Coyote vs. ACME erzählt, wie der aus den Looney Tunes bekannte Wile E. Coyote das mächtige Unternehmen ACME verklagt, nachdem unzählige Produkte derselben bei der Jagd auf den Roadrunner nicht den erwünschten Erfolg hatten, ihm sogar geschadet haben. Das ist eigentlich Wahnsinn, niemand hat je gegen diese Firma gewonnen. Ihm ist das aber egal, denn mit der Kanzlei an seiner Seite meint er, seinem Ziel endlich näherzukommen. Wir haben uns zum Kinostart am 17. September 2026 mit Will Forte und Lana Condor unterhalten, die in dem Film Angestellte der heruntergekommenen Kanzlei spielen. Natürlich wurde dabei auch das alles beherrschende Thema zur Aussprache gebracht, aber auch, wieso der Film für beide eine Art von Traumprojekt darstellt und inwiefern es möglich ist, bei einem Mix aus Real- und Animationsfilm zu improvisieren.
Coyote vs. Acme bewegt sich stark in der Tradition von Falsches Spiel mit Roger Rabbit? Wie ist es für euch, in solch einem Projekt mitzuspielen – geht für euch damit ein Traum in Erfüllung?
Lana Condor: Oh mein Gott, absolut! So was von (lacht). Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich jemals Teil eines unglaublichen Looney-Tunes-Films sein werde. Geschweige denn Teil von etwas, das so gut gemacht ist wie unser Film. Es war also ein wahr gewordener Traum. Und ich war so glücklich über den Anruf, dass ich den Job bekommen habe. Ich bin jedoch noch viel glücklicher darüber, dass der Film endlich herauskommt. Ich kann es kaum erwarten, dass ihn alle sehen. Ich bin wirklich aufgeregt.
Will Forte: Für mich war der Film eine reine Freude. Über eine lange Zeit kam es jedoch nicht in meinem Kopf an, was ich da überhaupt gemacht habe, bis ich die ersten Szenen gesehen hatte. Solch eine Art von Film zu drehen ist schon sehr speziell, da man manchmal mit einer Puppe, die meiste Zeit jedoch mit einem Tennisball spielt. Wenn man sich dann das erste Mal in einer Szene mit diesen ikonischen Figuren sieht, ist es schwer, nicht ziemlich emotional zu werden. Das war dann wirklich, wirklich aufregend.
Bestand nie die Angst, dass die Looney Tunes euch im Film die Show stehlen?
Will Forte: Das ist ja der Sinn der Sache (lacht). Wir sind einfach nur die Stichwortgeber und die Looney Tunes sind die Stars des Films. Das war uns allen von Anfang an klar.
Wie ist es, in einem Mix aus Real- und Animationsfilm mitzuspielen. Gibt es da auch die Freiheit, zu improvisieren, oder muss man sich da strikt ans Drehbuch halten?
Will Forte: Es gab sicherlich Bereiche, in denen wir ein bisschen herumspielen konnten. Das Drehbuch war jedoch so gut, dass man fast nicht viel improvisieren musste. Auch gab es Segmente, wo man sich aufgrund der Interaktion mit den animierten Charakteren klar an das Drehbuch halten musste. Vor allem, wenn die Szenen wichtig für den weiteren Handlungsverlauf waren bzw. dafür noch Animationen erstellt werden mussten. Auch bin ich jemand, der im Allgemeinen nicht viel improvisiert. Ganz anders als John Cena und sein Co-Star P. J. Byrne, die beide sehr gut darin sind und entsprechend auch viel improvisiert haben.
Als ihr das erste Mal das Drehbuch gelesen habt, was hat euch an der Story und an eurer Figur besonders gefallen?
Lana Condor: Das, was mir an meiner Rolle und der Geschichte am meisten gefallen hat, war, dass ich mich nach dem Lesen des Drehbuchs einfach gut gefühlt habe. Für mich war dies der ausschlaggebende Punkt, weil ich es einfach liebe, ein Teil von etwas zu sein, was dem Publikum ein gutes Gefühl, vielleicht sogar Hoffnung schenkt.
