Die Unbekannte vom Hafen La desconocida The Marked Woman Netflix Streamen online Video on Demand
© Sophie Koehler/Quim Vives/Netflix

Die Unbekannte vom Hafen

„Die Unbekannte vom Hafen“ // Deutschland-Start: 5. Juni 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Nach einer Auszeit ist Anna Ripoll (Candela Peña) zurück bei der Polizei und bereit, sich wieder in die Arbeit zu stürzen. Und dabei hat sie bald mehr als genug zu tun. So wurde am Hafen Barcelonas eine Frau (Ana Rujas) gefesselt und geknebelt in einem Container gefunden. Wer sie gefesselt hat und wie sie an diesen Ort gekommen ist, weiß sie nicht mehr. Sie kann ja nicht einmal sagen, wer sie ist. Also bleibt Ripoll und ihrem Partner Quique Zárate (Pol López) nichts anderes übrig, als sich selbst auf die Suche nach Antworten zu machen. Doch dabei drängt die Zeit, wie sich bald herausstellt. Denn wer auch immer der Unbekannten das angetan hat, ist weiterhin hinter ihr her …

Ein bekanntes Amnesie-Szenario

An Krimis und Thrillern mangelt es auf Netflix eher weniger, der Streamingdienst bringt eigentlich andauernd irgendwelche Filme und Serien in diesem Bereich heraus. Da war beispielsweise Nemesis über einen Polizisten, der davon besessen ist, einen Gangster hinter Gitter zu bringen. Berlin und die Dame mit dem Hermelin erzählt eine weitere Vorgeschichte um den aus Haus des Geldes bekannten Gangster, der hier ein wertvolles Gemälde stehlen soll. Bei Man on Fire wiederum dreht sich die Geschichte um einen Ex-Soldaten, der sich um die Tochter eines ermordeten Freundes kümmern will. Wer das alles schon durch hat und auf der Suche ist nach Nachschub, kann es einmal mit Die Unbekannte vom Hafen versuchen, einem neuen Film aus Spanien.

Dabei handelt es sich um eine Adaption des 2023 veröffentlichten Romans La desconocida von Rosa Montero und Olivier Truc. Der Einstieg darf einem, auch ohne die Vorlage gelesen zu haben, bekannt vorkommen. Schließlich gehört das Szenario, dass zu Beginn einer Geschichte die Hauptfigur ohne Erinnerung zu sich kommt, zu den Standardsituationen in diesem Genre. Das Publikum soll sich parallel zur betroffenen Person fragen, was genau da vorgefallen ist und wie es zu all dem kommen konnte. Die Unbekannte vom Hafen ist da nicht anders und punktet anfangs mit bewährten Elementen. Wobei es hier, anders als bei vielen dieser Amnesie-Thriller, die Polizei ist, die das Rätsel aufzuklären versucht. Die vergessliche Figur bleibt hingegen eher passiv, ist erst einmal nur das Opfer, was etwas weniger interessant ist.

Nicht originell, aber atmosphärisch

Dafür investiert Die Unbekannte vom Hafen mehr in die Polizistin. Richtig einfallsreich wird es dabei aber kaum. Wie so oft in Krimis der Gegenwart darf die Hauptfigur kaputt sein und eine schwierige Vergangenheit mit sich herumschleppen. Auf der einen Seite ist es zwar nicht verkehrt, wenn versucht wird, den ermittelnden Personen mehr Tiefe zu verleihen und aus ihnen mehr zu machen als strahlende Heldengestalten, wie man sie früher oft zu sehen bekam. Man hat jedoch bei der abgründigen Variante oft das Gefühl, dass da einfach nur eine Checkliste abgearbeitet wurde. Dass da eine Pflicht erfüllt wurde, anstatt tatsächlich eine eigene Geschichte zu erzählen. Auch sonst ist der Film inhaltlich nicht unbedingt Ausdruck großer Kreativität. Nicht nur, dass das hier überwiegend Versatzstücke zum Einsatz kamen, wie man sie immer wieder zu sehen bekommt. Der Film verrät auch vergleichsweise früh, was Sache ist, und geht dann in eine geradlinigere Thrillerrichtung weiter.

Das muss einen nicht stören, zumal Regisseur Gabe Ibáñez (Automata) ganz solide Arbeit bei der Umsetzung geleistet hat. So gefällt der spanische Film durch seine Atmosphäre, wenn es schön düster wird. Einen größeren Anteil daran haben die Bilder, die sich schon sehen lassen können. Schauspielerisch passt das prinzipiell auch, selbst wenn man sich bei dem Polizeiduo hätte wünschen können, dass da mehr Dynamik entsteht. Irgendwie laufen die zwei nur nebeneinander her. Unbedingt gesehen haben muss man das Ergebnis daher nicht. Die Unbekannte vom Hafen ist aber zumindest ganz solide geworden, durchaus etwas, das man sich anschauen kann, wenn man gerade in der Stimmung ist für diese Art Geschichte. So wahnsinnig viel bleibt aber nicht in Erinnerung.

Credits

OT: „La desconocida“
IT: „The Marked Woman“
Land: Spanien
Jahr: 2026
Regie: Gabe Ibáñez
Drehbuch: Lara Sendim
Vorlage: Rosa Montero, Olivier Truc
Musik: Fernando Velázquez
Kamera: Bernat Bosch
Besetzung: Ana Rujas, Candela Peña, Pol López

Bilder

Trailer

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Die Unbekannte vom Hafen
fazit
In „Die Unbekannte vom Hafen“ wird eine Frau gefunden, die gefesselt wurde und sich an nichts erinnern kann. Das Szenario ist bekannt, auch sonst hält man sich an das Bewährte. Die spanische Romanadaption ist streckenweise atmosphärisch geworden, inhaltlich bleibt sie weniger in Erinnerung.
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