East of Eden Netflix Streamen online Video on Demand
© Kirsty Griffin/Geoffrey Short/Netflix

East of Eden

„East of Eden“ // Deutschland-Start: 1. Oktober 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Die USA, Ende des 19. Jahrhunderts. Die Überraschung ist groß für die beiden Halbbrüder Charles (Mike Faist) und Adam Trask (Christopher Abbott), als sie die schwer verletzte Cathy Ames (Florence Pugh) finden. Während Adam die Fremde bei sich aufnimmt und sich um sie kümmert, überwiegt bei Charles das Misstrauen. Wer ist diese Frau? Und was will sie von ihm? Trotz der Konflikte wird sie zu einem festen Bestandteil der Familie. Tatsächlich heiraten Adam und Cathy sogar. Doch diese Begegnung wird kein Happy End vergönnt sein. Denn Cathy ist eine sehr willensstarke Frau, die sich kaum unterordnet und wenig gemacht ist für die Rolle der liebenden Hausfrau und Mutter …

Neuauflage des Roman-Klassikers

Dieses Jahr hat Netflix gleich mehrere Adaptionen von alten Romanklassikern im Angebot. Zuletzt war da Die Puppe über einen Mann, der in die obersten Kreise will, nach dem zwischen 1887 und 1889 veröffentlichten polnischen Roman von Bolesław Prus. Davor wurde mit Meine brillante Karriere ein Buch von 1901 adaptiert, geschrieben von der australischen Schriftstellerin Miles Franklin. Und dann war da natürlich noch Unsere kleine Farm nach einer US-amerikanischen Romanreihe aus den 1930ern und 1940ern, die von Laura Ingalls Wilder verfasst wurde. Jetzt erscheint mit East of Eden eine weitere Adaption eines solchen Klassikers. Die Vorlage lieferte diesmal der gleichnamige Roman von John Steinbeck, erschienen im Jahr 1952, eines der Hauptwerke des US-Schriftstellers.

Dieses wurde, wie es sich für ein solches Mammutwerk gehört, bereits mehrfach adaptiert, sei es fürs Kino, das Fernsehen oder die Bühne. Die mit Sicherheit bekannteste Version ist der Film Jenseits von Eden mit James Dean in der Hauptrolle, der 1955 erschien und seinerseits ein Klassiker ist. Da werden sich manche fragen: Warum braucht es da dann noch eine Serie? Doch Serienschöpferin Zoe Kazan, deren Großvater Elia Kazan den besagten Film inszeniert hatte, hat genügend Ideen, um sich von ihrem berühmten Vorfahren zu emanzipieren. So erlaubt ihr der deutlich gesteigerte Umfang – ihr standen sieben Folgen à einer Stunde zur Verfügung, also fünf Stunden mehr als dem Film –, Figuren mehr Raum zu geben. So wird der Angestellte Lee (Hoon Lee), der im Roman eine wichtige Rolle spielt, bei East of Eden hinzugefügt. Bei der Filmfassung war dieser komplett herausgestrichen worden.

Faszinierend ambivalente Frauenfigur

Der offensichtlichste Unterschied ist aber, wie die auch als Schauspielerin bekannte Kazan den Fokus auf Cathy legt. 1955 war diese nur eine Nebenfigur, was auch an dem ausgewählten Material lag. So adaptierte der Regisseur seinerzeit nur den letzten Teil der Geschichte, statt eines Mehrgenerationenporträts stand vor allem die Geschichte der Nachkommen auf dem Programm. East of Eden bereitet nun der Mutter eine Bühne und zeigt sie als komplexe Figur. Auf der einen Seite zeigt sie klare soziopathische Züge, schert sich nicht um andere Menschen, verlässt ihren Mann und die Kinder. Von anderen Entgleisungen ganz zu schweigen. Gleichzeitig kämpft sie aber auch gegen ein patriarchales System an und imponiert durch einen Freiheitswillen in einer Gesellschaft, die ihr diese Rolle gar nicht zugesteht.

Das ist faszinierend, zumal man mit Florence Pugh (Lady Macbeth) eine Idealbesetzung gefunden hat. Bei ihr wird die umstrittene Romanfigur zu einer Naturgewalt, die alles und jeden in den Abgrund reißt, mal beabsichtigt und bewusst, mal, weil sie nicht anders kann. Diese Stärke ist aber gleichzeitig auch eine Schwäche, weil in East of Eden viele andere Figuren verblassen, sie einfach nicht so interessant sind. Und so imposant die Direktheit, mit der die Protagonistin die Welt konfrontiert, insgesamt hätte man die Geschichte sicherlich auch subtiler erzählen können. Dennoch, das Ergebnis ist sehenswert und deutlich zeitgenössischer, als man es vielleicht erwartet hätte. Ob man über die Serie ebenfalls Jahrzehnte später noch sprechen wird, wie es bei dem Film der Fall ist, bleibt zwar abzuwarten. Sie gehört aber auf jeden Fall zu den interessanteren Netflix-Produktionen der letzten Zeit.

Credits

OT: „East of Eden“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Garth Davis, Laure de Clermont-Tonnerre
Drehbuch: Zoe Kazan, Alexander Chee
Idee: Zoe Kazan
Vorlage: John Steinbeck
Musik: Laura Karpman
Kamera: Ante Cheng
Besetzung: Florence Pugh, Christopher Abbott, Mike Faist, Hoon Lee, Ciarán Hinds, Joseph Zada, Joe Anders

Bilder

Trailer

Weitere Netflix Titel

Ihr seid mit East of Eden durch und braucht Nachschub? Dann haben wir vielleicht etwas für euch. In unserem Netflix-Themenbereich sind Hunderte von Original-Produktionen gelistet, unterteilt nach Spielfilm, Serie, Doku und Comedy. Unten findet ihr alle Netflix-Titel, die wir auf unserer Seite besprochen haben.

A
B
C
D
E
F
H
I
L
M
P
S
T
U
W

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

East of Eden
fazit
Basierend auf dem Romanklassiker zeichnet „East of Eden“ ein Mehrgenerationenporträt zwischen Sehnsucht und Abgrund. Der Fokus auf die komplexe Mutter macht die Serie sehenswert, zumal Florence Pugh mal wieder zur Naturgewalt wird. Das führt aber auch dazu, dass andere verblassen und etwas untergehen.
Leserwertung0 Bewertungen
0
7
von 10