Das Ende der Sterne spielt in einer Welt, in der eine Pandemie einen Großteil der Menschheit ausgelöscht hat. Die wenigen, die überlebt haben, schlagen sich mühsam durch. Zu diesen zählen Hig (Jacob Elordi) und Bangley (Josh Brolin), die eine Zweckgemeinschaft gegründet haben und sich gemeinsam gegen Eindringlinge wehren. Das klappt mal mehr mal weniger. Doch Hig ist das nicht genug, er träumt davon, zur Grand Junction zu fliegen, wo sich andere Menschen zusammengetan und eine neue Gemeinschaft aufgebaut haben. So heißt es zumindest. Am 27. August 2026 startet das auf einem Roman basierende Endzeitabenteuer im Kino. Wir hatten die Gelegenheit, zum Kinostart an einer exklusiven Pressekonferenz teilzunehmen, wo Regisseur Ridley Scott Rede und Antwort stand. Im Interview spricht er über die Arbeit an dem Stoff, den Dreh sowie die Themen des Films.
Was hat dich an der Geschichte über eine postapokalyptische Welt gereizt, dass du den Film drehen wolltest?
Letzten Endes ist immer das geschriebene Wort ausschlaggebend. Ist da etwas drin, das ich erzählen möchte? Das ist wie ein Bauplan, aus dem ich dann später ein Gebäude mache. Deswegen arbeite ich immer eng mit Autoren zusammen, weil ich ein Gespür dafür habe, wenn etwas langweilig ist. Nach zehn Seiten war ich gefesselt. Nach fünfzig Seiten dachte ich nur: Hoffentlich wird die Geschichte nicht noch vermasselt. Aber das geschah nicht. All die Komponenten für einen tollen Film waren da: Figuren, der Ort. Ich musste das also tun.
Das Ende der Sterne basiert auf einem Roman von Peter Heller. Was hast du bei der Adaption ändern müssen, um den Film draus machen zu können, den du machen wolltest?
Das hängt grundsätzlich immer mit der Vorlage zusammen. Je besser sie ist, umso weniger musst du ändern. Ganz perfekt ist sie nie, da die Dynamik in einem Buch immer anders ist als in einem Film. Als ich das Drehbuch von Mark Smith bekam, war das schon großartig. Aber da waren einzelne Momente, die ich ändern musste, entweder weil da zu viel oder nicht genug war. Beispielsweise geht es im letzten Drittel des Films um einen Ort, von dem Hig immer träumte, dass er ein besserer Ort wäre. Und das war etwas, das ich ändern musste in etwas ganz anderes, ohne jetzt zu viel zu verraten.
Du erzählst in dem Film eine sehr düstere Geschichte, bei der es viel um Trauer geht. Trotzdem ist da auch Humor drin.
Das stimmt. Das brauchst du. Wenn du nicht gerade Macbeth machst, braucht du immer irgendwo ein humorvolles Element zur Auflockerung.
Was ist für dich das Hauptthema des Films?
Überleben. 2008 haben wir alle in den finanziellen Abgrund geblickt. Da war so viel Gier. Die Banken haben Provision für ihre Ratschläge genommen, worin du investieren sollst, und dann nochmal Provision für den Gewinn. Das symbolisiert schon, was falsch gelaufen ist. Dann hatten wir die Pandemie. Wir haben so viel, was auf der Welt verkehrt ist und falsch läuft.
Der Roman wurde 2012 veröffentlicht, also viele Jahre vor Covid. Wie war es für dich, an einer Geschichte zu arbeiten, die unserer Realität näher ist, als wir vielleicht gedacht haben?
Das, was wir in dem Film erzählen, ist nicht so weit entfernt von dem, was wir heute schon haben. Wenn du dir die Nachrichten anschaust – und ich bin jemand, der sich zweimal täglich Nachrichten anschaut –, dann geschieht vieles heute schon. Wir wollen es nur nicht wahrhaben. Wenn du dir allein den Klimawandel anschaust und die vielen Katastrophen, die damit verbunden sind, all das Unglück. Aber die Menschen setzen sich die Scheuklappen auf und tun so, als wäre da nichts.
Hat das deinen Film beeinflusst?
Zum Teil. Ich wollte aber keinen Dokumentarfilm drehen, sondern einen Spielfilm. Und ein Spielfilm soll unterhalten. Das heißt aber nicht, dass er dich nicht auch fordern kann. Ich versuche in dem Film, von Mitgefühl zu sprechen, von menschlichem Verhalten, verpackt aber in eine Geschichte, bei der du auch Spaß haben kannst. Ich wurde damals bei Blade Runner kritisiert, dass das alles zu düster war. Also versuche ich, das jetzt alles ein bisschen unter der Oberfläche zu verstecken. Seither lese ich auch nicht mehr, was die Presse über mich schreibt, sondern mache einfach das, was ich machen muss.
Der Roman von Heller war sehr poetisch geschrieben. Wie war es, das in Bilder zu übersetzen?
Poesie ist von Natur aus sehr bildhaft. Du hast diese wunderschönen Landschaften, du hast die Tiere. In Filmen versuchst du immer, das mit der Kamera einzufangen, egal ob du nun einen Horrorfilm oder eine Komödie drehst.
Ihr habt den Film in Italien gedreht. Wie war das?
Das war fantastisch! Ich war vorher in Kanada. Die Natur dort ist überwältigend, majestätisch. Aber auch sehr einschüchternd. Wenn du in den Wäldern unterwegs bist, kann es passieren, dass du nach fünf Minuten schon nicht mehr weißt, wo du bist. Und es ist gefährlich da, mit den Wölfen und Bären. Das war für mich schon sehr einschüchternd. Da zog ich es vor, in den Dolomiten zu drehen. Dort sind die Bergspitzen zwar nicht ganz so gut wie in den Rocky Mountains. Aber der Dreh war angenehmer und das Essen besser.
Vielen Dan für das Interview!
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