Hypnotic Netflix
© Netflix/Eric Milner

Hypnotic

Inhalt / Kritik

Hypnotic Netflix
„Hypnotic“ // Deutschland-Start: 27. Oktober 2021 (Netflix)

Im Leben von Jenn (Kate Siegel) läuft es schon seit einer Weile nicht mehr besonders. Beruflich wie privat ist da einiges im Argen, sie findet einfach keinen Weg, wie sie das alles in Ordnung bringen kann. Nun soll es Dr. Collin Meade (Jason O’Mara) richten. Der hat sich auf das Gebiet Hypnose spezialisiert und verspricht ihr, dass sie auf diese Weise ihr Leben wieder in den Griff bekommen kann. Tatsächlich sind die Sitzungen mit ihm sehr intensiv und es gelingt ihm, ihr noch einmal völlig neue Möglichkeiten zu zeigen. Doch nach einer Weile kommen Jenn Zweifel, ob dies wirklich eine so gute Idee war. Sie macht zunehmend eigenartige Erfahrungen und klagt auch über seltsame Gedächtnislücken …

Streitfall Hypnose

Spiritueller Blödsinn oder tatsächliche Behandlung? Seitdem Franz Anton Mesmer im 18. Jahrhundert mit Magneten versuchte, Menschen in einen anderen Bewusstseinszustand zu versetzen, scheiden sich die Geister daran, ob an einer Hypnose etwas dran ist oder nicht. In bestimmten Zusammenhängen, etwa bei Angststörungen oder auch Suchtbekämpfung, wurde dabei schon eine Wirksamkeit nachgewiesen. Schwierig wird es jedoch bei der Form von Hypnose, die man vor allem aus Filmen und Zaubershows kennt: Ein Mensch hypnotisiert einen anderen und kann ihm nun beliebig befehlen, was er tun und lassen soll. Die Idee ist faszinierend, aber natürlich auch erschreckend. Wer will schon die Kontrolle über den eigenen Körper abgeben müssen?

Der Netflix-Film Hypnotic versucht nun, aus diesem Schrecken Kapital zu schlagen. Zu diesem Zweck wird das Publikum auf denselben Wissensstand wie die Protagonistin versetzt: Die Zuschauer und Zuschauerinnen sollen sich parallel zu Jenn fragen, was da gerade los ist. Wo andere Filme die Antwort vorgeben und einen Wissensvorsprung verschaffen, da darf man hier genauso ahnungslos sein wie die Hypnotisierte. Einem Krimi gleich geht es darum, Spuren nachzugehen und Rätsel zu lösen. Denn dass da irgendwas nicht stimmt, daran besteht kein Zweifel. Es dauert nicht lang, bis die ersten Ereignisse vorliegen, die auf finstere Hintergründe schließen lassen. Und sowas will schließlich aufgeklärt werden!

Langweilig bis lächerlich

Das Problem ist nur: Diese Spurensuche ist alles andere als spannend. Auch wenn die eine oder andere Frage zunächst ungeklärt ist, so dürfte es bei den Menschen vor den Bildschirmen kaum jemanden geben, der nicht weiß, was da gespielt wird. Hypnotic zögert das Unvermeidbare nur hinaus. Das alleine ist natürlich noch kein unlösbares Problem. Ein Film kann auch anderweitig Spannung erzeugen als mit Fragen nach dem „was“ und „warum“. Doch das ist der Punkt, an dem der Thriller dann endgültig versagt. Matt Angel und Suzanne Coote inszenieren ihre Geschichte im Stil der besagten Zaubershows, in denen die Leute dann auf einmal die unglaublichsten Sachen tun – gegen ihren Willen. Um überhaupt Spaß an der Chose zu haben, sollte man nichts gegen absurde Szenen, die sich selbst völlig ernst nehmen, einzuwenden haben.

Wenn denn wenigstens die Figuren in irgendeiner Form interessant wären. Doch die gehen einem höchstens auf die Nerven. Mal wieder müssen sich die Leute auf eine möglichst idiotische Weise verhalten, damit die Geschichte vorangeht, da man sich beim Drehbuchschreiben nicht anders zu verhelfen wusste – oder auch einfach keine Lust auf Arbeit hatte. Nicht einmal schauspielerisch ist das wirklich überzeugend. Hauptdarstellerin Kate Siegel, die man überwiegend aus den Titeln ihres Mannes Mike Flanagan kennt – etwa Midnight Mass oder Spuk in Hill House – schafft es nicht, aus diesem uninteressanten Konstrukt einen tatsächlichen Menschen zu machen. Wenn überhaupt ist Hypnotic noch als unfreiwillig komischer Quatsch unterhaltsam. Wer hingegen zu Halloween einen packenden Thriller sucht, der ist hier ganz falsch. Da bräuchte es schon einen richtig guten Hypnotiseur, um das gut zu finden.

Credits

OT: „Hypnotic“
Land: USA
Jahr: 2021
Regie: Matt Angel, Suzanne Coote
Drehbuch: Richard D’Ovidio
Musik: Nathan Matthew David
Kamera: John S. Bartley
Besetzung: Kate Siegel, Jason O’Mara, Dulé Hill, Lucie Guest, Jaime M. Callica

Bilder

Trailer

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In „Hypnotic“ will eine Frau ihr Leben in Ordnung bringen, indem sie sich hypnotisieren lässt. Stattdessen macht sie eigenartige Erfahrungen. Spannend ist das Ergebnis nicht, intelligent sowieso nicht. Dieser vermurkste, durch und durch lächerliche Thriller hat allenfalls aufgrund seiner unfreiwilligen Komik Unterhaltungswert.
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