Kritik

Fate The Winx Saga Netflix

„Fate: The Winx Saga – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 22. Januar 2021 (Netflix)

Eigentlich führte Bloom (Abigail Cowen) ein ganz normales Leben, bis sie eines Tages feststellte, dass in ihr ungekannte, mächtige Kräfte schlummern. Diese soll sie nun in Alfea zu kontrollieren lernen, eine spezielle Schule für Feen. Damit ist sie nicht allein, unter anderem gehen auch Aisha (Precious Mustapha), Stella (Hannah van der Westhuysen), Terra (Eliot Salt) und Musa (Elisha Applebaum) an diese Schule, jede von ihnen mit eigenen Kräften. Die können sie auch gut gebrauchen, schließlich kommt es zunehmend zu Zwischenfällen mit den sogenannten Verbrannten, bösartigen Kreaturen, die es auf ihr Leben abgesehen haben. Gleichzeitig hat Bloom noch ganz andere Sorgen. Denn Farah Dowling (Eve Best), die Leiterin der Schule, verschweigt einige dunkle Geheimnisse rund um Alfea. Geheimnisse, die auch mit Blooms Eltern zu tun haben …

Auch Animationsheldinnen werden erwachsen

In den letzten Jahren hat Netflix diverse Animationsserien veröffentlicht, welche bekannte Live-Action-Franchises für ein jüngeres Publikum adaptierten – siehe Fast & Furious: Spy Racers und Jurassic World: Neue Abenteuer. Da ist es eigentlich nur gerecht, wenn auch mal der entgegengesetzte Weg eingeschlagen wird. Dennoch: Nicht wenige dürften überrascht bis skeptisch gewesen sein, als der Trailer der Serie Fate: The Winx Saga erschien. Braucht es tatsächlich eine Variante der beliebten Zeichentrickserie Winx Club, in der Menschen in die Rollen der Feen schlüpfen? Braucht es überhaupt neue Geschichten, nachdem es von Original mehr als 200 Folgen gab, von diversen Filmen und Spin-offs ganz zu schweigen?

Dabei wird recht schnell klar, dass es sich bei Fate: The Winx Saga um keine direkte Adaption handelt. Zwar tauchen die meisten Figuren der Zeichentrickvariante hier auf, sie sind aber kaum wiederzuerkennen. Die Feenflügel sind verschwunden, ebenso die knalligen Farben der Kostüme, die durch reguläre Kleidung ausgetauscht wurden. Und auch bei den Figuren selbst wurde einiges geändert, was im Vorfeld einen größeren Shitstorm ausgelöst hat, wenn aus asiatischen und lateinamerikanischen Charakteren auf einmal wieder Weiße werden. Die größte Veränderung ist aber die, dass hiermit eine andere Zielgruppe angesprochen wird. War das Original für jüngere Mädchen konzipiert worden, ist das hier für ein älteres, nicht zwangsläufig weibliches Publikum gedacht.

Feen sind auch nur Menschen

Tatsächlich erinnert Fate: The Winx Saga mehr an die vielen anderen Fantasy-Jugendserien, die Netflix in den letzten Jahren veröffentlicht hat, etwa The Order oder Sterbliche. Das bedeutet, dass es hier recht viel Teenie-Drama gibt, das sich um familiäre Probleme, Liebeskummer oder Fragen der Identität dreht. Das ist dann nicht neu oder originell, soll es auch gar nicht sein, Vielmehr setzte man hier auf maximale Identifikationsmöglichkeit des Publikums. Das bedeutete nicht nur, dessen Alltag zu zeigen und mit Fantasyelementen aufzupeppen. Die Schüler und Schülerinnen dürfen zudem ganz gewöhnliche Frat Partys feiern, ausgiebig über Sex reden und zwischendurch an ihren Smartphones kleben. Vor allem Letzteres irritiert immer mal wieder, weil das irgendwie so gar nicht in die von Magie bestimmte Welt passen will.

Schade ist zudem, dass sich die Serie nicht wirklich die Zeit nimmt, um Konflikte auch mal auszutragen oder angesprochene Themen zu vertiefen. Mit sechs Folgen à rund 45 Minuten ist die erste Staffel schon recht prall gefüllt. Wo andere Netflix-Produktionen gerne mal das eigene Haltbarkeitsdatum ignorieren und alles zu sehr in die Länge ziehen, wäre hier mehr Entfaltungsspielraum gut gewesen. Beispielsweise gibt es kaum die Gelegenheit, die Welt und ihre Verbindung zu den Menschen kennenzulernen. Einige Figuren werden zudem nur über ihre Fähigkeiten definiert, was nennenswerte Entwicklungen verhindert. Auch wenn die Welt eine magische ist, der zwischenmenschliche Aspekt hätte gern etwas runder ausfallen dürfen, anstatt im Schweinsgalopp alles durchpeitschen zu wollen. Selbst das große Finale wurde etwas lieblos zusammengekürzt.

Traue niemandem!

Dennoch ist Fate: The Winx Saga in diesem überlaufenen Feld eine der interessanteren Produktionen. Die Spezialeffekte sind ordentlich, das Setting ansehnlich. Zudem gibt es hier einen beträchtlichen Mystery-Faktor, wenn sich um die Schule jede Menge Geheimnisse ranken. Dass das auf das übliche Auserwählten-Klischee hinausläuft, wenn Bloom nicht einfach „nur“ eine Heldin sein darf, ist natürlich schon irgendwie langweilig. Bei den vielen Intrigen, die an der Schule gesponnen werden, man lange nicht weiß, wer da eigentlich mit wem zusammenarbeitet, fällt das aber nicht so störend auf. Da zudem die eine oder andere Frage offenbleibt und zum Schluss der ersten Staffel noch eine weitere Eskalation in Aussicht gestellt wird, kann die Zielgruppe hier auf jeden Fall mal reinschalten und weitere Abenteuer hoffen, selbst wenn diese nur bedingt mit dem Vorbild zu tun haben.

