Sharp Corner – Tödliche Obsession
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Sharp Corner – Tödliche Obsession

„Sharp Corner – Tödliche Obsession“ // Deutschland-Start: 22. Oktober 2026 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Die Freude ist groß bei Josh (Ben Foster) und Rachel (Cobie Smulders), als sie mit ihrem kleinen Sohn Max (William Kosovic) in das neue Haus in der Vorstadt ziehen, wo sie sich mehr Ruhe versprechen. Umso größer ist der Schock, als es direkt vor ihrem Haus zu einem tödlichen Autounfall kommt. Auch Tage später sind sie noch nicht über den Vorfall hinweg, vor allem Josh wurde davon tief getroffen. Und es wird nicht das letzte Mal bleiben, da ihr Haus an einer Kurve liegt, bei der es immer wieder zu gefährlichen Unfällen kommt. Josh ist sogar dabei, als ein Mann seinen Verletzungen erliegt. Überzeugt davon, dass er etwas tun muss, steigert er sich immer weiter in diese Geschichte hinein. Doch dabei vernachlässigt er seine Arbeit. Und auch in seiner Familie steht Ärger an, das Ehepaar entzweit immer weiter bei der Frage, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen …

Ein Psychodrama mit offenen Fragen

Einen Film zu machen, ist natürlich keine einfache Aufgabe. Manchmal ist es aber auch ebenso schwierig, den Film anschließend an ein Publikum zu verkaufen, weshalb es beim Marketing zu fragwürdigen Strategien kommen an. Forgotten Island ist ein aktuelles Beispiel: So wird der Animationsfilm als hektisches Abenteuer für Kinder verkauft, obwohl die Themen Erinnerungen und das Ende einer Freundschaft sehr erwachsen sind. Und auch bei Sharp Corner darf man sich fragen, was sich die Leute gedacht haben. Der deutsche Untertitel Tödliche Obsession weckt komplett falsche Erwartungen. Und auch wenn an verschiedensten Stellen behauptet wird, es handele sich hierbei um einen Thriller, passt das nicht. Mystery-Thriller ist sowieso völlig falsch. Stattdessen handelt es sich in erster Linie um ein Drama.

Das bedeutet nicht, dass man hier nicht auch etwas rätseln kann. So macht die Adaption der gleichnamigen Kurzgeschichte von Russell Wangersky nie ganz klar, warum Josh das alles so sehr aus der Bahn wirft. Denn er weiß es selbst nicht so genau. Seine Frau wiederum, die als Therapeutin eigentlich dafür prädestiniert wäre, ihm zu helfen, ist seltsam distanziert. So sieht sie zwar, dass er besessen ist, stellt aber nicht die notwendigen Fragen, sondern fokussiert sich völlig auf den Sohn. Das sind inhaltliche Leerstellen in Sharp Corner – Tödliche Obsession, mit denen man leben muss. Gleiches gilt für die Kurve an sich. Wenn es dort regelmäßig zu tödlichen Unfällen kommt, sollte man eigentlich erwarten, dass die Behörden irgendwann tätig werden, um weitere zu verhindern. Anscheinend nicht, man lässt das einfach laufen.

Kontrollsuche zwischen Schuld und Ohnmacht

Aber es geht hier eben auch nicht darum, ein realistisches Bild zu zeichnen. Vielmehr zeigt das Psychodrama auf, wie ein Mensch immer weiter die Kontrolle verliert und versucht, diese wiederzuerlangen. So ist einer der Stränge, wie Josh unbedingt lernen möchte, Leben zu retten, wohl aus einer Mischung aus Schuldgefühlen und Ohnmachtsgefühlen heraus. Die Tragik von Sharp Corner – Tödliche Obsession liegt nicht nur darin, wie da jemand an einer Situation kaputtgeht, sondern auch, wie er von seinem Umfeld im Stich gelassen wird. Das hängt sicherlich auch mit seiner passiven Art zusammen. Ein weiterer Strang erzählt von den Problemen bei der Arbeit, wo er von anderen übergangen wird, weil er alles mit sich machen lässt.

Das ist beim Zuschauen schon frustrierend. Das Psychodrama, das 2024 beim Toronto International Film Festival Weltpremiere hatte, macht es einem nicht gerade einfach. Aber es ist auch sehenswert bei diesen inneren Kämpfen zuzusehen, die zu manch verzweifelten Taten führen. Ben Foster (That’s Why the Lady Is a Champ) überzeugt dabei in der Rolle eines gebrochenen Mannes, der so von dem Gedanken besessen ist, anderen zu helfen, dass man sich fragt, ob es ihm wirklich um die anderen geht oder sich selbst. Spannend ist Sharp Corner – Tödliche Obsession schon, weil man wissen will, wie weit der aus dem Gleichgewicht geratene Protagonist noch gehen wird. Es wird auch düster, woraus sich dann wohl die Annahme ableitete, man könne das als Thriller bezeichnen. Aber es ist vor allem ein Film, der einen fast so sehr erschüttert wie der Unfall, mit dem das Unglück seinen Lauf nimmt.

Credits

OT: „Sharp Corner – Tödliche Obsession“
Land: Kanada
Jahr: 2024
Regie: Jason Buxton
Drehbuch: Jason Buxton
Vorlage: Russell Wangersky
Musik: Stephen McKeon
Kamera: Guy Godfree
Besetzung: Ben Foster, Cobie Smulders, William Kosovic

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Sharp Corner – Tödliche Obsession
fazit
„Sharp Corner – Tödliche Obsession“ handelt von einem Mann, der nach mehreren Unfällen anderer die Kontrolle über sein eigenes Leben verliert. Verkauft wird das als Thriller. Tatsächlich handelt es sich aber um ein erschütterndes Psychodrama, welches von einem starken Ben Foster getragen wird.
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