Finding Emily
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Finding Emily

Finding Emily
„Finding Emily“ // Deutschland-Start: 10. September 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Auf einer Clubparty in Manchester verguckt sich Owen (Spike Fearn) in eine junge Frau. Sie heißt Emily und studiert an der Uni. Als sie mit ihrer Freundin weiterzieht, tippt sie ihm auf der Straße auf seine Bitte hin noch schnell ihre Telefonnummer ins Handy. Doch als Owen sie kontaktieren will, merkt er, dass sie wohl eine Ziffer ausgelassen hat. Der verliebte Musiker, der als Tontechniker jobbt, fragt sich an der Uni mit windigen Notlügen durch und macht tatsächlich eine Emily (Angourie Rice) ausfindig – aber es ist die falsche. Die Psychologiestudentin bietet Owen ihre Hilfe an, um die Frau seiner Träume zu finden, verschweigt ihm aber ihre wahre Absicht. Sie benötigt für ihre Abschlussarbeit eine Fallstudie, mit der sie aufzeigen will, dass sich romantisch Verliebte irrational und selbstschädigend verhalten.

Welche ist die Richtige?

Romantische Komödien, in denen die Funken sprühen oder wenigstens die Witze zünden, sind bekanntlich hohe Kunst und entsprechend dünn gesät. Das Spielfilmdebüt der britischen Regisseurin Alicia MacDonald lässt jedoch Gutes erwarten, weil sich unter den Produzenten bekannte Namen wie Eric Fellner und Tim Bevan finden. Diese haben schon Kinohits wie Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück oder Notting Hill hervorgebracht. Nun scheinen sie erneut richtig zu liegen, denn die im englischen Manchester angesiedelte Geschichte nach dem Drehbuch von Rachel Hirons wirkt erfrischend originell. Sie kreist fröhlich um den Sigmund Freud zugesprochenen Satz: „Liebe ist ein Zustand vorübergehender Psychose.“

Eigentlich dürfte die Psychologiestudentin Owen nicht beeinflussen oder ihm gar dabei helfen, seine Emily zu finden. Aber da sie nun einmal unter Druck steht, ihre Arbeit auch gut hinzukriegen, sieht sie das nicht so eng. So bekommt Owen recht bald eine Liste mit den Mail-Adressen aller 318 Emilys an der Uni. Leider hat der junge Mann noch nie etwas von BCC gehört und verschickt eine Sammelmail an alle Emilys, die nun auch untereinander ihre Adressen einsehen können. Nun wird er an der Uni zum Tagesgespräch, die Emilys lästern über ihn, eine militante Gruppe demonstriert gar wegen Datenmissbrauchs und Stalkings. Ob Owen nur ein harmlos-weltfremder Romantiker oder doch ein übler Kerl ist, der einer Frau nach Gutdünken nachstellt, soll er selbst in einem live gestreamten Interview beweisen. Die Komödie zeigt auf diese Weise, wie sehr sich die Lesarten des Romantischen geändert haben. Was früher als  verliebtes männliches Verhalten noch Sympathien geerntet hätte, gilt heute als übergriffig. Owen muss sich sagen lassen, dass die gesuchte Emily wohl bewusst eine falsche Nummer angegeben hat und nicht gefunden werden will.

Bekannt wie ein bunter Hund

Weil Owen gut singen kann und im Livestream seiner Emily ein Lied vorgespielt hat, gewinnt er auch ein paar Anhänger*innen. Für Komik sorgt über weite Strecken, wie die Studierenden über ihn debattieren, während der junge Mann aus eher bildungsfernem Milieu von einem Fettnäpfchen ins nächste tappt. Owen kennt die sozialen Codes nicht, er will einem Studenten zur Begrüßung tatsächlich die Hand geben, statt abzuklatschen. Spike Fearn ist eine Wucht in der Rolle des romantischen Glücksritters, dem es über kurz oder lang ziemlich wurscht ist, wie er ankommt und was die anderen über ihn denken. Er kann es ja offenbar sowieso nicht richtig machen. Owen läuft mit der Miene eines Underdogs, der lieber mit den Achseln zuckt als Trübsal zu blasen, durch die Gegend. Dabei wirkt er als Typ zeitlos wie einer der Pop-Rebellen oder Boygroup-Darlings, die Englands Kultur seit Jahrzehnten immer wieder hervorbringt.

Vor lauter Pleiten, Pech und Pannen gerät die sich anbahnende Romanze zwischen Owen und der zweiten Emily fast ein wenig in den Hintergrund. Angourie Rice aber besitzt Charme als vermeintliche Verbündete, der Owen alles anvertraut und die natürlich ihr schlechtes Gewissen plagt. Weil sie beide ein unschuldiges Herz und eine gute Portion Naivität haben, stimmt zwischen den beiden auch die Chemie. Aber wie kommt die arme Emily aus der Nummer wieder heraus, ohne die Romantik so gründlich zu vernichten, wie sie es mit ihrer Studie ja auch vorhatte? Diese flotte, beschwingte Komödie verspricht jede Menge Kinospaß.

Credits

OT: „Finding Emily“
Land: UK, USA
Jahr: 2026
Regie: Alicia MacDonald
Drehbuch: Rachel Hirons
Musik: Morgan Kibby
Kamera: Rachel Clark
Besetzung: Spike Fearn, Angourie Rice, Minnie Driver, Nadia Parkes, Kat Ronney, Cora Kirk, Jack Riddiford, Anthony J. Abraham, Julia Rogers, Timothy Innes

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Finding Emily
fazit
Weil er die Emily wiedersehen will, in die er sich in einem Club verliebt hat, schreibt der Held dieser romantischen Komödie über 300 Emilys an der Uni Manchester eine Mail. Nun gilt er als Stalker und ahnt nicht, dass er einer Psychologiestudentin als Fallstudie für ihre Abschlussarbeit dient. Mit einem hervorragenden Spike Fearn in der Hauptrolle, pfiffigen, zeitgemäßen Ideen und rauem britischem Charme trifft der Film der Regisseurin Alicia MacDonald und der Drehbuchautorin Rachel Hirons ins Schwarze.
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