Diane In the Loop Un détour par Diane
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Diane In the Loop

Diane In the Loop Un détour par Diane
„Diane In the Loop“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Diane (Ninon Borsei) kann kaum glauben, was sie da hört: Ihre Mutter (Sandrine Blancke) wurde vergewaltigt. Das ist zwar schon lange her. Tatsächlich geschah das drei Jahre, bevor Diane überhaupt geboren wurde. Das ändert jedoch nichts an dieser gewaltigen Wut, die in ihr heranwächst. Während ihre Mutter eigentlich einen Schlussstrich ziehen und das Studium wiederaufnehmen möchte, was sie nach der Vergewaltigung abbrach, ist Diane von einem Gedanken erfüllt: Sie will Rache an dem Mistkerl ausüben! Doch das ist leichter gesagt denn getan, denn der Schuldige ist selbst schon seit einer Weile tot. Während sie noch nach einer alternativen Methode sucht, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, kreuzt sich ihr Weg mit dem eines Radfahrers (Lucas Meister). Die erste Begegnung ist ruppig, später kommen sie sich aber näher – bis eine neue Nachricht wieder alles zunichte zu machen droht …

Wohin mit meiner Wut?

Es war schon ein sehr eigenes Szenario, mit dem The (Ex)perience of Love vor etwas mehr als drei Jahren an den Start ging: Ann Sirot und Raphaël Balboni erzählten darin von einem Paar, das noch einmal mit sämtlichen früheren Partnern und Partnerinnen ins Bett gehen, wenn das mit dem Kinderwunsch etwas werden soll. Nach diesem gleichermaßen skurrilen wie ernsten Werk durfte man neugierig sein, was das Regie- und Drehbuchduo wohl als nächstes anstellen würde. Nun ist die Antwort da, in Form ihres neuen Films Diane In the Loop. Und diese Antwort ist anders, als man das wohl hätte erwarten dürfen, für sich genommen aber erneut sehenswert und ein weiterer Beweis, dass man diese zwei im Auge behalten sollte.

Bei dem Szenario meint man anfangs noch, es könne sich um einen dieser Rape-and-Revenge-Thriller handeln, bei denen die Opfer für Vergeltung sorgen wollen – nur dass es hier die Tochter des Opfers wäre. Aber das hat sich bald erledigt, als sich herausstellt, dass der Täter bereits tot ist. Und was nun? Das fragt sich nicht nur die Protagonistin, die gar nicht mehr weiß, wohin sie mit dieser ganzen aufgestauten Wut soll. Auch das Publikum ist ratlos, was einem der Film denn nun erzählen will. Denn da sind mehrere Themen und Stränge, die parallel verlaufen. Auf der einen Seite ist da die Mutter, die in Diane In the Loop endlich vorankommen will, gleichzeitig an die Vergangenheit anknüpfen und diese hinter sich lassen. Auf der anderen Seite sind da die Protagonistin und ihr Love Interest, die sich auf einmal mit alten Geschichten auseinandersetzen müssen, die eigentlich gar nicht ihre sind.

Verkopft und doch emotional

Dabei ist genau das ein Hauptthema von Diane In the Loop: die Weitergabe von Traumata und Schuld an die nächste Generation. Denn bei dem konkret vorliegenden Fall wurde über diese Geschichten nie gesprochen. Das macht die Erkenntnis einerseits umso schockierender, es kommt zu einer Art Bruch. Gleichzeitig steht damit auch die Frage im Raum: Wie sehr wurden die Kinder beeinflusst, ohne es gemerkt zu haben? Schließlich wäre das Leben der Mutter ganz anders verlaufen, wäre sie nicht vergewaltigt worden und hätte in Folge ihr Studium geschmissen. Dass diese nun ihr Leben wieder in die eigenen Hände nehmen möchte, läuft natürlich den Plänen der Tochter zuwider, bringt aber ebenfalls eine interessante Frage mit sich. Welches „Recht“ haben die Kinder auf das Leid?

Das klingt alles ein bisschen verkopft. Und tatsächlich greift das Drama, das in der Sektion Orrizonti der Filmfestspiele von Venedig 2026 Weltpremiere hatte, zwar sehr reale Themen auf, ist zugleich aber nicht unbedingt realistisch. Schon die Figurenkonstellation ist sehr konstruiert, ein bisschen wie in einer Seifenoper. Sonderbar ist auch, wie Diane In the Loop den meisten Figuren einen Namen verweigert – darunter den Eltern und dem Love Interest. Das trägt dazu bei, dass der Film wie schon der vorangegangene des Duos wie eine Versuchsanordnung wirkt, weniger wie eine Geschichte aus dem wahren Leben. Das soll aber nicht heißen, dass es keine emotionalen Momente gibt. Dafür sorgt schon Hauptdarstellerin, die beim letzten Mal bereits mit dabei war und sich hier mit einigen richtig starken Auftritten für weitere Filme empfiehlt.

Credits

OT: „Un détour par Diane“
Land: Belgien, Frankreich
Jahr: 2026
Regie: Ann Sirot, Raphaël Balboni
Drehbuch: Ann Sirot, Raphaël Balboni
Musik: Julie Roué
Kamera: Fiona Braillon
Besetzung: Ninon Borsei, Lucas Meister, Sandrine Blancke, Peter Van Den Begin, Naidra Ayadi

Bilder

Trailer

Filmfeste

Venedig 2026

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Diane In the Loop
fazit
In „Diane In the Loop“ will sich eine Frau an dem Vergewaltiger ihrer Mutter rächen, während die alles hinter sich lassen will. Das Drama ist zwar an mehreren Stellen seltsam konstruiert, stellt aber spannende Fragen. Und auch der eine oder andere emotionale Moment hinterlässt Eindruck.
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