
Seit vielen Jahren schon versucht Wile E. Coyote, den Road Runner zu schnappen. Doch vergeblich, was auch immer er tut, welches Mittel er auch anwendet, da will einfach nichts klappen. Bislang war er davon ausgegangen, dass er einfach Pech hat, wenn im entscheidenden Moment die Utensilien versagen. Doch dann sieht er die Fernsehwerbung einer Kanzlei, in der von fehlerhaften Cartoon-Produkten der Firma ACME die Rede ist. Denn auf eben solche Fälle ist die Kanzlei spezialisiert. Wile E. Coyote sieht darin eine Möglichkeit für Wiedergutmachung, will sich vor Gericht vertreten lassen. Kevin Avery (Will Forte) übernimmt den Fall und wird dabei von seiner Nichte Paige (Lana Condor) unterstützt, die als Praktikantin in der Kanzlei arbeitet. Doch die Geschichte wird immer größer, und mit dem Firmenanwalt Buddy Crane (John Cena), einem früheren Kommilitonen von Kevin, hat das Trio einen skrupellosen Feind …
Eine der besten Komödien des Jahres
Bei manchen Filmen kommt man einfach nicht drumherum, über die Entstehungsgeschichte zu sprechen. Coyote vs. ACME ist einer dieser Filme. Ursprünglich hätte die Komödie bereits 2023 in die Kinos kommen sollen, wurde dann aber von Warner Bros. aus dem Programm genommen, obwohl er fertiggestellt war. Lieber wollte man daraus ein Abschreibungsprojekt machen. Der Aufschrei war groß, zahlreiche Leute setzten sich dafür ein, dass der Film anderweitig veröffentlicht werden darf. Am Ende ging der Plan auf, Ketchup Entertainment erhielt den Zuschlag. Jener US-Verleih also, der zuvor schon Ein klebriges Abenteuer: Daffy Duck und Schweinchen Dick retten den Planeten gerettet hatte, ein weiterer Looney Tunes Film von Warner Bros. Zum Glück. Denn das Ergebnis gehört zweifelsfrei zu den besten Komödien des aktuellen Kinojahres und hat sein Happy End mehr als verdient.
Anders als der obige Kollege ist Coyote vs. ACME kein reiner Animationsfilm, sondern ein Mix aus Animation und Live Action, wie man das seinerzeit auch in Space Jam umgesetzt hatte. Bei dem neuen Werk ist diese Entscheidung jedoch keine rein stilistische Entscheidung, die meisten dieser gemischten Filme hätten auch als reine Animationsfilme funktioniert. Hier hingegen geht es explizit um Konflikte zwischen Cartoon-Wesen und der realen Welt. Wie genau das funktioniert, dass Menschen animierte Objekte herstellen, wird zwar nie erklärt. Aber das ist auch nebensächlich. Vielmehr geht es um das Verhältnis zwischen den Menschen und den Comicfiguren. Während manche Letzteren mit Respekt begegnen, darunter eben die beiden menschlichen Hauptfiguren, sehen andere sie als niedere Wesen an, mit denen man machen kann, was man will. Es fällt nicht sonderlich schwer, darin einen Kommentar zu Rassismus oder anderen Diskriminierungen zu sehen.
Absurder Humor trifft Mystery
Wobei Coyote vs. ACME kein moralinsaurer Belehrungsfilm ist. Das Plädoyer ist vielmehr organisch in eine Komödie eingebettet, die in erster Linie Spaß machen will. Und das tut sie. Die auf einem humoristischen Zeitungsartikel basierende Geschichte ist natürlich völlig absurd. Aber das macht auch ihren Charme aus, wenn zwei Welten aufeinanderprallen und eigentlich nichts zusammenpasst. Es gelingt Regisseur Dave Green (Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows) sehr gut, den Humor der damaligen Cartoons einzufangen und in eine neue Optik zu überführen. Dieser basiert oft auf visuellen Gags. Aber auch die nach wie vor völlig überzeichneten Figuren, die alle irgendwie verrückt sind, und die satirischen Spitzen gegen den Kapitalismus tragen zu dem hohen Unterhaltungswert bei.
Verbunden wird diese Komik mit einem leichten Mystery-Anteil. So wird schon früh angedeutet, dass hinter der Sache noch mehr stecken könnte. Es geht also auch darum, dass das Trio eine dunkle Geschichte aufdecken muss. Der Teil ist natürlich ebenso überzogen, man bleibt da bei der Tonalität. Aber er macht durchaus neugierig darauf, worauf das alles hinausläuft. Zum Ende hin wird Coyote vs. ACME ein bisschen rührselig, was nicht so ganz zu dem Rest passt. Doch der Film ist so sympathisch, dass man ihm dann praktisch alles verzeiht. Außerdem: Bei einer derart märchenhaften Rettung darf es dann auch ein bisschen herzlicher werden und man wünscht dem Film jeden Erfolg, den er kriegen kann. Verdient hat er ihn.
OT: „Coyote vs. ACME“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Dave Green
Drehbuch: Samy Burch
Musik: Steven Price
Kamera: Brandon Trost
Besetzung: Will Forte, Lana Condor, John Cena
Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
(Anzeige)














