Dark Water Honogurai mizu no soko kara
© Constantin Film

Dark Water

Dark Water Honogurai mizu no soko kara
„Dark Water“ // Deutschland-Start: 1. Juni 2004 (DVD)

Inhalt / Kritik

Für Yoshimi Matsubara (Hitomi Kuroki) ist es Zeit für einen Neuanfang. Schließlich hat die Scheidung ihr sehr zugesetzt, ebenso der Streit um das Sorgerecht für Tochter Ikuko (Rio Kanno). Und dann braucht sie auch noch dringend eine Arbeit, um eigenes Geld zu verdienen. Immerhin: Eine gemeinsame Wohnung hat sie jetzt gefunden, selbst wenn diese wenig vorzeigbar ist. Das Mietshaus am Rand von Tokio ist bereits ziemlich heruntergekommen, von der Decke tropft es andauernd. Es hat sich bereits ein beträchtlicher Wasserfleck gebildet. Mehrfach beklagt sie sich darüber beim Hausmeister, ohne Erfolg. Doch das ist bald ohnehin ihr geringstes Problem, da die alleinerziehende Mutter zunehmend eigenartige Erfahrungen macht. So sieht sie immer wieder ein kleines Mädchen (Mirei Oguchi) sowie eine rote Tasche, die wiederholt auftaucht, obwohl Yoshimi sie jedes Mal wegwirft …

Minimaler Horror aus Japan

Um die Jahrtausendwende herum waren Horrorfilme aus Japan ein echtes Phänomen, weltweit fanden die unter dem Label J-Horror verkauften Werke ein Millionenpublikum. Die Initialzündung für diesen kurzzeitigen Trend war Ring – Das Original über ein todbringendes Video. Aber auch Ju-on: The Grudge hatte viele Fans. Neben diesen beiden Platzhirschen gab es noch eine Reihe weiterer Titel, die im Fahrwasser auf den Markt kamen. Besonders große Hoffnungen setzte man dabei auf Dark Water. Schließlich führte hier Hideo Nakata Regie, die Vorlage war von Kōji Suzuki – das Dreamteam von Ring also. Wie die beiden obigen Titel gab es auch hiervon später ein US-Remake. Doch dieses kam kommerziell nicht einmal ansatzweise an die Neuverfilmungen der beiden anderen obigen Werke heran. Ein bisschen ist das hier auch inzwischen in Vergessenheit geraten.

Dabei hat der Film durchaus einiges zu bieten. Ganz weit oben auf der Liste steht das Setting. So macht das heruntergekommene Mietshaus schon ohne die übernatürliche Komponente viel Stimmung. Ein bisschen sieht das nach einem Lost Place aus. Allerdings einem, in dem tatsächlich noch Menschen leben. Ein solcher Schauplatz wird immer mal wieder in dem Genre genutzt, auch weil es erlaubt, nie sehr viele Menschen auf einmal zeigen zu müssen. Das ist unheimlich und auch etwas unwirklich. Wenn sich in Dark Water die Grenzen zwischen dem Realen und dem Fantastischen verschieben, funktioniert das sehr gut. Dabei ist der Film ein gutes Beispiel dafür, dass es gar nicht so wahnsinnig viel braucht für atmosphärischen Horror. Eine Tasche, die immer wieder auftaucht, obwohl sie gar nicht da sein dürfte, das kann schon reichen.

Unheilvoll-mysteriös

Insgesamt passiert dann auch nicht so wahnsinnig viel. Dark Water ist ein Film, der von seiner unheilvoll-mysteriösen Stimmung lebt, weniger von der Handlung. Zwar macht sich die Protagonistin auf die Suche nach Antworten, weshalb sie beginnt, das Haus zu erkunden. Und später wird es auch gefährlicher, wenn sowohl Yoshimi als auch ihre Tochter in brenzlige Situationen geraten. Dennoch, das ist hier in der Hinsicht nicht auf demselben Level wie die eingangs genannten J-Horror-Kollegen, wo ständig jemand stirbt oder zumindest sterben könnte. Man darf sich auch fragen, ob die zugrundeliegende Kurzgeschichte wirklich einen kompletten Spielfilm rechtfertigt, wenn zwischendurch die Geschichte kaum vorankommt.

Wer aber damit leben kann, dass das hier keine spektakuläre Geisterbahn ist, voll von Schockmomenten und Jump Scares, sondern eine an und für sich altmodische Geistergeschichte, findet hier einen durchaus noch sehenswerten Genrevertreter. Zumal Dark Water die besagte unwirkliche Stimmung mit Melancholie verbindet. Hier geht es ausnahmsweise mal nicht um irgendwelche Rachegeister oder von Boshaftigkeit gefüllte Wesen, sondern um Einsamkeit und die Sehnsucht nach Nähe. Das macht den Film auch heute noch sehenswert und trägt dazu bei, dass man hier ein wenig nostalgisch werden darf, dass von dem einstigen Trend so wenig geblieben ist.

Credits

OT: „Honogurai mizu no soko kara“
Land: Japan
Jahr: 2002
Regie: Hideo Nakata
Drehbuch: Yoshihiro Nakamura, Ken’ichi Suzuki, Hideo Nakata
Vorlage: Kōji Suzuki
Musik: Kenji Kawai, Shikao Suga
Kamera: Jun’ichirô Hayashi
Besetzung: Hitomi Kuroki, Rio Kanno, Asami Mizukawa, Fumiyo Kohinata, Mirei Oguchi, Isao Yatsu

Bilder

Trailer

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Dark Water
fazit
„Dark Water“ erzählt von einer alleinerziehenden Mutter, die in einem heruntergekommenen Mietshaus eigenartige Erfahrungen macht. Richtig viel passiert hier zwar nicht, kontinuierliche Hochspannung sollte man nicht erwarten. Sehenswert ist der Horrorfilm aber schon wegen seines stimmungsvollen Settings und der Melancholie.
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