
Peter Parker (Tom Holland) ist schwer beschäftigt. Ständig ist er als sein Alter Ego Spider-Man unterwegs, um Kriminelle aufzuhalten und Leute in Gefahr zu retten. Doch privat sieht es bei ihm übel aus. Noch immer trauert er um seine Tante, für deren Tod er sich die Schuld gibt. Damit so etwas nicht noch einmal geschieht, hat er seiner Freundin Michelle „MJ“ Jones-Watson (Zendaya) und seinem besten Freund Ned Leeds (Jacob Batalon) die Erinnerungen an ihn geraubt. Wenn sie keinen Kontakt mehr haben, so die Idee, wären sie in Sicherheit. Doch so sehr Peter sie beschützen möchte, so sehr vermisst er die beiden. Richtig kompliziert wird es, als es immer wieder zu rätselhaften Überfällen auf das Department of Damage Control kommt und die Person dahinter selbst nicht zu fassen ist …
Wiedersehen mit bekannten Figuren
Viele Jahre waren es Fans gewohnt, dass Marvel mehrere Filme pro Jahr herausbringt, es also kontinuierlich Nachschub gab. Dieses Mal war die Wartezeit jedoch außergewöhnlich lang, seit einem Jahr kam nichts mehr, nach dem Reboot The Fantastic Four: First Steps war Sendepause. Dafür meldet sich die auf den bekannten Marvel Comics basierende Reihe mit einem echten Schwergewicht zurück: Spider-Man: Brand New Day ist der lang erwartete vierte Solo-Auftritt des von Tom Holland gespielten Spinnenmanns und Nachfolger des 2021 veröffentlichten Megahits Spider-Man: No Way Home. Die Erwartungen sind enorm, gerade auch in kommerzieller Hinsicht. Denn seit einer Weile schon sind solche Comic-Adaptionen nicht mehr die großen Geldbringer. Der Spinnenmann ist einer der wenigen Helden, bei dem tatsächlich noch enorme Einspielergebnisse möglich sind.
Dass der vierte Auftritt an den dritten wird anschließen können, ist ziemlich unwahrscheinlich. Schließlich wurde beim letzten Mal durch die Auftritte der beiden früheren Spider-Man-Darsteller sowie einiger Gegenspieler, die in den vorangegangenen Adaptionen aufgetreten waren, ein Fanservice-Overkill geschaffen. Ein Event, das sich so nicht wiederholen lässt. Das bedeutet aber nicht, dass man bei Spider-Man: Brand New Day auf bekannte Charaktere verzichten muss. So sind Punisher (Jon Bernthal), Bruce Banner (Mark Ruffalo) und Yelena Belova (Florence Pugh) alle wieder mit von der Partie, die zuvor in diversen Marvel-Filmen oder -Serien zu sehen waren. Außerdem wird eine weitere Figur eingeführt, die zu den ganz großen zählt, bislang im Marvel Cinematic Universe aber noch nicht vertreten war. Wer diese Figur ist, ist inzwischen zwar längst bekannt, wird im Film aber als große Enthüllung gespielt, weshalb man es nach Möglichkeit nicht im Vorfeld wissen sollte.
Unterhaltsamer Sommer-Blockbuster
Ansonsten halten sich die Überraschungen aber in Grenzen. Man ging beim neuesten Eintrag dieses Franchises kein einziges Risiko ein. Zwar wird mit Wendungen gearbeitet. Diese sind aber so sehr vorhersehbar, dass sie keine wirklichen Wendungen sind. Das Verhalten der Figuren folgt ebenfalls den bekannten Schemata. Die Dialoge lassen sich ohne größere Probleme mitsprechen, selbst beim ersten Anschauen, weil auch hier nichts versucht wurde. Das heißt nicht, dass Spider-Man: Brand New Day nichts zu sagen hat. Themen wie Einsamkeit, Diskriminierung und Trauer sind universell, da gibt es schon viel Identifikationsfläche. Aber so richtig in die Tiefe geht das nicht, man begnügt sich oft mit Schlagwörtern und Kalendersprüchen.
Aber es funktioniert. Der Film hat immer mal wieder emotionale Momente, wenn die Figuren mit Verlust und Traumata umgehen müssen. Andere Szenen sind komisch, vor allem der Punisher wird für diverse verbale Auseinandersetzungen und starke Kontraste genutzt. Dazu gibt es sehenswerte Actionszenen, wenn es der Protagonist mit den unterschiedlichsten Feinden zu tun bekommt. Zwar wird Spider-Man: Brand New Day dem eigenen Titel nicht wirklich gerecht, wenn es überwiegend Altbekanntes und Bewährtes gibt, man gleichzeitig zu viel in die Geschichte stopft und zu wenig daraus macht. Aber es ist doch ein unterhaltsamer Sommer-Blockbuster geworden, mit dem man ganz gut zweieinhalb Stunden vertreiben kann.
OT: „Spider-Man: Brand New Day“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Destin Daniel Cretton
Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers
Musik: Michael Giacchino
Kamera: Brett Pawlak
Besetzung: Tom Holland, Zendaya, Sadie Sink, Jacob Batalon, Jon Bernthal, Tramell Tillman, Michael Mando, Mark Ruffalo, Florence Pugh
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