Wilde Babys Netflix
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Wilde Babys – Staffel 1

Wilde Babys Netflix
„Wilde Babys – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 5. Mai 2022 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Es gibt mittlerweile so viele Tierdokumentationen, dass neuere Vertreter dieses Genres es immer schwerer haben, wirklich aus der Masse herauszustechen. Zusätzlich haben viele der absoluten Topproduktionen die Messlatte so hoch gelegt, dass selbst überdurchschnittliche Werke kaum mithalten können und im direkten Vergleich nur verlieren können, obwohl sie für sich genommen immer noch sehr anschauenswert wären. Wilde Babys, die neueste Netflix-Tierdokuserie nach Das Tier und Unsere wunderbaren Nationalparks, fällt dieser Tatsache leider in mehrerlei Hinsicht zum Opfer.

Die Bilder in Wilde Babys sind kompetent vom Kamerateam eingefangen. Eine klitzekleine Schildkröte, die sich aus dem Sand emporwühlt, ein Babyseehund, der sich gegen einen Angreifer zur Wehr setzt – das ist alles schon ganz anschaubar. Die Bildqualität ist keinesfalls in irgendeiner Bedeutung des Wortes als schlecht zu kritisieren, dem verwöhnten Auge mag sie jedoch leider ein wenig unbefriedigend erscheinen. Die achte und letzte Episode hebt sich in diesem Aspekt allerdings ein wenig vom Rest ab. Das mag an der Umgebung liegen, wenn Grizzlybären oder Delfine gefilmt werden, welche eine gesättigtere Farbgebung erlaubt als das Gros der bisherigen Serie.

Viele Löwenjungen, wenig Wasser

Wilde Babys behandelt vor allem Landtiere, traut sich auch ein wenig in den Luftraum, bleibt Unterwassergebieten aber fast völlig fern; die bereits angesprochenen gezeigten Delfine gegen Ende bilden die Ausnahme. Namibia, Botswana, Sambia aber auch der Nordpol sind Schauplatz; vornehmlich scheint sich die Serie für Löwenjungen zu interessieren, welche in mehreren Folgen vorkommen. Abgesehen von den Delfinen traut sie sich zwar ab und zu ans Wasser – Seehunde, Schildkröten, Pinguine –, schreckt vorm Eintauchen aber zurück. Das könnte daran liegen, dass Unterwasseraufnahmen mit anderen Herausforderungen verbunden sind als Landaufnahmen, oder aber auch daran, dass diesbezüglich immer noch viele Fragen offen sind. So ist bis heute wenig bis gar nichts über das Paarungsverhalten oder die Geburtsstätten von Blauwalen bekannt, obwohl es sich um die größten Tiere in der Geschichte des Planeten handelt.

Erzählt wird Wilde Babys von Helena Bonham Carter, welche ihren Job ebenfalls kompetent erledigt. Das Skript ist jedoch ziemlich austauschbar, gibt keine sonderlich interessanten oder neuen Hintergrundinformationen, kommentiert eigentlich eher nur das Gezeigte. Es versucht auch nicht, das mit einer humorvollen Note auszugleichen oder sonst irgendetwas zu tun, um bemerkenswert zu sein. Was ist aber mit dem Thema selbst? Optik und Ton, das ist ja alles schön und gut, gerade in einem derart übersättigen Genre kann der Inhalt über einschalten oder skippen entscheiden. Leider muss auch hier gesagt werden, dass tierischer Nachwuchs nicht so selten Bestandteil von Tierdokumentationen ist, wie Wilde Babys das wohl gerne hätte. Fernsehfilme wie Wilde Tierkinder oder die Serie Tierkinder der Wildnis aus dem deutschsprachigen Raum, oder international die Serie Baby Animals in the Wild waren da ein bisschen schneller.

Credits

OT: „Wild Babies“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Sally Cryer, Gemma Brandt
Musik: James Dorman, Chris Roe
Kamera: Ralph Bower, Samantha Davies, Josh Forwood, Russell MacLaughlin, Warren Samuels, Filipe DeAndrade, Martin Dohrn, Tim Laman, Brian Moghari, Nick Ball, Benjamin Goertzen, Peter Hayns, Mike Holding, Ben Cherry, Miguel Willis, Sam Meyrick, Frederique Olivier, Darren West
Mitwirkende: Helena Bonham Carter

Trailer

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Wilde Babys – Staffel 1
Fazit
„Wilde Babys“ ist kompetent produziert, sticht aber in keiner Hinsicht aus der Masse der Tierdokumentationen heraus. Die Bilder sind ansprechend, können aber nicht mit den Topvertretern des Genres mithalten. Carter führt als Erzählerin routiniert durch die Serie, der Kommentar unterscheidet sich aber nicht groß von herkömmlichen Skripten. Selbst das Fokussieren auf tierischen Nachwuchs ist keine Neuheit. Gelegenheitszuschauer werden eher zu etwas anderem greifen wollen, während Genrefans hiermit immer noch eine gute Zeit haben werden.
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