
Eva Schatz (ChrisTine Urspruch) ist es gewohnt, für ihre Mandanten und Mandantinnen wirklich alles zu geben und sie nach besten Möglichkeiten vor Gericht zu vertreten. Bei ihrem aktuellen Fall spielt aber auch ein großes Eigeninteresse eine Rolle, ist sie doch selbst die Beschuldigte. Vorgeworfen wird der Anwältin, dass sie beim Shoppen ein wertvolles Diamantcollier eingesteckt hat. Schatz ist außer sich. Wie kann jemand nur so etwas von ihr denken? Aber auch sie kann nicht erklären, wie das Schmuckstück in ihrer Handtasche gelandet ist. Und als wäre das nicht schon kompliziert genug, hat ausgerechnet die Staatsanwältin Dr. Elisabeth Reiter (Diana Amft) die Anklage übernommen – eine Frau, die Schatz noch aus Unizeiten kennt und zu der sie kein besonders gutes Verhältnis hat …
Die Suche nach der Wahrheit
Und weiter geht es bei Einspruch, Schatz!. Zwei Filme wurden in der aktuellen dritten Staffel der ARD-Komödienreihe bereits ausgestrahlt. Beim Auftakt Hundeliebe ging es um ein tierisch eigenwilliges Testament, bei dem der Hund der Verstorbenen großzügig versorgt wurde – sehr zum Ärger der menschlichen Familienmitglieder. Danach drehte sich Kindersegen um eine Mumfluencerin sowie ihren Sohn, der seine Mutter wegen der peinlichen Videos verklagt. Mit Kavaliersdelikt kommt nun die dritte von vier Folgen der besagten Staffel heraus. Diese bleibt dabei prinzipiell dem Konzert der Reihe treu und erzählt eine typische Geschichte, geht dabei aber auch in eine etwas andere Richtung, als man es von dieser Produktion gewohnt ist.
Der größte Unterschied ist diesmal sicherlich, dass die Protagonistin selbst beschuldigt wird, ein Verbrechen begangen zu haben. Dass sie tatsächlich schuldig ist, können wir ausschließen, dafür kennen wir sie schon gut genug. Dafür gibt es hier eine Art Whodunit-Faktor, wenn offen ist, was wirklich geschehen ist und wer hinter allem steckt. Normalerweise wird bei dieser Reihe darauf verzichtet, etwas aufklären zu müssen. Einspruch, Schatz!: Kavaliersdelikt will da schon ein wenig Spannung erzeugen, ohne dass daraus deshalb ein Krimi würde. Man hat es hier trotz allem primär mit einer Komödie zu tun, die das Publikum erheitern möchte, wenn es bei der Protagonistin und den anderen Figuren drunter und drüber geht.
Noch stärker bei den Figuren
Die Folge bleibt deshalb – das kennt man von der Reihe – eng an den Figuren dran. Diesmal fällt das sogar noch etwas stärker aus als bei den beiden vorangegangenen Filmen. Gab es bei denen durchaus noch gesellschaftliche Aspekte, wenn es um die Rehabilitation von Straffälligen und den Umgang mit sozialen Medien ging, fällt das dieses Mal weg. Einspruch, Schatz!: Kavaliersdelikt nutzt den konkreten Fall, um sich mit den zwischenmenschlichen Beziehungen zu befassen. Dazu gehört neben den üblichen rund um die neue Patchwork-Familie dieses Mal noch die mit der neuen Staatsanwältin, die eine alte Bekannte ist. Auch da gibt es am Anfang noch einiges zu klären, wenn die Frage im Raum steht, warum das so schwierig ist mit denen.
Das Ergebnis ist ganz okay geworden. Thematisch ist das ziemlich zwar alles etwas dünner geworden, es gibt dafür aber auch keinen Anlass zum Ärger. Positiv ist sogar, dass die Protagonistin einen Fehler zugeben muss, während sie sonst tendenziell immer als zu kompetent und unfehlbar dargestellt wird. Das ist hier besser gelöst, schafft mehr Identifikationsfläche. Vom Humor sollte man trotzdem nicht zu viel erwarten, Einspruch, Schatz!: Kavaliersdelikt ist da kein Fortschritt. Tatsächlich zu lachen gibt es hier nichts. Nächstes Mal geht es in Rosenkrieg um ein Paar, das sich scheiden lassen will, sich aber bei der Frage nach dem Unterhalt böse in die Haare kriegt.
OT: „Einspruch, Schatz!: Kavaliersdelikt“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Josh Broecker
Drehbuch: Torsten Lenkeit
Musik: Martina Eisenreich
Kamera: Christoph Iwanow
Besetzung: ChrisTine Urspruch, Wolfram Grandezka, Karmela Shako, Jochen Busse, Tatja Seibt, Lola Höller, Edgar Emil Garde, Maximilian Brunn, Stephan Grossmann, Sylta Fee Wegmann, Diana Amft, Lilly Barshy
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