Credits

OT: „Fate: The Winx Saga“
Land: USA, UK, Irland
Jahr: 2021
Regie: Lisa James Larsson, Hannah Quinn, Stephen Woolfenden
Drehbuch: Brian Young, Speed Weed, Victoria Bata, Niceole R. Levy
Idee: Brian Young
Musik: Anne Nikitin
Kamera: Tim Fleming, Baz Irvine, Frida Wendel
Besetzung: Abigail Cowen, Hannah van der Westhuysen, Precious Mustapha, Eliot Salt, Elisha Applebaum, Danny Griffin, Sadie Soverall, Freddie Thorp, Eva Birthistle, Robert James-Collier, Eve Best

Bilder

Trailer

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Fate: The Winx Saga – Staffel 1
„Fate: The Winx Saga“ nimmt die beliebte Zeichentrickserie und macht daraus ein düsteres Fantasy-Jugenddrama. Teile davon sind ziemlich austauschbar, zumal man sich nicht die Zeit nahm, um diverse Konflikte und Elemente auszuarbeiten. Insgesamt ist das aber schon ordentlich umgesetzt und macht mit zahlreichen Geheimnissen und Intrigen neugierig darauf, wohin die Reise gehen wird.
6von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

7 Responses

  1. Ulrike

    Fate: The Winx Saga finde ich eine mega spannende und mitreißende Serie. Ich habe sie von Folge 1 an geliebt. Ich habe selbst die Zeichentrickserie geliebt. Und auch wenn sie nicht wie die Zeichentrickserie ist, ist sie trotzdem auch wenn einigen da vielleicht etwas fehlt oder sie nicht so ist wie sich einige das vorgestellt haben sehr gut gelungen und ich würde es verdammt schade finden wenn es davon keine weitere Staffel oder weitere Staffel geben würde. PRO weitere Staffeln!!!

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  2. Katharina Moschinger

    Ich war von Anfang an neugierig, wie Netflix die Winx Saga umsetzen wird und ich war begeistert. Durch die düstere Darstellung erhält die Serie ihren ganz eigenen Charakter und kann sehr gut abseits von der Comic-Verfilmung betrachtet werden. So richtig wird nie klar, wer jetzt böse ist und wer nicht, aber dadurch wird die Serie nur noch interessanter, da auch in der realen Welt das schwer zu definieren ist. Zu der Kritik das Flora nicht anwesend ist, es muss nicht immer alles dem Comic folgen… warum auch? Ich freue mich auf eine 2. Staffel!!! PRO weitere Staffeln!!!

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  3. Joey

    Ich war früher ein großer Fan der Zeichentrickserie und habe mich wirklich auf eine, mehr an ein erwachsenes Publikum gerichtete Adaption gefreut. Leider muss ich sagen, dass die Serie meinen hohen Erwartungen nicht gerecht werden konnte.
    Wenn Flora auf einmal nur eine Cousine einer „Terra“ ist und Tecna gleich ganz weg gelassen wird, bringt es nur noch halb so viel Spaß sich das ganze, als großer Fan der Zeichentrickserie, anzusehen. Ich verstehe nicht, wieso man Charaktere weglassen und gegen andere austauschen musste. Zudem finde ich Bloom als Charakter unheimlich anstrengend und fast schon nervig und was ich ebenfalls sehr schade finde ist, dass man Musa nicht wie im „Original“ mit einer asiatisch-stämmigen Schauspielerin dargestellt hat. Es sind zwar Kleinigkeiten, die allerdings alten Fans der Serie sofort auffallen und es sind zudem Dinge, die nicht hätten sein müssen. Sehr schade.

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  4. Nic

    Ich finde die Serie gut auch wenn die Hauptdarstellerin in der Serie stark an KathrineMcNamara aus Shadow Hunter angelehnt ist. Auch das düstere gefällt ir gar nicht schlecht. Bin gespannt ob es weitere staffeln gibt.

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  5. Franzi

    Also ich muss ehrlich sagen, mir gefällt die Netflix serie von Fate: the Winx Saga. Gut, Flora und Tecna fehlen….aber man kann schliesßlich nicht alles haben, oder?!
    Die Charaktere haben ihre eigene Persönlichkeiten und es muss doch nicht alles wie in den alten Zeichentrick ablaufen. Ich gucke immer noch gerne die alte Serie aber die neue finde ich auch super gut gemacht und ich freue mich auf weitere Staffeln!! Also PRO für weitere Staffeln!!!!

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  6. Lisa

    Um ehrlich zu sein hatte ich mir viel mehr erwartet und sie hätten bestimmt noch so viel mehr aus dieser Serie rausholen können. Natürlich ist die Serie nicht schlecht aber so richtig fesselnd fand ich leider auch nicht.

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  7. Matheo

    Ich bin zwar 15 aber ich habe winx gesuchtet es wahr für mich die serie die ich am liebsten geschaut habe und als ich dies serie von netflix gesehen habe wahr meine welt zerstört. Die serie ist das gegenteil von dem echten winx. Ich kann das sagen weil ich alles was es gibt von winx gesehen habe und ich bin wirklich enttäuscht.

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