The Wonderfools Netflix
© LEE YOUNG SU/Netflix
The Wonderfools Netflix
„The WONDERfools“ // Deutschland-Start: 15. Mai 2026 (Netflix)

Wie viel Zeit ihr noch bleibt, weiß Eun Chae-ni (Park Eun-bin) selbst nicht. Ihr krankes Herz könnte jeden Tag aufgeben. Eines weiß sie aber: Sie will noch etwas erleben. Also tut sie, was wohl alle in ihrer Situation tun würden: Sie täuscht ihre eigene Entführung vor, um Geld von ihrer reichen Großmutter zu erpressen. Doch der Plan endet in einem Desaster, als sie bei diesem Coup tatsächlich stirbt. Ihre Mitverschwörer Lee Un-jeong (Cha Eun-woo) und Son Gyeong-hun (Choi Dae-hoon) beschließen in ihrer Panik, die Leiche in der Nähe einer Fabrik zu entsorgen. Dabei ahnen sie nicht, dass sie dadurch mit toxischen Abfällen in Kontakt kommen. Nicht nur, dass Chae-ni dadurch wieder zum Leben erwacht. Alle drei entwickeln in Folge übernatürliche Kräfte, die sie aber nicht wirklich kontrollieren können …

Eine etwas andere Superheldengeschichte

Wer sich für südkoreanische Produktionen interessiert, ist fast schon gezwungen, ein Abonnement bei Netflix abzuschließen. Denn auch wenn die Titel aus Fernost nicht mehr das ganz große Publikum erreichen, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war, produziert der Streamingdienst doch unermüdlich weitere. Da sind auch immer wieder interessante Filme und Serien dabei, die aus den unterschiedlichsten Genres kommen. If Wishes Could Kill etwa erzählte von einer Gruppe von Jugendlichen, die einer tödlichen Wünsche-App nachgehen. Schön anzusehen war auch Pavane, ein ruhiges Drama um drei Menschen, die etwas abseits sind und sich näherkommen. Mit The WONDERfools geht es ebenfalls um ein solches Trio und wie dieses ein neues Kapitel aufschlägt. Dies geschieht jedoch auf eine ganz andere Weise.

So haben wir es mal wieder mit einer Superheldengeschichte zu tun. Eigentlich sollte man meinen, dass die Produktion solcher nachlässt, wenn sogar die großen Comic-Adaptionen an den Kinokassen schwächeln. Und doch gibt es immer wieder Anläufe, auch ohne bekannte Vorlagen. Wobei sich The WONDERfools von den meisten solcher Werke durch den Humor unterscheidet. Klar, witzige Sprüche gibt es fast immer, das gehört dazu. Hier ist das aber deutlich ausgeprägter. Das fängt schon bei den sonderbaren Fähigkeiten an bzw. der Art und Weise, wie diese ausgelöst werden. Aber auch bei den Figuren ist einiges zu holen, wenn sie durchs Leben stolpern – ob nun mit Superkraft oder ohne. Das erinnert an den ebenfalls aus Südkorea stammenden Festivalhit Hi-Five. Dort waren es fünf Menschen, die nach einer Organtransplantation neue Fähigkeiten hatten. Immer wieder geraten dort wie hier die Hauptfiguren in chaotische Szenen, wenn sie ihre Kräfte nicht kontrollieren können oder ihnen die emotionale Reife fehlt.

Zwischen allen Genrestühlen

Der Hang zur gut gelaunten Albernheit bedeutet aber nicht, dass die Serie nicht auch mal ernster werden kann. So geht es zwischendurch etwa um Einsamkeit, wenn die drei nicht wirklich in dieser Welt einen Platz gefunden haben. Gesellschaftliche Themen werden ebenfalls gestreift. Manche könnten damit ein Problem haben, da es dazu führt, dass The WONDERfools bei der Tonalität immer mal wieder hin und herspringt. Im Hinblick auf das Genre ist das sowieso ein einziges Chaos. Mal haben wir es mit einem actionreichen Abenteuer zu tun, mal mit einer Slapstick-Komödie, Fantasy trifft auf Alltagsbetrachtung. Zwischendurch wird es auch mysteriös, wenn erkundet wird, was eigentlich hinter diesen Phänomenen steckt. So eine Geschichte braucht schließlich einen Gegenspieler.

Wer einen Titel sehen möchte, der wirklich aus einem Guss ist, ist hier deshalb eher falsch. Aber man kann schon eine Menge Spaß mit der Serie haben. Abwechslung und Tempo sind hoch, im Gegensatz zu vielen anderen Netflix-Serien, die sich irgendwann einfach ziehen, bleibt das hier recht flott. Außerdem gefällt The WONDERfools durch das zeitliche Setting, wenn wir ins Jahr 1999 reisen. Ohne allzu brutal den Nostalgiehammer zu schwingen, weckt die Geschichte um das eigenwillige Trio wohlige Erinnerungen an die damalige Zeit. Auch wenn das Ergebnis manchmal etwas holprig und aufgedreht ist, einen Blick wert ist es auf jeden Fall.

Credits

OT: „Wondeopulseu“
Land: Südkorea
Jahr: 2026
Regie: In-sik Yoo
Drehbuch: Da-joong Heo
Idee: Eun-kyung Kang
Musik: Tae-seung Kim
Besetzung: Eun-bin Park, Eun-woo Cha, Dae-hoon Choi, Seong-jae Im, Hae-sook Kim, Hyun-joo Son

Bilder

Trailer

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The WONDERfools
fazit
In „The WONDERfools“ entwickeln drei gescheiterte Leute plötzlich Superkräfte, die sie selbst nicht kontrollieren können. Auch wenn das Ergebnis manchmal etwas holprig ist: Die Serie macht Spaß, während sie von einem Genre zum nächsten springt, irgendwo zwischen Abenteuer, Komödie und Mystery.
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