Maria Netflix

„Maria“ // Deutschland-Start: 17. Mai 2019 (Netflix)

Maria (Cristine Reyes) führt ein glückliches Leben mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter. Oder führte es zumindest. Denn eines Tages wird Kabel (Germaine De Leon) auf sie aufmerksam, Sohn des gefürchteten Verbrecherbosses Ricardo de la Vega (Freddie Webb). Und er kennt sie. Er kennt sie sogar gut, stand sie doch einst selbst auf der anderen Seite des Gesetzes. Ein freudiges Wiedersehen wird jedoch nicht daraus, schließlich hat Kabel noch eine Rechnung mit ihr offen. Aber auch Maria darf ihn daran erinnern, warum man sich besser nicht mit ihr anlegen sollte.

Die Zeit, in der Frauen in Actionfilmen nur die Rolle der hübschen Trophäe, der Damsel in Distress, offenstand, die ist vorbei. Inzwischen darf auch das vermeintlich schwache Geschlecht den Herren der Schöpfung zeigen, dass sie genauso gut dem Rest der Welt in den Arsch treten kann. Vor allem in Asien hat man derweil Gefallen daran gefunden, tödliche Damen ins Rennen zu schicken, siehe etwa die südkoreanischen Schlachtplatten The Villainess und The Witch: Subversion.

Keine Gefangenen!
Nun sind die Philippinen an der Reihe, ein Volk, das sich ebenfalls ganz gerne an deftigen Actionszenen erfreut. Von denen gibt es in dem Netflix-Film Maria reichlich. Und von Blut sowieso. Wo bei westlichen Vertretern ein Kopfschuss oft schon der Gipfel der Brutalität darstellt, man will ja schließlich niemanden verschrecken, da hat Regisseur Pedring Lopez so gar keine Skrupel. Gleich zu Beginn gibt es ein paar unschöne Folterszenen, auch das Aufeinandertreffen der Ex-Killerin und ihrer Verfolger geht einem an die Nieren.

Die Geschichte selbst ist weit weniger konfrontativ oder mutig. Genauer ist Maria sogar ziemlich langweilig. Ein Auftragsmörder, der untergetaucht ist und von seiner Vergangenheit eingeholt wird, das ist nicht unbedingt eine Demonstration von Kreativität. Wäre eben jener Auftragsmörder nicht zufällig weiblich, kaum einer würde hiervon wohl Notiz nehmen. Und auch in das Drumherum wurde wenig Arbeit investiert. Die Gegenspieler setzen sich aus Stereotypen auf zwei Beinen zusammen, Maria selbst sprüht ebenfalls nicht gerade vor Persönlichkeit. Die gelegentlichen Versuche, Emotionen aus dem Publikum zu pressen, sind deshalb nicht unbedingt von großem Erfolg gekrönt.

Gemischte Kämpfe
Aber auch die Kämpfe selbst sind nicht die ganz große Kunst – wortwörtlich. Wer sich andere Asia-Importe wie Master Z – The Ip Man Legacy oder Triple Threat anschaut, der wird über die Nahkämpfe hier nur lächeln können. Nur weil das Drehbuch vorsieht, dass eine Frau alle Gegner im Alleingang auslöscht, muss das Ergebnis nicht überzeugend sein. Während Cristine Reyes mit einer Waffe in der Hand eine gute Figur abgibt, sind die körperlichen Szenen ziemlich durchwachsen. Für eine erfahrene Auftragsmörderin wirkt die Titelheldin zu oft verloren, wenn ihr jemand gegenübersteht.

Genrefans können natürlich trotzdem reinschauen, denn so richtig viel falsch macht Maria ja nicht. Eine Geschichte, die zu dünn ist, um jemanden zu stören, zahlreiche Kämpfe, literweise Blut, dazu das Bemühen um einen möglichst hohen Coolnessfaktor – das kann für einen Videoabend schon ausreichen. Den Film praktisch zeitgleich zu John Wick: Kapitel 3 zu veröffentlichen, damit tat man sich aber keinen wirklichen Gefallen. Zu auffällig ist beim Vergleich, wie wenig hier investiert wurde, wie wenig man sich darum bemühte, mehr als nur ein weiterer B-Movie zu sein, den man beim Zappen erwischt hat.

Maria
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Maria
„Maria“ erzählt die Geschichte einer Auftragskillerin, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Der Inhalt ist nicht erwähnenswert, ebenso wenig die Figuren. Für die Kämpfe kann man sich den philippinischen Actionfilm hingegen schon anschauen. Hauptdarstellerin Cristine Reyes gibt darin zwar nur teilweise eine gute Figur ab, dafür gibt es einen erstaunlich hohen Brutalitätsfaktor.
5von 10

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