Gods Favorite Idiot Netflix
© Vince Valitutti/Netflix

God’s Favorite Idiot – Staffel 1

Gods Favorite Idiot Netflix
„God’s Favorite Idiot – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 15. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Als Clark Thompson (Ben Falcone) eines Tages von einem Blitz getroffen wird, hätte das sein Todesurteil sein können. Stattdessen geht der eher einfach gestrickte technische Supportmitarbeiter gestärkt aus dieser Erfahrung hervor und entwickelt ungeahnte Kräfte. So beobachtet seine Kollegin Amily Luck (Melissa McCarthy), für die er schon länger Gefühle hegt, wie ein eigenartiges Leuchten von ihm ausgeht. Zunächst will ihr niemand glauben, aus guten Gründen. Doch mit der Zeit häufen sich die Anzeichen, dass da wirklich etwas Eigenartiges in Clark vor sich geht. Und als wäre das alles nicht schon verwirrend genug für ihn, muss er eines Tages erfahren, dass Gott ihn persönlich ausgewählt hat, um ihn bei seinem Kampf gegen das Böse zu unterstützen …

Besser als gedacht

Ein bisschen unheimlich durfte einem bei der Vorstellung ja schon werden. Schlimm genug, dass das Ehepaar Ben Falcone und Melissa McCarthy meint, alle paar Jahre einen neuen Film zu drehen und das Publikum mit Titeln wie Superintelligence oder Thunder Force quälen zu dürfen. Muss es dann echt sein, dass da Duo nun auch noch eine komplette Serie verbricht? Eine Serie, bei der Falcone auch noch die Hauptrolle übernimmt? Klar, der Regisseur und Autor stand auch vorher immer mal wieder vor der Kamera. Doch dabei handelte es sich um kurze Auftritte in Filmen seiner Frau. So kurz, dass man ihn meistens nicht mal wahrnahm. Bei der Netflix-Serie God’s Favorite Idiot wollte er sich aber wohl nicht länger damit zufriedengeben, der Mann hinter den Kulissen zu sein. Zwar konzipierte er diese und schrieb die Drehbücher. Auf den Regiestuhl verzichtete er hingegen und wollte lieber selbst einmal spielen.

Das Ergebnis ist dabei nicht annähernd so übel, wie man sich den Egotrip im Vorfeld ausmalen durfte. Tatsächlich liefert Falcone zwar keine preisverdächtige Performance ab. Er stört aber auch nicht weiter, was schon mehr als, als man über seine diversen Filme sagen kann. Überhaupt ist God’s Favorite Idiot eine positive Überraschung, zumindest in Relation zu den unterirdischen Erwartungen, die man als Opfer seiner vorangegangenen Werke zwangsläufig entwickelt. Die Serie ist zwischendurch sogar immer mal wieder recht nett. Die humoristischen Entgleisungen, die immer wieder in den Filmen zu finden waren, sind hier in der Minderheit. Es gibt nur selten Grund, sich aktiv über grausame Fehlkonzepte von Komik zu ärgern.

Nette Workplace Comedy

Hin und wieder wird es sogar tatsächlich witzig. So hat Leslie Bibb als satanische Gegenspielerin unseres göttlichen Helden immer mal wieder Glanzauftritte, wenn sie auf genüssliche Weise gespielte Freundlichkeit mit Bösartigkeit kombiniert. Überhaupt kann man bei God’s Favorite Idiot nicht wirklich über die schauspielerische Leistung meckern. McCarthy ist und bleibt McCarthy, bewegt sich hier mal wieder in der Komfortzone, die man aus den meisten ihrer Komödien kennt. Fans wird das freuen. Neue wird sie kaum gewinnen. Schön ist aber, dass sie sich zurückhält und trotz ihrer enormen Popularität an einer Ensemblearbeit interessiert war. Auch wenn die Fantasy-Elemente ungewöhnlich sind, funktioniert die Serie doch durchaus als Workplace Comedy.

Leider ist God’s Favorite Idiot aber auch eine recht harmlose Serie. Zwischendurch zeigt sie zwar mal, welches Potenzial sie hätte als Satire auf die bigotte Rechte in den USA. Auch die eine oder andere Absurdität ist immer mal wieder drin. Falcone wollte aber offensichtlich nicht zu sehr in diese beiden Richtungen gehen, womit die Geschichte immer unter ihren Möglichkeiten bleibt. Man wollte offensichtlich niemanden verschrecken und lieber nett sein. Das darf man natürlich. Nur bedeutet nett hier, dass die Fantasykomödie streckenweise immer wieder vor sich her plätschert und zu sehr zu einem Hintergrundrauschen verkümmert. Das hätte alles wesentlich schlimmer kommen können. Es hätte aber auch besser sein können, da war beispielsweise Dogma seinerzeit deutlich eindrucksvoller.

Credits

OT: „God’s Favorite Idiot“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Michael McDonald, Sheila G. Waldron
Drehbuch: Ben Falcone
Idee: Ben Falcone
Musik: Fil Eisler
Kamera: Pawel Pogorzelski
Besetzung: Ben Falcone, Melissa McCarthy, Leslie Bibb, Kevin Dunn, Yanic Truesdale, Usman Ally, Steve Mallory

Bilder

Trailer

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God’s Favorite Idiot – Staffel 1
Fazit
„God’s Favorite Idiot“ kombiniert eine reguläre Workplace Comedy mit Fantasy-Elementen, wenn ein einfacher Supportmitarbeiter plötzlich göttliche Kräfte entwickelt. Das ist deutlich besser als vorherige Werke von Ben Falcone und Melissa McCarthy. Die Serie bleibt jedoch unter ihren Möglichkeiten, ist oft zu nett und harmlos, anstatt den nötigen Biss zu entwickeln.
Leserwertung87 Bewertungen
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von 10