanziellen Gründen mehrere Leute aus ihrem Umfeld, indem sie diese vergiftete – am helllichten Tag und mithilfe von Süßspeisen. Das war ebenso hinterhältig wie dreist. Und letztendlich auch nicht besonders hell, da sie sich auffällig verhielt und auch bei der Vorgehensweise nicht viel variierte. Vielleicht ging sie davon aus, dass niemand eine alte Frau verdächtigte.

Wobei sie durchaus auch unter Druck stand. So erfahren wir im Laufe des Films mehr über die Argentinierin, über ihre Lebenseinstellung und die Sehnsucht, ein glamouröses Leben zu führen. Und wir erfahren mehr über ihre betrügerischen Machenschaften, mit denen sie das alles zu finanzieren versuchte. Dabei ging sie ähnlich dreist und eiskalt vor wie bei den späteren Morden. Yiya Murano: Tod am Nachmittag beschreibt sie als jemand, der von anderen bewundert werden wollte, dem andere letztendlich aber auch egal sind. Ob Familie, Freundschaften, selbst Affären – sie alle waren nur ein Mittel zum Zweck für sie. Natürlich sind solche Geschichten erschreckend und furchtbar. Der Dokumentarfilm ist sich aber auch bewusst, wie absurd manches ist. Fast möchte man darüber lachen, wie hier eine ältere Frau andere über den Tisch zieht und ermordet. Aber eben nur fast.

Fragwürdige Berühmtheit

So oder so, irgendwann flog das alles auf und man kam ihr auf die Schliche. Ende gut, alles gut? Nicht wirklich. Meistens hören True-Crime-Dokus nach der Überführung und Verurteilung der kriminellen Person auf. Schließlich gibt es danach nicht mehr viel zu erzählen. Bei Yiya Murano: Tod am Nachmittag ist das anders. So wurde sie vorzeitig entlassen und war danach eine gefragte Frau in den Medien, trat im Fernsehen auf und genoss ihre Berühmtheit. Dabei präsentierte sie sich selbst als Opfer, eine beliebte Methode von Verbrechern. Ob man ihr das wirklich abkaufte oder einfach nur fasziniert war, darüber lässt sich streiten. Auf jeden Fall wusste sie, ihre Geschichte gut zu nutzen und zu vermarkten.

An der Stelle hätte der Dokumentarfilm die Chance gehabt, sich mit diesem True-Crime-Phänomen auseinanderzusetzen. Mit diesem großen Interesse der Menschen an Verbrechen und an denjenigen, die sie ausüben. Doch bei Yiya Murano: Tod am Nachmittag scheute man das, vielleicht auch deshalb, weil der Film letztendlich gleichermaßen die Geschichte ausschlachtet, wie es die Frau selbst getan hat. Gibt es einen moralischen Unterschied, ob man mit eigenen Morden oder denen anderer Geld macht? Daraus hätte eine spannende Meta-Diskussion werden können. Stattdessen gibt es hier einen normalen, wenig ambitionierten Beitrag, der aber durchaus einen Blick wert ist. Die groteske Geschichte hebt sich schon von vielen ähnlich gelagerten Produktionen ab.

Credits

OT: „Yiya Murano: Muerte a la hora del té“
IT: „Yiya Murano: Death at Tea Time“
Land: Argentinien
Jahr: 2026
Regie: Alejandro Hartmann
Drehbuch: Lucas Bucci, Tomás Sposato
Musik: Leo Sujatovich
Kamera: Alejandra Martín

Trailer

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Yiya Murano: Tod am Nachmittag
fazit
„Yiya Murano: Tod am Nachmittag“ erzählt von einer Frau, die auf dreiste Weise ihr Umfeld ermordete und dadurch zur Berühmtheit wurde. Die Geschichte ist so sonderbar, dass sich ein Blick lohnt. Schade ist aber, dass sich der Film nicht mit dem Meta-Thema True Crime beschäftigt, letztendlich ebenso ausschlachtet, wie es die Mörderin getan hat.
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