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Godzilla und die Monster aus dem All

„Godzilla und die Monster aus dem All“ // Deutschland-Start: 27. Januar 1971 (Kino) // 4. Februar 2011 (DVD/ Blu-ray)

Inhalt / Kritik

1999 ist es den Nationen der Welt endlich gelungen, die zahlreichen Monster wie Godzilla, Rodan, Mothra und Anguirus unter Kontrolle zu bringen. Auf einer Forschungsinsel, die passenderweise den Namen Monsterland erhalten hat, leben die Kreaturen und werden durch entsprechende Schutzmechanismen in Schach gehalten. Parallel untersucht eine Gruppe von Forschern in einem unterirdischen Labor die Wesen, stellt sicher, dass sie nicht doch ausbrechen, und steht in konstanter Verbindung mit dem Festland. Eines Tages jedoch bricht jeglicher Kontakt mit den Wissenschaftlern auf Monsterland ab und wenig später melden Paris, Peking, Moskau und New York verheerende Attacken der gigantischen Monster.

Der Handlungsdruck ist hoch, sodass Dr. Yoshida (Jun Tazaki), Leiter einer internationalen Forschergruppe, nicht lange zögert und Captain Katsuo Yamabe (Akira Kubo) mit der Aufklärung der Ereignisse beauftragt. Gemeinsam mit seinen Männern verschafft sich Yamabe Zugang zu der Station auf Monsterland, nur um festzustellen, dass die Wissenschaftler scheinbar einer Gehirnwäsche unterzogen wurden.

Nach einer weiteren Attacke Godzillas, Rodans und einiger anderer Monster auf Tokio bekennen sich die Kilaaks, eine außerirdische Zivilisation, zu den Angriffen aus Monsterland. Mittels ihrer Technologien haben sie die Kontrolle über die Menschen auf Monsterland sowie die Kreaturen erlangt. Sie verlangen von den Regierungen der Welt Gebiete für sich selbst – ansonsten werden Godzilla, Rodan und die anderen Kreaturen ihren Marsch der Zerstörung fortsetzen.

Kaiju-Extravaganza

Godzilla und die Monster aus dem All – in Deutschland auch bekannt unter dem seltsamen Titel Frankenstein und die Monster aus dem All – ist der insgesamt neunte Film der Godzilla-Filmreihe. Da mit den vorherigen Einträgen der Reihe die Besucherzahlen zurückgegangen waren, planten Filmstudio Toho und Regisseur Ishiro Honda, das Franchise vorerst mit einem großen Finale enden zu lassen. Noch einmal sollten die bekannten Kaijus in einem Film zusammentreffen und entweder miteinander oder gegeneinander kämpfen. Letztendlich sollte Godzilla und die Monster aus dem All jedoch nicht das Ende der Reihe darstellen.

Von der Prämisse des Originals von 1954 ist unterdessen bei Godzilla und die Monster aus dem All nicht mehr viel zu erkennen. Vor allem Ton und Ästhetik sind ganz anders und näher am gefälligen Science-Fiction-Unterhaltungskino. Dennoch hat Ishiro Hondas Werk ein paar interessante Ideen, die es wert sind, näher betrachtet zu werden, und die den Film für Zuschauer lohnenswert machen.

Für einen Film, der bisweilen als „Kaiju-Extravaganza“ bezeichnet wird, werden die Monster auffällig oft eher zu einer Randnotiz. Streicht man die zugegebenermaßen unterhaltsamen Sequenzen mit Godzilla, Rodan, Mothra und den übrigen Kaijus, bleibt eine mitunter etwas zähe Alien-Invasions-Geschichte, die sich bei einer Laufzeit von unter 90 Minuten sehr viel länger anfühlt. Auffällig oft begleiten wir Akira Kubos Captain Yamabe und seine Truppe bei ihren diversen Missionen rund um den Kampf gegen die Kilaaks und die Rettung der Welt. Die Sets, beispielsweise von Monsterland oder den Mondstationen, sind dabei ganz gut gelungen und erinnern an diverse Episoden aus Star Trek, aber außerhalb dieser ästhetischen Komponenten wird dem Zuschauer wohl kaum etwas später in Erinnerung bleiben.

Anders verhält es sich mit den schon erwähnten Sequenzen rund um die Kaijus. Insbesondere das Finale am Berg Fuji ist bemerkenswert, allein schon wegen der zahlreichen Monster, die hier auftreten, wobei Godzilla naturgemäß immer im Vordergrund steht. Untermalt von der ausdrucksstarken Filmmusik Akira Ifukubes kommt es zu einem entscheidenden und actionreichen Kampf. Zudem werden noch einmal viele Facetten und Momente der vorherigen acht Filme aufgegriffen oder es wird auf sie verwiesen, was nur konsequent ist, bedenkt man, dass es sich ursprünglich um das Ende der Filmreihe handeln sollte.

Die Illusion der Kontrolle

Erzählerisch und thematisch hat sich Godzilla und die Monster aus dem All sehr weit von Godzilla distanziert – oder zumindest scheint es so auf den ersten Blick. Die Idee einer Insel, auf der die Kaijus unter kontrollierten Bedingungen leben und von den Menschen in Schach gehalten werden, nimmt prinzipiell die Prämisse von Geschichten wie Jurassic Park vorweg. Die utopische Vorstellung von der Domestizierung dieser Kreaturen hält natürlich nicht lange, sodass nach noch nicht einmal zehn Minuten des Films diese Illusion zerplatzt und die Monster ihre Attacken auf diverse Metropolen der Welt beginnen. Interessant ist dabei, dass wir in Godzilla und die Monster aus dem All erstmals in einem Film sehen, wie die Riesenechse New York angreift.

Auch innerhalb der Alien-Invasions-Geschichte kommt die Illusion der Kontrolle immer wieder zum Tragen. Der Kampf der Außerirdischen und der Menschen basiert im Grunde darauf, dass man die Kontrolle über die Monster gewinnt und diese für die eigenen Zwecke instrumentalisieren kann. Die Monster sehen von oben sehr putzig aus, heißt es an einer Stelle im Film – doch dies gilt freilich nur so lange, wie man ihre Zerstörungswut bändigen oder gegen die eigenen Feinde einsetzen kann.

Credits

OT: „Kaijū Sōshingeki“
Land: Japan
Jahr: 1968
Regie: Ishiro Honda
Drehbuch: Ishiro Honda, Takeshi Kimura
Kamera: Taiichi Kankura
Musik: Akira Ifukube
Besetzung: Akira Kubo, Jun Tazaki, Yukiko Kobayashi, Yoshio Tsuchiya, Kyoko Ai, Andrew Hughes

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Godzilla und die Monster aus dem All
Fazit
"Godzilla und die Monster aus dem All" ist eine unterhaltsame, wenn auch etwas unausgewogene Kaiju-Extravaganza, deren Monster für lange Zeit überraschend wenig zu tun bekommen. Ishiro Hondas Alien-Invasions-Geschichte hat ihre Längen, überzeugt aber durch ihre aufwendigen Sets, Akira Ifukubes Musik und vor allem das spektakuläre Finale am Berg Fuji. Hinter dem bunten Science-Fiction-Abenteuer verbirgt sich zudem eine interessante Variation eines alten Godzilla-Motivs: der menschlichen Illusion, die Kräfte der Natur kontrollieren und für die eigenen Zwecke instrumentalisieren zu können.
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