
Durch seinen Beruf macht sich Oberstaatsanwalt Binz (Michael Rotschopf) notgedrungen eine Menge Feinde. Schließlich ist er maßgeblich dafür verantwortlich, dass Menschen im Gefängnis landen. Entsprechend schwierig ist es dann auch, die Tätersuche einzugrenzen, als ein Stein durch das Fenster seiner Wohnung fliegt und seine Tochter dabei verletzt wird. Denn da sind zu viele, die es auf ihn abgesehen haben könnten. Ina Zimmermann (Melanie Marschke) und Dirk Trebbe (Simon Böer) machen sich trotzdem auf die Suche nach möglichen Verdächtigen. Einer davon ist Mike Hendricks (Remo Schulze), mit dem Binz vorher eine kurze Affäre hatte. Doch der ist unauffindbar. Dabei drängt die Zeit, denn es bleibt nicht bei diesem einen Anschlag …
Ordentlicher Krimi
Drei Folgen wurden aus der 27. Staffel der beliebten ZDF-Krimiserie SOKO Leipzig bislang gesendet. Dabei bleibt diese ihrem Ruf treu, immer wieder besondere Einfälle zu haben, selbst wenn das Ergebnis nicht unbedingt immer gut ist. So wurde es letzte Woche in Heute sterbe ich nicht sehr tragisch, wenn ein Mann feiern will, dass er den Krebs besiegt hat, nur um dann ermordet zu werden. Davor handelte Letzte Umarmung von einem Mann, der erst seine Tochter und dann auch noch seine Frau verloren hat und deshalb zu einer tödlichen Verzweiflungstat bereit ist. Ganz und für immer, Folge Nummer vier der besagten Staffel, fängt da etwas traditioneller an. Zwar stirbt hier ausnahmsweise kein Mensch, wie man das aus Krimis gewohnt ist. Eine Art Whodunit ist das dennoch, wenn herausgefunden werden soll, wer den Stein geworfen hat.
Der Fall an sich ist dabei ganz ordentlich geworden, weil man es schafft, in die 45 Minuten, die jede Folge hat, einige Verdächtige und Wendungen einzubauen. Sicher, so wahnsinnig komplex wird das alles zwar nicht. Man hätte beispielsweise bei der Motivsuche mehr im Hinblick auf den Beruf machen können, wie es naheliegend gewesen wäre. SOKO Leipzig: Ganz und für immer konzentriert sich aber früh auf diese Affäre und will daraus alles ableiten, was nicht ganz nachzuvollziehen ist. Ein bisschen rätseln ist dennoch drin, weshalb Fans des Genres reinschauen können. Und das Motiv, welches am Ende geteilt wird, ist zwar simpel. Aber doch auf seine Weise glaubwürdig, man nimmt der Tatperson zumindest ab, warum sie was getan hat.
Irritierender Nebenstrang
Irritierend ist dafür ein Nebenstrang, der sich schon vor ein paar Folgen einmal angekündigt hatte, dann aber wieder ruhte. So hat sich Lorenz Rettig (Daniel Steiner) eine künstliche Intelligenz zugelegt, die als Gesprächspartner dient und seinem verstorbenen Kollegen Jan Maybach nachempfunden ist. Das ist auf der einen Seite zwar eine bemerkenswerte Form der Trauerverarbeitung, was in SOKO Leipzig: Ganz und für immer auch so angesprochen wird. Auf der anderen Seite wirkt es wie ein billiger Kniff, um Publikumsliebling Marco Girnth, der zuvor ein Vierteljahrhundert Teil der Serie war, doch noch einbauen zu können. Nächstes Mal geht es in Die Passion Christi um einen ermordeten Theaterregisseur.
OT: „SOKO Leipzig: Ganz und für immer“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Eline Gehring
Drehbuch: Ulf Tschauder
Musik: Philipp E. Kümpel, Andreas Moisa
Kamera: Julia Schlingmann
Besetzung: Melanie Marschke, Simon Böer, Daniel Steiner, Anna Stieblich, Michael Rotschopf, Naomi Michaela Douo, Marco Girnth, Knut Berger, Julius Forster, Remo Schulze
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)



