Mythos Schalke
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Mythos Schalke – Ein Leben lang

„Mythos Schalke – Ein Leben lang“ // Deutschland-Start: 27. August 2026 (Kino) // 28. August 2026 (Sky/Wow)

Inhalt / Kritik

Der Film beginnt mit einer Demütigung. Ausgangspunkt ist das Ende der Zweitliga-Saison 2024/25 – ein Tiefpunkt in der mehr als 120-jährigen Geschichte des FC Schalke 04. Die Fans kehren ihrer Mannschaft demonstrativ den Rücken zu, durchs Stadion rollt eine sarkastische Welle, dazu erklingt höhnisch „Oh wie ist das schön“. Von diesem Nullpunkt aus spult Mythos Schalke – Ein Leben lang die folgende Saison 2025/26 auf: Ein neuer Trainer und ein neuer Sportvorstand krempeln den Klub in dieser Spielzeit um, an deren Ende der Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga steht. Der Weg dorthin wird betont emotional nachgezeichnet. Zu Wort kommen Fans ebenso wie Schalkes Ehrenspielführer Benedikt Höwedes und Olaf Thon, dazu aus der Führungsriege des Vereins Matthias Tillmann (Vorstandsvorsitzender), Youri Mulder (Direktor Profi-Fußball) und Frank Baumann (Vorstand Sport). Immer wieder werden mitreißende Spielausschnitte eingestreut, während Trainer Miron Muslic, Kapitän Kenan Karaman und Vize-Kapitän Timo Becker – der in einer Gelsenkirchener Zechensiedlung aufwuchs und damit eine besonders enge Bindung an den Verein mitbringt – ausführlich zu Wort kommen. Kabinenansprachen, Teamevents, private Momente: All das wird in großer Nähe dokumentiert. 

Eine Auferstehung in Königsblau 

Regisseur Christoph Küppers, der für den Fernsehsender Sky bereits die Eintracht-Frankfurt-Doku Der stärkste Gegner – Eintracht Frankfurt und die Nachhaltigkeit inszenierte, hat gemeinsam mit Co-Autor Martin Schultheiß rund ein Jahr lang mit der Kamera an Schalke geklebt und zeigt tatsächlich das Herzblut, mit denen alle Beteiligten an diesem Verein hängen. 

Was Küppers hier abliefert, ist hochgezüchteter Fanservice, und zwar von der besten Sorte. Wer blau-weiß fühlt, wird bei dieser Doku eine Ganzkörpergänsehaut kaum vermeiden können – weil sie handwerklich sauber gemacht ist und genau darauf abzielt, aber eben auch, weil die Geschichte selbst schon der reinste Drehbuchstoff ist: eine Heldenreise von ganz unten nach ganz oben, garniert mit dem Siegtor von Kapitän Karaman gegen Düsseldorf, das den Aufstieg endgültig sichert. Der Film inszeniert das zurecht als seinen emotionalen Gipfelpunkt. 

Mehr als eine Saison 

Dabei bleibt der Film nicht bei der reinen Saisonchronik stehen. Immer wieder öffnet er das Fenster in die Vereinsgeschichte und erzählt von Schalke als Arbeiterverein, der ausgerechnet in einer der derzeit ärmsten Städte Deutschlands so etwas wie Hoffnung und Identität stiftet. In kurzen historischen Einschüben plaudern die niederländischen Ex-Profis Youri Mulder und Klaas-Jan Huntelaar über die Strahlkraft des Vereins weit über die Landesgrenzen hinaus – eine Anziehungskraft, die in der erfolgreichsten Ära, die bis in die 1950er Jahre reichte, ihren Anfang nahm. Auch Sophia Thomalla darf ran: Als Quasi-Stieftochter von Manager-Legende Rudi Assauer, dem Initiator der Arena, ist sie mehr oder weniger in Gelsenkirchen aufgewachsen und liefert damit eine weitere, sehr persönliche Facette des Mythos, die aber vielleicht nicht allen Fans gefallen dürfte. 

Kitsch mit Kalkül 

Die eigentliche Schwäche des Films liegt aber komischerweise genau dort, wo seine Stärke liegt: in seiner Nähe zum Verein. Mitproduziert von Schalke 04 selbst, blendet Mythos Schalke – Ein Leben lang konsequent alles aus, was dem Bild schaden könnte – Schuldenlast, interne Konflikte, Fanproteste kommen schlicht nicht vor. Diese Art der unkritischen Lobhudelei ist man aus dem Sportdokumentarbereich, gerade auf den großen Streamingplattformen, inzwischen mehr als gewohnt. Bezeichnend ist ein Satz, den Trainer Muslic selbst über die Aufstiegsfeier im Stadion nach dem Düsseldorf-Spiel fallen lässt: „Das ist fast schon zu viel. Das ist kitschig.“ Man könnte ihn nahtlos auf den Film selbst münzen. 

Für Schalke-Anhänger ist das trotzdem eine mehr als gelungene Zeitreise durch die eigene Leidenschaft. Wer neutral bleibt, verlässt das Kino dagegen mit dem schalen Gefühl, gerade einer sehr gut gemachten PR-Veranstaltung beigewohnt zu haben. 

Credits

OT: „Mythos Schalke – Ein Leben lang“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Christoph Küppers
Buch: Christoph Küppers, Martin Schultheiß

Bilder

Trailer

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Mythos Schalke – Ein Leben lang
fazit
Emotional, bildgewaltig und ehrlich gemeint – aber eben auch bis obenhin PR. Wer Schalke liebt, bekommt bei “Mythos Schalke – Ein Leben lang” Gänsehaut, wer neutral bleibt, spürt vor allem das Kalkül dahinter. Eine gelungene Heldengeschichte, erzählt im Auftrag des Helden selbst.
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