Wo ist nur das Wasser hin? Diese Frage stellen sich die Insekten in Arnie & Barney – Retten das Wasser, als sie feststellen müssen, wie vertrocknet die Wiese bereits ist. Da keine Besserung in Sicht ist, machen sich Captain Pantz und sein Ameisentrupp auf die Suche nach der Quelle, um so die Tiere zu retten. Dummerweise gehören zu dem Trupp aber auch Arnie und Barney, die zwar mit vollem Eifer dabei sind, jedoch mit ihrer Tollpatschigkeit alle anderen nur aufhalten. Eigentlich würde Patz sie gern loswerden, doch die eifrigen Jungameisen halten unbeirrt an ihrer Mission fest und kommen dabei tatsächlich der Wahrheit auf die Spur. Ursprünglich als Nebenfiguren bei Biene Maja eingeführt, ist der Animationsfilm der erste, in dem die beiden Ameisen die Hauptrolle übernehmen. Zum Kinostart am 3. September 2026 haben wir uns mit den LukasBS und Tim Oliver Schultz unterhalten, die Synchronsprecher der zwei Protagonisten. Im Interview sprechen sie über die Arbeit an dem Film, das Thema Wassermangel und was wir von den beiden Ameisen lernen können.
Was hat euch beide an Arnie & Barney – Retten das Wasser interessiert? Warum habt ihr die Synchronrollen übernommen?
LukasBS: Für mich war das die erste Synchronsprecherrolle. Ich habe natürlich vorher viel vom Synchronsprechen mitbekommen und das sah immer cool aus, gerade bei Animationsfilmen. Als das Angebot kam, hatte ich richtig Bock, mich einmal daran zu versuchen. Momentan habe ich noch keine Kinder. Aber ich stelle es mir ultracool vor, mir später einmal, wenn ich Kinder habe, mir mit ihnen den Film anzuschauen.
Tim Oliver Schultz: Ich habe schon zwei Animationsfilme gemacht und das macht mir wahnsinnig viel Spaß, im Studio zu stehen und irgendwelchen lustigen Wesen meine Stimme zu geben. Außerdem hat der Film eine geile Geschichte. Das Thema Wasserknappheit anzusprechen und die Kinder damit nach Hause zu schicken und im besten Fall die Diskussion loszutreten, dass wir nicht unendlich Wasser haben, das fand ich schon sehr stark. Außerdem gefällt es mir, dass wir hier zwei Figuren mit ADHS haben, wo das aber nicht problematisiert wird. Sie brauchen keine Tabletten, um Superhelden zu sein. Der Film gibt Menschen mit ähnlichen Symptomen eine Stimme und macht ihnen Mut. Das finde ich super.
Und wie war für dich, Lukas, die Erfahrung, zum ersten Mal eine Synchronsprechrolle zu übernehmen?
LukasBS: Ich hatte mir das vorher ja so vorgestellt, dass Tim und ich beide zusammen im Studio stehen, weil Arnie und Barney so viel zusammen erleben. Das war dann schon eine erste Überraschung, als ich gesehen habe, dass ich wirklich nur meine Sätze spreche und niemand dabei ist. Es war auch etwas komplett Neues für mich, diese Emotionen so rüberzubringen, oder dass man sich beim Sprechen bewegt, damit sich das echt anhört. Da war auch eine Szene, in der Arnie Sand im Mund hat. Das war schon eine krasse Challenge für mich, das so zu machen, dass es lustig und gleichzeitig realistisch ist. Aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Tim, du hast bereits gesagt, dass du das vorher schon gemacht hast. Was nimmst du von deiner Arbeit als Synchronsprecher mit für deine Arbeit als Schauspieler?
