Geister 2026
© 2026 bombero international GmbH & Co. KG / Rialto Film GmbH / Warner Bros. Entertainment GmbH

Geister (2026)

Geister 2026
„Geister“ // Deutschland-Start: 5. November 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Farasha (Mariam Dawoud) und Faris (Eren M. Güvercin) haben ihre Abiturprüfung erfolgreich bestanden. Gemeinsam mit dem restlichen Studiengang feiern sie auf dem Fernsehturm hoch oben über den Dächern von Hamburg. Es wird wild getanzt und getrunken. An der Bar begegnen sich Farasha und Faris zum ersten Mal. Beide bestellen ein Wasser, reden über ihren Notenschnitt, und viel wichtiger: Es funkt sofort zwischen den zwei Jugendlichen. Verträumt nimmt Faris sie und ihre betrunkenen Freunde mit, um sie spätnachts mit dem Auto nach Hause zu fahren. Doch aufgrund eines rasanten Manövers stürzt der Wagen in den Fluss. Farasha überlebt nicht. Faris nur knapp mit einem Filmriss. Die beiden Freunde konnte sich unter Wasser aus dem Auto befreien und den Fahrer in letzter Sekunde retten.

Faris erwacht im Krankenhaus und ist erschüttert darüber, dass er den Unfall verursacht hat. Ihn plagen Schuldgefühle. Er fühlt sich für den Tod von Farasha verantwortlich. Der Abend hätte der Beginn einer Liebesgeschichte sein können. Die Trauer und das schlechte Gewissen führen den jungen Mann zur Beerdigung von Farasha. Er wünscht ihrer hinterbliebenen Mutter und den fünf Schwestern sein Beileid, ohne sich als Fahrer zu verraten. Am Grab erscheinen zwei Geister: Farasha und ihr ebenfalls verstorbener Vater. Er teilt ihr mit, dass sie 40 Tage Zeit hat, mit den Lebenden in Kontakt zu treten. Daraufhin erscheint sie Nacht für Nacht in Faris Träumen. Langsam entwickelt sich eine zärtliche Liebesgeschichte zwischen dem Träumer und der Toten.

Eine Liebesgeschichte zwischen einem Träumer und einer Toten

Der neue Film von Fatih Akin beginnt wie ein Coming-of-Age-Film, der auf eine Tragödie hinausläuft. Doch anstatt zu einem „realistischen“ Drama über Trauer zu werden, nutzt Akin den Unfall als Ausgangslage, um eine Liebesgeschichte mit übernatürlichen Elementen zu erzählen. Das ist deshalb so faszinierend, weil Akin das nächtliche Hamburg als menschenleeren und geisterhaften Schauplatz inszeniert. Faris und Farasha spazieren über Autobahnen, durch Bahnstationen und Flughäfen – lauter Transiträume, wo niemand zuhause ist – und versinken ganz in ihrer Zweisamkeit. Ein wunderschönes, musikalisches Motiv begleitet das Paar auf den nächtlichen Spaziergängen.

Trotzdem bekommen die Figuren einen sozialrealistischen Hintergrund, was anfangs etwas gewollt wirkt, aber sich dann organisch in den Film einfügt: Die beiden erzählen sich gegenseitig ihre Geschichte. Farasha ist mit ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen. In Rückblenden sieht man ihre Fluchterfahrungen durch die Türkei. Faris ist wiederum ohne Vater von seiner Mutter großgezogen worden. Beide sprechen ein bisschen Türkisch. Es klingt wie die Fragmente einer Sprache der Liebe, wenn sie deutsch und türkisch miteinander vermischen. Ganz so harmonisch verläuft die Beziehung nicht. Denn kurz vor dem Ablauf der 40 Tage von Farashas Geistererscheinung versinkt Faris in Tagträume, bis er sich der Frage nach dem Verlust stellen muss.

Die Geister des Kinos

Der Film entwickelt sich in der zweiten Hälfte von einer traumwandlerischen Romanze zu einer gemeinschaftlichen Trauerbewältigung. Das Ganze funktioniert dank der sensiblen Regie von Fatih Akin und dem Drehbuch von Ruth Toma hervorragend. Auch den beiden Hauptdarsteller Mariam Dawoud und Eren M. Güvercin folgt man fasziniert durch die Höhen und Tiefen dieser abgründigen Beziehung, die sich irgendwo zwischen Leben und Tod befindet. Die Songs, die Filmmusik sowie die Kamera verleihen dem Film eine magische Qualität, während die soziale und politische Lage der Familien eher in den Hintergrund rückt.

Damit bewegt sich Akin ein wenig weg von seinem sozial-realistischen Stil und hin zu einer märchenhaften Handschrift, wie man sie von Tom Tykwer kennt. In seinem Film Der Krieger und die Kaiserin verursacht ein Verkehrsunfall ebenfalls eine Liebesgeschichte. Über allen schwebt Hitchcocks Meisterwerk Vertigo, in dem ein Mann eine Frau verliert, wiederfindet und sie wieder verliert. Das Traumatische – die endlosen Wiederholungen des Unfalls – steht auch im Zentrum von Fatih Akins Film Geister. Immer wieder kehrt Faris in seinen Träumen zur Unfallsnacht zurück. Die Visionen spielen sich aber nicht gleich ab, sondern variieren. Wer rettet hier wen? Am Ende sind die Geister des Kinos notwendig, um mit dem Tod klar zu kommen.

Credits

OT: „Geister“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Fatih Akin, Ruth Toma
Musik: Malakoff Kowalski
Kamera: Frank Griebe
Besetzung: Eren M. Güvercin, Mariam Dawoud, Lama Alhalabi, Carlotta von Falkenhayn, Gabriel-Winner Amorin, Anna Bederke, David Schütter

Bilder

Trailer

Filmfeste

San Sebastian 2026
Filmfest Hamburg 2026

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Geister (2026)
fazit
Zwei Jugendliche lernen sich auf der Abiturfeier kennen, aber der Junge verursacht einen Autounfall, bei dem das Mädchen ums Leben kommt. Als die Verstobene als Geist in den Träumen des Jungen erscheint, fangen die beiden an sich zu lieben. Fatih Akin schafft eine wunderbare Liebesgeschichte und verwebt sie in der zweiten Hälfte mit einer Geschichte rund um Trauerbewältigung. Das gelingt dank des Drehbuchs, Schauspiels, Kamera und Musik hervorragend, wobei der magisch-realistische Stil die soziale und politische Dimension der Figuren ein wenig in den Hintergrund drängt.
Leserwertung0 Bewertungen
0
8
von 10