
Brian (Nicolas Cage) und Angela (Gina Gershon) sind ein glückliches Paar und Eltern einer kleinen Tochter. Wenn es nach ihnen ginge, bekäme diese demnächst ein Geschwisterchen. Doch die bisherigen Versuche endeten für die zwei nicht gut. Eines Tages machen sie die Bekanntschaft von Katie (Nicky Whelan), die selbst eine junge Tochter hat und ihre gewalttätige Vergangenheit hinter sich lassen möchte. Kurze Zeit später zieht sie bei ihnen ein, um sich als Nanny um das Kind des Paares zu kümmern. Das Verhältnis zwischen den dreien ist gut, sie schmieden sogar Pläne für die Zukunft. Doch immer wieder zeigt Katie ein eigenartiges Verhalten, welches insbesondere Angela misstrauisch macht …
Langweiliger Thriller
Dass das Thema Kinderkriegen ein sehr emotionales ist, steht außer Frage. Gerade ein unerfüllter Kinderwunsch kann eine wahnsinnige Belastung für Paare sein. In den letzten Jahren hat es daher auch zahlreiche Filme und Serien gegeben, die sich auf die eine oder andere Weise mit diesem Thema auseinandersetzen. Das naheliegendste Genre für eine solche Geschichte ist das Drama, wenn der Fokus auf den Figuren liegt, auf den Auswirkungen dieser Situation sowohl auf sie wie auch die Beziehung. Aber es ist durchaus auch möglich, einen Thriller aus dem Stoff zu machen. Zumindest war man bei Tödliches Verlangen der Ansicht, wo ein Paar sich danach sehnt, ein zweites Kind zu bekommen und nicht ahnt, was es damit auf sich nimmt.
Der beste Einfall des Films ist dabei noch der Originaltitel Inconceivable. Dieser bedeutet üblicherweise „unvorstellbar“, wenn also etwas ganz Außergewöhnliches geschieht. „To conceive“ kann sich aber auch darauf beziehen, ein Kind zu bekommen. Da ist also eine Doppeldeutigkeit, die sich darauf bezieht, dass das Paar nicht auf natürlichem Weg Nachwuchs bekommen kann. Beim deutschen Titel Tödliches Verlangen bleibt von dieser Doppeldeutigkeit nichts übrig. Das klingt eher nach einem generischen Erotikthriller. Auf der einen Seite ist das ziemlich langweilig. Auf der anderen passt es jedoch zu einem Film, der tatsächlich ziemlich langweilig ist und über weite Strecken nur wenig dafür tut, einem irgendwie in Erinnerung zu bleiben.
Nicht einmal Trash
Das fängt schon mit der Figurenkonstellation an. Ein glückliches Ehepaar, bei dem dann jemand einzieht und alles durcheinanderbringt? Das gab es inzwischen einfach schon zu oft, als dass man damit noch groß was bewegen könnte. Die Hand an der Wiege ist da eine naheliegende Referenz, in beiden Fällen ist die hinzukommende Person das Kindermädchen. Aber selbst wer den Film oder die anderen mit einer ähnlichen Grundsituation nicht kennen sollte, wird relativ schnell merken, dass da etwas mit Katie nicht stimmt. Von Anfang an macht Tödliches Verlangen das klar, versucht nicht einmal, das irgendwie zu verstecken. Man hätte ihr auch gleich ein Shirt mit der Aufschrift „Bin eine Psychopathin“ geben können, das wäre weniger aufdringlich gewesen. Es ist auch nicht so, als wäre die Enthüllung, wer sie ist und was sie will, irgendwie überraschend. Man merkt hier sehr schnell, worum es geht.
Spannend ist der Film daher nicht gerade. Vielmehr schwankt das Werk zwischen langweilig und lächerlich, wenn es mit der Zeit richtig bescheuert wird. Schauspielerisch ist das auch nicht unbedingt beglückend. Man hätte ja irgendwie meinen können, dass Nicolas Cage, eine der Koryphäen des Overacting, irgendwie sein besonderes Talent einbringen würde. Stattdessen ist er einfach nur da. Bei den anderen ist auch nichts zu holen, die Leinwandlegende Faye Dunaway, hier als Mutter von Cage zu sehen, war offensichtlich nur des Geldes wegen dabei. Insgesamt kann man daher getrost um Tödliches Verlangen einen Bogen machen. Der Thriller verpasst es völlig, aus dem Szenario etwas Packendes zu machen. Es reicht nicht einmal für einen Trash-Videoabend, bei dem man sich über ihn lustig machen könnte – denn dafür ist das zu öde.
OT: „Inconceivable“
Land: USA
Jahr: 2017
Regie: Jonathan Baker
Drehbuch: Chloe King
Musik: Kevin Kiner
Kamera: Brandon Cox
Besetzung: Gina Gershon, Nicolas Cage, Nicky Whelan, Faye Dunaway, Natalie Eva Marie
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