Tim Oliver Schultz: Man ist beim Synchronsprechen viel freier und kann einen Text immer wieder neu machen. Das kann manchmal ganz schwierig sein. Manchmal ist es auch beim ersten Mal da. Was ich dadurch gelernt habe, ist ein anderer Umgang mit der Stimme. Ich habe dafür und für Gesang ein Trainingsprogramm, um meine Stimme aufzuwärmen. Und dieses Aufwärmen ist auch gut für ein Spielen vor der Kamera. Wenn du zum Beispiel Szenen hast, in denen du schreist oder ganz laut wirst, ist es gut, die Stimme vorzubereiten.
Euer Film ist ein Spin-off zu Biene Maja, die es jetzt schon seit Jahrzehnten gibt und in den unterschiedlichsten Formen. Was machen diese Geschichten für ein heutiges Publikum noch so spannend?
Tim Oliver Schultz: Wir kennen alle diese Wiesen mit den Insekten. Aber niemand schenkt ihnen wirklich Aufmerksamkeit. Maja, Willi, Arnie und Barney geben diesen Insekten eine Stimme und zeigen, wie spannend es in einer Baumstammhöhle zugehen kann. Diese Tiere, die wir sonst verscheuchen, das sind eigentlich liebenswerte kleine Viecher, die von uns Riesen missverstanden sind.
Kommen wir zu euren Figuren. Wie würdet ihr sie beschreiben?
LukasBS: Beide sind sehr tollpatschig. Sie haben aber auch eine blühende Fantasie und fallen total aus der Reihe, weshalb sie keine klassischen Superhelden sind. Die beiden sind nicht sehr stark oder intelligent, wie man das kennt. Sie sind schon Helden, schaffen das aber über Umwege. Ihre Superkraft, das sind die Fantasie und ihre Freundschaft.
Wenn die beiden keine klassischen Helden sind, was können wir von ihnen lernen?
Tim Oliver Schultz: Dass es total okay ist, so zu sein, wie man ist. Man muss die eigene Besonderheit annehmen und stärken, anstatt zu versuchen, so zu sein wie andere. Manchmal müssen wir diese Besonderheit nur erst finden.
LukasBS: Wir lernen auch, dass wir alle Helden sein können. Du musst nicht zwei Meter groß sein und dicke Muskeln haben.
Ihr habt schon das Thema Wasserknappheit angesprochen. Ist das etwas, das euch auch persönlich beschäftigt?
Tim Oliver Schultz: Das beschäftigt uns ja alle. Oder sollte zumindest, weil uns das alle angeht.
LukasBS: Wir lernen schon als Kind, dass man nicht eine Stunde lang das Wasser laufen lassen sollte. Dass man ein bisschen mitdenken sollte, ein bisschen an die Umwelt denken sollte. Natürlich ist bei uns die Wasserknappheit noch nicht so schlimm wie in anderen Ländern, wo es zum Teil fast gar kein Wasser mehr gibt. Wir sind da schon in einer sehr privilegierten Situation. Umso wichtiger ist, dass wir an die Zukunft denken und ein Bewusstsein entwickeln. Weil uns kann das genauso passieren.
Tim Oliver Schultz: Mich betrifft das jeden Tag, wenn ich mit meinem Sohn spreche und ich ihm erkläre, wie wichtig es ist, dass wir unser Wasser nicht verschwenden. Denn das wird noch zu einem riesigen Problem.
Glaubt ihr, dass ein Film wie eurer ein Bewusstsein dafür schaffen kann?
LukasBS: Ja, total. Gerade bei Kindern, die da vielleicht auch noch nie drüber nachgedacht haben und die nach dem Film über das Thema sprechen können.
Tim Oliver Schultz: Kunst und Kultur sind gerade für solche Fälle da. Natürlich ist es wichtig, dass auch an der Schule darüber gesprochen wird, um sie zu belehren und zu informieren. Aber daheim am Küchentisch zu sprechen, das ist, wie du Veränderungen schaffst. Das war immer so und wird hoffentlich auch so bleiben.
Vielen Dank für das Interview!
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