Centauro Netflix
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Centauro 

Centauro Netflix
„Centauro“ // Deutschland-Start: 15. Juni 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Für Rafa (Àlex Monner) gibt es nur eins im Leben: seine Maschine. Noch immer träumt er davon, als Motorradfahrer Karriere zu machen und Wettbewerbe zu gewinnen. Während er in dem Bereich tatsächlich Fortschritte macht und endlich einen entscheidenden Schritt weiterzukommen scheint, läuft es privat nicht so gut. So ist die Beziehung zu Natalia (Begoña Vargas), der Mutter seines kleinen Sohnes, schon vor einer ganzen Weile zerbrochen. Eigentlich will sie auch nicht viel mit ihm zu tun zu haben. Als sie sich jedoch auf ein Drogengeschäft einlässt und plötzlich einem gefährlichen Gangster Unsummen schuldet, bleibt Rada nichts anderes übrig, als ihr zu Hilfe zu eilen. Als Drogenkurier will er ihre Schuld abarbeiten, zwei Monate lang. Doch die Gefahren sind groß. Nicht nur dass er ständig riskiert, von der Polizei geschnappt zu werden. Auch der Umgang mit den Verbrechern bringt jede Menge Gefahren mit sich …

Kenne ich schon …

Dass die Veröffentlichungsstrategie von Netflix, sofern man sie als solche bezeichnen wollte, etwas frustrierend sein kann, das ist nicht wirklich ein Geheimnis. Viele von Fans geliebte und dabei hoch gelobte Serien werden vorzeitig und ohne vernünftigen Schluss abgebrochen. Dafür gibt es 1000 Versionen der immer selben Titel, sei es im Teeniedrama- oder Liebeskomödien-Bereich. Titel, bei denen man sich fragt: Wer schaut sich diese ganzen Kopien von Kopien von Kopien denn noch an? Aber es geht noch einen Schritt grotesker. Gerade einmal drei Jahre ist es her, dass der französisch-belgische Thriller Burn Out an den Start ging. Nun bringt der Streamingdienst mit Centauro ein Remake seines eigenen Titels heraus, dieses Mal aus Spanien.

Vielleicht baute man darauf, dass das Publikum das Original schon vergessen hat. Vielleicht weiß man bei Netflix auch schon selbst nicht mehr, welche Filme im eigenen Sortiment sind. So oder so stellt sich bei Centauro unweigerlich die Frage: Hätte es das gebraucht? Antwort: nicht wirklich. Zwar wurde der durchaus genreerfahrene Regisseur Daniel Calparsoro verpflichtet, dessen Filme Sky High und Die Stille des Todes ebenfalls beim Streamingdienst erschienen sind. Es ist auch nicht so, als würde er sich bei der Inszenierung der entsprechenden Szenen die Blöße geben. Es gelingt ihm aber auch nicht, der Vorlage irgendetwas Nennenswertes hinzuzufügen. Vermutlich hat er es nicht einmal versucht, obwohl die französischsprachige durchaus Raum für Verbesserungen ließ.

Eine Kopie ohne Bonus

Wobei zum Teil die Limitationen natürlich auch auf Jérémie Guez zurückzuführen ist, auf dessen 2012 veröffentlichten Roman Balancé dans les cordes beide Filme basieren. Wie es der französische Schriftsteller geschafft haben soll, die dünne Geschichte auf ein ganzes Buch auszuweiten, ist dabei ein Rätsel. Die Dialoge in Centauro ließen sich auf einen Kurzfilm reduzieren, die Figuren sind so dünn, dass man sie kaum sieht. Bei der Handlung hat er sich ebenfalls nicht verausgabt, wenn diese zum Großteil darin besteht, dass Rafa durch die Gegend fährt, meistens auf der Flucht vor irgendjemandem. Nur hin und wieder geschieht auch abseits der Straße mal etwas, wenn sich beispielsweise die bösen Drogendealer mal wieder aufplustern.

Natürlich muss nicht jeder Film ein inhaltliches Schwergewicht sein. Manchmal reicht es, anderen dabei zuzusehen, wie sie durch die Nacht rasen. Aber auch in der Hinsicht ist Centauro nicht unbedingt Referenzmaterial. Zwar ist die entsprechende Action schon rasant. Burn Out war damals aber doch noch ein gutes Stück schöner anzusehen und stylischer. Hinzu kommt, dass Hauptdarsteller Àlex Monner (Das Schweigen des Sumpfes) so seine Schwierigkeiten hat, mit François Civil Schritt zu halten, der bei der ersten Adaption auf dem Motorrad saß. Wer ein großer Fan des Actionthrillers war, kann es natürlich mit dieser Version auch versuchen. Dem Rest reicht auch das Original.

Credits

OT: „Centauro“
Land: Spanien
Jahr: 2022
Regie: Daniel Calparsoro
Drehbuch: Gaël Nouaille, Gemma Ventura
Vorlage: Jérémie Guez
Musik: Carlos Jean
Kamera: Josu Inchaustegui
Besetzung: Àlex Monner, Begoña Vargas, Carlos Bardem, Édgar Vittorino, Patricia Vico

Bilder

Trailer

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Centauro 
Fazit
Wie bei „Burn Out“ folgen wir in „Centauro“ einem jungen Mann, der für Gangster zum Drogenkurier wird, um seiner Ex zu helfen. Das ist mindestens ebenso dünn wie das Original, inszenatorisch aber nicht ganz auf dessen Niveau. Für die rasanten Actionszenen kann man reinschauen oder es eben beim ersten Film belassen.
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