
Auf den ersten Blick wirkt David wie ein ganz normaler Junge, der sich um die Schafe seines Vaters kümmert und diese sogar vor einem Löwen schützt. Das ändert sich, als ein Prophet ihm voraussagt, dass er dazu vorbestimmt ist, der König von Israel zu werden. David schenkt dem Ganzen natürlich keinen Glauben, hält sich selbst für den Falschen. Denn eigentlich möchte er musizieren, etwa für König Saul. Doch er findet auch eine Gelegenheit, seinen Mut und seinen Einfallsreichtum zu demonstrieren. Denn als die Philister das Königreich erobern wollen und zu dem Zweck den Riesen Goliath loslassen, ist es der Junge, der sich nur mit einer Steinschleuder bewaffnet dem Unhold in den Weg stellt …
Animationsfilm nach der Bibelgeschichte
Filme, die auf der Bibel und den darin enthaltenen Geschichten basieren, hat es natürlich schon immer gegeben. So entstanden während der Hochphase der Monumentalfilme Werke wie Die zehn Gebote oder Die Bibel. Aktuell sind es jedoch weniger solche kolossalen Realfilme, die sich der historischen Stoffe annehmen, sondern Animationsfilme. Johannes und das Licht der Welt etwa erzählte aus der Sicht des jungen Apostels Johannes von der Ankunft von Jesus. Auch bei Der König der Könige ging es um den Sohn Gottes, diesmal basierend auf einem Werk von Charles Dickens. Mit David kommt nun ein weiterer biblischer Animationsfilm zu uns, nachdem dieser im Ausland bereits erstaunlich gelaufen ist, wohl in der Hoffnung, auch in Deutschland ein Publikum zu finden.
Ob das gelingen wird, bleibt abzuwarten. Zumindest hat man aber versucht, hiermit eine größere Masse anzusprechen. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht die Geschichte von Jesus, sondern die eines anderen Jungen, der zu Großem auserkoren wurde. Den Namen dürften die meisten sogar kennen: Die Konfrontation des mit einer Steinschleuder bewaffneten David und des Riesen Goliath ist so sehr Allgemeingut geworden, dass die Konstellation weit über die Grenzen Gläubiger hinaus vertraut ist. Der Film lässt es sich dann natürlich auch nicht nehmen, diesen legendären Kampf in Szene zu setzen. Er ist jedoch nur eine Passage unter vielen, wenn wir dem Lebensweg des Protagonisten folgen vom einfachen Schäferjungen hin zu einem jungen Mann, der zu einer Inspiration für andere wird.
Zwischen Missionierung und Unterhaltung
Der Film hält dabei die Balance zwischen verschiedenen Elementen. Auf der einen Seite hat er schon eine missionarische Ausrichtung, wie die meisten dieser Werke. Das Schicksal von David soll vor Augen führen, wozu einen der Glaube an Gott befähigt. So nimmt er es ganz allein mit übermächtigen Feinden auf, obwohl er eigentlich kein Held ist, kein muskelbepackter Supermann. Zudem ist er auch von einer bemerkenswerten Demut und Bescheidenheit, was wohl ebenfalls eine gute Voraussetzung ist, um König zu werden. Die Aussage von David ist daher kaum zu übersehen: Ordne dich Gott unter und vertraue auf ihn, dann kannst du alles im Leben erreichen. Mit einer derartig demonstrierten Religiosität darf man natürlich keine Probleme haben, sonst kann das hier schnell nervig werden.
Wobei man durchaus darum bemüht ist, diesen Part mit Unterhaltung zu kombinieren. Das bedeutet zum einen, dass es immer mal wieder zu Actionszenen kommt, wenn der Protagonist oder auch andere in den Kampf ziehen. Und dann sind da noch die diversen Musical-Nummern, mit denen man wohl Disney-Vorbildern nacheifern will. Das ist dann zwar nicht ganz so eingängig wie einige der großen Songs des Mäuseimperium. Aber es funktioniert insgesamt schon, da gibt es in dem Segment deutlich Schlimmeres. Visuell ist David auch durchaus vorzeigbar. Klar, mit den Giganten der Animationsindustrie kann man es nicht aufnehmen. Es ist auch nicht so, dass man hier stilistisch sehr ambitioniert vorgehen würde. Aber es ist alles sauber umgesetzt, die Hintergründe gefallen. Das Ergebnis ist ein durchaus passables Werk, mehr aber nicht.
OT: „David“
Land: Südafrika, USA
Jahr: 2025
Regie: Brent Dawes, Phil Cunningham
Drehbuch: Brent Dawes, Kyle Portbury, Sam Wilson
Musik: Joseph Trapanese
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