Ich liebe Filme, die bei den Zuschauern ein gutes und positives Gefühl hinterlassen. Ich hoffe, die Zuschauer werden von Coyote vs. Acme wirklich bewegt werden: Der Film hat eine sehr aufbauende Botschaft, dass, wenn man an etwas glaubt, dass man nie aufgeben sollte. Ich finde es sehr schön, bei solch einem Projekt, welches solch ein positives Mantra propagiert, dabei sein zu dürfen.
Will Forte: Für jemand wie mich, der mit den Looney Tunes aufgewachsen ist, war die Vorstellung sehr aufregend, mit eben jenen Figuren zu agieren. Hinzu kam, dass das Drehbuch an sich sehr gut geschrieben war: Es fängt den Ton der alten Looney Tunes-Cartoons nicht nur ein, sondern, es setzt ihn auch fort.
Die Geschichte ist so aufgebaut, dass alle Altersgruppen etwas damit anfangen können. Auf der einen Ebene bietet der Film etwas für die Kinder, auf der anderen etwas für die Erwachsenen. Damit hat sich damals auch meine größte Sorge zerschlagen, da ich zuerst dachte, dass trotz der Figuren ein Gerichtsdrama wohl zu trocken sein könnte. Ich meine, es gab zwei Möglichkeiten: Die Geschichte ist zu kindlich für die Erwachsenen und zu erwachsen für die Kinder. Oder die Geschichte findet die notwendige Balance und liefert einen Spaß für alle. Glücklicherweise ist zweite Möglichkeit eingetreten, weswegen mich das Drehbuch auch abgeholt hat. Ich denke, wir haben einen großartigen Film erschaffen, den sowohl die Kinder wie auch die Erwachsenen lieben werden. Der Film ist lustig, lebhaft und voller Überraschungen.
Lass uns zum Ende noch über die eine Situation sprechen. Wie war es für euch, als ihr die Nachricht erhalten habt, dass der Film nicht veröffentlicht werden soll, dass er für immer verschwinden wird?
Lana Condor: Es war schrecklich. Es war so schlimm. Oh mein Gott, es war so schrecklich. Ich habe von Will die schlechte Nachricht erhalten und ich kann mich noch daran erinnern, wie ich ungläubig das Telefon in der Hand hielt und es einfach nicht glauben konnte. Ich war vollständig verwirrt in einer Art und Weise, wie ich es noch nie empfunden habe. Ich durchlebte die ganze Bandbreite der Emotionen: Von Wut bis Traurigkeit – und auch der Frage, wieso wir das alles überhaupt gemacht haben? Ich habe eine sehr tiefe Enttäuschung empfunden, auch wegen der gesamten Crew, die so hart und für so viele Jahre hart an dem Film gearbeitet hat. Ich meine, die haben weitaus mehr Zeit und Kraft in den Film investiert, als Will und ich es gemacht haben.
Umso mehr war ich glücklich, als es zu dem Wunder kam, dass die Fans sich für den Film eingesetzt haben. Und dass Ketchup Entertainment sich die Rechte an dem Film gesichert hat, um ihn in die Kinos zu bringen. Wir alle sind so dankbar dafür – wir können es kaum in Worte fassen.
Will Forte: Es war ein Ausmaß an Frustration, Verwirrung und Wut, welche ich so noch nie erlebt habe. Wir alle mussten was aufgeben, in was wir so viel Energie und Emotionen investiert haben. Jedoch musste ich auch verstehen, dass ich mit jenen Gefühlen nicht weiterleben konnte – zumindest nicht auf solch einem Level. So etwas hätte mir auf lange Sicht sowohl geistig wie auch körperlich nur geschadet, weswegen ich loslassen musste. Gar nicht so einfach, weil ich sah, was wir erschaffen hatten und was wir nie jemandem zeigen durften. Als dann aus dem Nichts Ketchup Entertainment auftauchte und den Film rettete, war dies eine Art von Euphorie, wie ich sie so zuvor noch nie erlebt hatte.
Meine Mutter sagt immer, dass nichts ohne Grund passiert. Ich denke, es musste alles so passieren, wie es passiert ist. Nichtsdestotrotz war es eine Achterbahn der Gefühle, die ich so nicht nochmals erleben möchte. Ich hoffe, dass der Film aufgrund der Situation und der ganzen Presse ein noch größeres Publikum finden wird. Dann hätte das Ganze zumindest etwas Gutes: Der Film hat es verdient, gesehen zu werden.
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