„Game Over, Man!“, USA, 2018
Regie: Kyle Newacheck; Drehbuch: Anders Holm; Musik: Steve Jablonsky
Darsteller: Adam Devine, Anders Holm, Blake Anderson, Neal McDonough, Utkarsh Ambudkar

Game Over Man

„Game Over, Man!“ ist seit 23. März 2018 auf Netflix verfügbar

So nah und doch so fern. Jeden Tag kommen Alexxx (Adam Devine), Darren (Anders Holm) und Joel (Blake Anderson) als Angestellte eines Hotels mit dem Luxus dieser Welt in Berührung. Aber nur aus der Ferne: Sie sollen Zimmer putzen, nicht mit den Leuten sprechen. Doch dann ergibt sich die Chance, endlich ein bisschen mehr aus der Situation herauszuholen, als sie während einer sehr exklusiven Party den ebenso berühmten wie reichen Star Bae Awadi (Utkarsh Ambudkar) bedienen dürfen. Warum nicht gleich ihre geniale Geschäftsidee an den Mann bringen? Dabei haben sie die Rechnung aber ohne die Terroristen gemacht, die auftauchen und das Hotel als Geisel nehmen. Nun liegt es an der selbsternannten Dew Crew, die Sache wieder in Ordnung zu bringen, wenn ihr Traum vom großen Reichtum was werden soll.

Zuletzt war das mit den filmischen Eigenproduktionen von Netflix ja so eine Sache. Im gleichen Maße wie die Quantität zunahm, ließ die Qualität weiter nach. Manch einer soll inzwischen Netflix Original sogar als Schimpfwort verwenden. Doch selbst ungnädig aufgenommene Titel wie Mute oder The Outsider hatten doch immer etwas, das die Fehler zwar nicht völlig ausgleichen, doch aber zumindest abmildern konnte. Schöne Bilder zum Beispiel. Oder namhafte Schauspieler. Was aber passiert, wenn beides nicht vorkommt? Dann erhält man Game Over, Man! Einen Film, bei dem man sich tatsächlich wünschen würde, er wäre vorbei, viel früher, als er es am Ende ist.

Hi hi, er hat Sex gesagt!
Eigentlich ist schon der Anfang Grund genug, wieder auszuschalten und etwas Besseres mit seinem Leben anzufangen. Die Wand anstarren zum Beispiel. Wenn die drei anhand gefüllter Kondome, die in einem Hotelzimmer zurückgelassen wurden, über verschiedene Sexpraktiken schwadronieren, dann war das irgendwo im Kopf des Kreativteams vermutlich noch eine witzige Idee gewesen. Von dieser bleibt aber nicht viel übrig, als sie eben diesen Kopf verlässt. Und das gilt dann auch für die anderthalbstündige Misere, welche folgt: Das Team hinter der Serie Workaholics verwechselt mit einer bemerkenswerten Penetranz niedriges Niveau mit Humor.

Nicht dass Humor immer anspruchsvoll sein müsste. Gags unterhalb der Gürtellinie können durchaus funktionieren, wie diverse Beispiele von Seth Rogen und Evan Goldberg gezeigt haben, die auch Game Over, Man! produziert haben. Aber es sollte dann schon etwas dabei sein, das über die bloße Erwähnung des Worts „Penis“ hinausgeht. Und nein, den Penis anschließend zu zeigen, macht die Sache auch nicht komischer. Homophobe Witze, Bemerkungen über unrasierte Arschlöcher, peinliche Anmachsprüche – der Film ist ein einfältiges Ventil verklemmter Leute, für die Sex offensichtlich ein solches Tabuthema ist, dass automatisch alles, was damit zusammenhängt, irgendwie komisch sein muss. Das könnte man fast niedlich finden, wäre es nicht so schrecklich langweilig.

Ein gewalttätiger Griff ins Klo
Bemerkenswert an dem völlig überflüssigen Game Over, Man! sind allenfalls die diversen Gastauftritte vergessener Gesichter – darunter ein selbstironischer von dem einst so populären Sänger Shaggy – und die überraschend exzessive Gewalt. Der Film ist nicht einfach nur derbe Komödie, sondern auch eine Art Parodie auf Stirb langsam. Nur dass die Helden hier eben keine muskelbepackten Draufgänger sind, sondern inkompetente Nerds. Auch das kann komisch sein: Die britische Serie The Wrong Mans – Falsche Zeit, falscher Ort beispielsweise beweist, wie viel aus dem Prinzip „Nobodys retten die Welt“ herauszuholen ist. Aber auch hier versagt das amerikanische Pendant gnadenlos. Das Trio ist weder sympathisch noch interessant, die Geschichte bleibt ohne Ziel, es mangelt an einem Gespür für Timing oder dafür, wie lange ein Gag am Leben erhalten werden sollte. Selbst wenn es over the top werden soll, gibt es nur aufgewärmte Blödeleien aus der Mülltonne. Wenn Game Over, Man! dann wenigstens so schlecht wäre, dass es Trashpotenzial entwickeln würde. Aber noch nicht einmal den Gefallen tun uns die Jungs. Nicht alles, was schlecht ist, macht Spaß. Nicht alles, was man als Filmemacher drehen kann, sollte auch gedreht werden.

Game Over, Man!
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Game Over, Man!
Drei inkompetente Hotelangestellte müssen eine Schar von Terroristen aufhalten, das klingt erst einmal nicht schlecht. „Game Over, Man!“ ist jedoch schlecht, sehr schlecht sogar. Die Filmemacher halten die bloße Erwähnung von Sex bereits für lustig, die Protagonisten sind ebenso langweilig wie der Humor. Lediglich die Gastauftritte von Ex-Stars und die überraschend explizite Gewalt stechen aus der zelebrierten Belanglosigkeit hervor.
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