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© Sergio Strizzi

Die Macht und ihr Preis

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„Die Macht und ihr Preis“ // Deutschland-Start: 28. Mai 1976 (Kino)

Inhalt / Kritik

Der Schock ist groß, als Staatsanwalt Varga (Charles Vanel) auf offener Straße erschossen wird. Wer könnte das nur getan haben und aus welchem Grund? Könnte das organisierte Verbrechen dahinterstecken? Inspektor Rogas (Lino Ventura) macht sich auf die Suche nach dem Täter, auch wenn konkrete Ansatzpunkte fehlen. Das ändert, als kurze Zeit später zwei Richter ermordet eben – mit derselben Waffe. Varga schließt daraus, dass hinter den Morden jemand steckt, der zu Unrecht verurteilt wurde und sich an diesen Menschen rächen möchte. Auf der Suche nach möglichen Verdächtigen wird er tatsächlich fündig und glaubt, den Mörder identifiziert zu haben. Doch der betreffende Mann ist untergetaucht, niemand weiß, wo er stecken könnte. Es existiert nicht einmal ein Foto von ihm …

Täuschender Eindruck

Manchmal sind die Dinge anders, als sie erscheinen. Das gilt bei Die Macht und ihr Preis gleich mehrfach, wenn es darum geht herauszufinden, wer eine Reihe von Morden begangen hat. Das anfängliche Szenario lässt dabei auf einen klassischen Whodunit schließen. So steht am Anfang der Geschichte der Fund einer Leiche, danach muss herausgefunden werden, wer den Mord begangen hat. Dazu werden Theorien aufgestellt, werden Ermittlungen angegangen. Zwischendurch müssen auch Leute befragt werden, die zwar nicht direkt das Verbrechen beobachtet haben, zumindest aber Informationen rund um diese haben könnten, weil sie Leute oder Wagen gesehen haben. Was man eben so braucht für einen Krimi klassischer Machart.

Man muss diese Gedankengänge nicht unbedingt nachvollziehen können. So kommt Varga relativ schnell auf die Idee, dass es sich um einen Racheakt eines Menschen handeln könnte, der zu Unrecht verurteilt wurde. Das kann man glauben, muss es aber nicht. Dass jemand, der zuvor ja unschuldig war, plötzlich ein eiskalter Mörder wird, der es gleich auf mehrere Leute abgesehen hat, das ist ein Sprung, den man nicht um jeden Preis mitmachen muss. Aber um Glaubwürdigkeit geht es in Die Macht und ihr Preis nicht, solche Erwartungen solle man nicht haben. Manche werden sich vielleicht auch daran stören, wie die Geschichte ausgeht. Zum einen bleiben dann doch ein paar Fragen offen, die Auflösung ist etwas nebulös. Zum anderen ist die Adaption des 1971 veröffentlichten Romans Der Zusammenhang von Leonardo Sciascia – im Original Il contesto – sehr düster.

Düstere Romanadaption

Dass dieser selbst seinen Roman als Parodie bezeichnete, wird beim Anschauen des Films nicht unbedingt verständlich. Zwar sind einige Punkte schon übertrieben. An einer Stelle lernen wir beispielsweise den Gerichtspräsidenten Richès (Max von Sydow) kennen, der eine sehr verquere Vorstellung von Gesetz und Gerechtigkeit vertritt und von dem man nicht genau sagen kann, ob das jetzt ein realer Mensch sein soll oder nicht. Ansonsten verzichtet Die Macht und ihr Preis aber auf jeglichen Humor. Während Wild Horse Nine, das aktuell von ähnlichen Verwicklungen erzählt, eine Reihe komischer Elemente hat, ist einem hier nicht zum Lachen zumute. Gerade das Ende ist schon sehr bitter geworden, wenn die übliche Befriedigung fehlt, die man von einem solchen Genrebeitrag erwartet. Manchmal macht es die Sache nicht besser, wenn man die Wahrheit über etwas erfährt.

Der Film steht dabei in der Tradition der Verschwörungsthriller, wie man sie in den 1970ern immer wieder zu sehen bekam. Was hier als kleiner persönlicher Rachefeldzug beginnt, wird zu einer ziemlich großen Geschichte über finstere Hintermänner, die aus den Schatten heraus die Fäden ziehen. Das ist durchaus spannend und zudem prominent besetzt. Vor allem die im Genrekino erfahrene Leinwandlegende Lino Ventura (Schieß, solange du kannst, Razzia in Paris) ist natürlich eine erstklassige Besetzung für einen solchen Film. Und auch die gelungene Atmosphäre trägt dazu bei, dass Die Macht und ihr Preis rund 50 Jahre nach Erscheinen noch immer sehenswert werden, was es umso bedauerlicher macht, dass der Thriller nie fürs Heimkino veröffentlicht wurde.

Credits

OT: „Cadaveri eccellenti“
Land: Frankreich, Italien
Jahr: 2026
Regie: Francesco Rosi
Drehbuch: Francesco Rosi, Tonino Guerra, Lino Jannuzzi
Vorlage: Leonardo Sciascia
Musik: Piero Piccioni
Kamera: Pasqualino De Santis
Besetzung: Lino Ventura, Renato Salvatori, Max von Sydow, Alain Cuny, Charles Vanel, Fernando Rey

Bilder

Trailer

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Die Macht und ihr Preis
fazit
In „Die Macht und ihr Preis“ versucht ein Polizist herauszufinden, wer einen Staatsanwalt und mehrere Richter ermordet haben. Der düstere Thriller gefällt auch 50 Jahre später durch die Besetzung und die Atmosphäre, wenn eine persönliche Geschichte immer größer wird. Viel Glaubwürdigkeit sollte man aber nicht erwarten.
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