Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band
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Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band

Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band
„Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band“ // Deutschland-Start: 17. September 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Im Sommer 2024 zieht Dieter Thomas Kuhn mit seiner achtköpfigen Band wieder durchs Land: Open-Air-Bühnen, volle Konzertwiesen, Sonnenblumen im Publikum, Glitzerhemden im Scheinwerferlicht. Regisseurin Juliane Sauter begleitet die Tournee mit der Kamera und lässt von dort aus immer wieder mehr als drei Jahrzehnte Bandgeschichte einfließen – die Anfänge der Kunstfigur, den überraschenden Erfolg, das Ende 1999 und das spätere Comeback. Im Zentrum steht dabei nicht allein der Sänger, sondern vor allem seine langjährige Freundschaft mit Gitarrist Philipp Feldtkeller alias Howie F., die durch dessen schwere Erkrankung im Frühjahr 2024 unerwartet eine existenzielle Dimension bekommt.

Drei Jahrzehnte Glitzer

Sauter, Jahrgang 1995, legt mit  Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band Und es war Sommer erst ihre zweite lange Kinodokumentation vor – nach Primadonna or Nothing, der drei Opernsängerinnen verschiedener Generationen porträtierte. Dass sie nun bei einer Schlagerband landet, deren Bühnenfiguren seit über 30 Jahren Teil ihrer Existenzen sind, wirkt dabei fast folgerichtig: Auch hier interessiert sie sich für Menschen, deren Identität sich kaum noch von ihrer Bühnenpräsenz trennen lässt. Und Dieter Thomas Kuhn ist dafür ein besonders dankbares Sujet – ein Sänger, der als Parodie begann und irgendwann selbst nicht mehr genau sagen konnte, wo die Ironie aufhört und die Liebe zum Schlager anfängt.

Genau dieses Vertrackte fängt der Film bemerkenswert gut ein. Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band funktioniert nicht nur, er funktioniert richtig gut – als Musikdokumentation, die weder in reine Verehrung noch in distanzierte Häme kippt. Besonders überzeugend gelingt das im Umgang mit dem Archivmaterial: Statt es beliebig zwischen die Gegenwartsbilder zu streuen, sucht Sauter fast durchgehend nach Verbindungen zur Gegenwart. Am eindrücklichsten zeigt sich das bei der Geschichte vom Bandende 1999 und dem späteren Comeback. Man spürt in diesen Passagen förmlich, dass die Band nicht aus Kalkül oder bloßer Nostalgie zurückkam, sondern schlicht, weil ihr genau das fehlte, was ihr am meisten Spaß machte. Für einen Film, der so leicht in eine reine Best-of-Chronik hätte abgleiten können, ist das alles andere als selbstverständlich.

Mehr als nur ein Best-of-DTK

Auch die Konzertmitschnitte selbst sind exzellent gewählt und, was fast noch wichtiger ist, wohldosiert. Der Film lässt der Bühne genug Raum zum Atmen, ohne sie zur bloßen Illustration herabzustufen oder selbst zur Aneinanderreihung von Songausschnitten zu werden.

Über die reine Fanfreude hinaus wird der Film jedoch vor allem von einer Melancholie getragen, die sich durch Philipp Feldtkellers Erkrankung hineinschleicht. Dazu gesellt sich eine zweite, unaufdringlichere Frage: die nach dem Altern auf der Bühne. Herrlich, wie Kuhn das selbst im Scherz auf den Punkt bringt, wenn er sagt, er würde gerne mal wieder mit flachem Bauch auf die Bühne gehen. In diesem einen Satz steckt eigentlich schon der ganze Film: Selbstironie, Eitelkeit, ein Hauch Wehmut – und die Weigerung, sich davon die Laune verderben zu lassen. Aus genau dieser Mischung bezieht die Dokumentation ihre emotionale Substanz: Freundschaft und Loyalität werden nicht behauptet, sondern in kleinen, beiläufigen Gesten sichtbar.

Dass daneben auch die Fans ihren Platz bekommen – mit ihren Sonnenblumen, ihren selbstgeschneiderten Kostümen und ihrer über Jahrzehnte gewachsenen Treue –, rundet das Bild ab. Dieser Kosmos aus Glitzer und Gemeinschaftsgefühl lebt eben nicht nur von der Band, sondern auch von einem Publikum, das ihn seit über 30 Jahren mitträgt und am Leben hält. So entsteht am Ende eine Musikdoku, die genau dort am stärksten ist, wo man es am wenigsten erwartet: nicht in der großen Show, sondern in den leisen Momenten dazwischen.

Credits

OT: „Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Juliane Sauter
Musik: Kilian Oser
Kamera: Sebastian Ganschow

Bilder

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Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band
fazit
„Und es war Sommer – Dieter Thomas Kuhn & Band“ ist mehr als eine Fanhymne: eine warmherzige, klug montierte Dokumentation über eine Kunstfigur, die längst Realität geworden ist – über Freundschaft, das Altern und die Frage, wie lange sich ein gemeinsamer Sommer verlängern lässt, bevor der Herbst beginnt.
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