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Helden der Nacht

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„Helden der Nacht“ // Deutschland-Start: 21. Februar 2008 (Kino) // 26. Juni 2008 (DVD)

Inhalt / Kritik

Als Manager des angesagten New Yorker Szeneclubs El Caribe hat Robert Grusinsky alias Bobby Green (Joaquin Phoenix) immer wieder mit der Unterwelt zu tun. Vor allem Drogendealer gehen bei ihm ein und aus. Das führt zu Konflikten mit seiner Familie, arbeiten doch sowohl sein Vater Burt (Robert Duvall) und sein Bruder Joseph (Mark Wahlberg) für die Polizei. Während auf diese Weise die Kluft innerhalb der Grusinsky immer größer wird, kommt es eines Tages beinahe zu einem Unglück, als Joseph und sein Team eine Drogenrazzia durchführen, ausgerechnet in Roberts Club. Denn kurze Zeit später wird als Reaktion Joseph auf offener Straße angeschossen und dabei lebensgefährlich verletzt, weshalb sein Bruder nun endgültig zwischen den Fronten steht …

Wenig origineller Inhalt

Seine Familie kann man sich bekanntlich nicht aussuchen. Wir werden quasi dazu gezwungen, Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen wir unter anderen Umständen nichts zu tun hätten – oder auch zu tun haben wollten. Konflikte sind da keine Seltenheit. Was im wahren Leben richtig anstrengend oder problematisch sein kann, ist für Filme dankbarer Stoff. Unzählige Werke befassen sich damit, wie grundverschiedene Figuren immer wieder aneinandergeraten, weil sie eigentlich nur das Blut ein. Zumindest anfangs sieht es danach aus, als würde sich Helden der Nacht auch auf diesen Aspekt konzentrieren, wenn die Grusinsky in zwei Teile zerfallen. Auf der einen Seite sind da der rechtschaffene Vater und der Sohn, auf der anderen das schwarze Schaf, das Verbrechen billigt.

Als Szenario ist das jetzt nicht so wirklich originell geworden. Und auch bei den Figuren hat sich Regisseur und Drehbuchautor James Gray (The Yards – Im Hinterhof der Macht, Two Lovers) nicht unbedingt mit seiner kreativen Arbeit verausgabt. Die meisten Charaktere sind nicht mehr als Stereotype, von den großen Gangsterdramen ist Helden der Nacht weit entfernt. Da ist nicht wirklich viel dabei, was einem in Erinnerung bleiben würde. Grundsätzlich bringt der Zwiespalt des Protagonisten, der zwischen zwei Welten gefangen ist, schon Potenzial mit für ein interessantes Figurenporträt. So richtig viel Interesse scheint Gray daran aber nicht gehabt zu haben. Die Phase, in denen Robert noch schwankt, ist recht kurzgehalten. Es geht dann doch mehr um die späteren Aktivitäten.

Atmosphärisch und gut gespielt

Auch das wäre prinzipiell etwas gewesen, woraus man einen spannenden Film hätte machen können. Doch selbst als reiner Genrebeitrag ist Helden der Nacht letztendlich zu genügsam. Das heißt nicht, dass während der knapp zweistündigen Laufzeit gar nichts zu holen ist. Dann und wann sind da schon Szenen dabei, die etwas packender werden und bei denen das Gefühl vermittelt wird, dass das alles richtig böse ausgehen könnte. Es sind aber nicht so viele, dass man deswegen unbedingt einschalten müsste. Die meiste Zeit über passiert dann doch eher wenig. Auch wenn der Film gern als Polizeithriller verkauft wird, so ganz muss man dieser Einteilung nicht zustimmen. Wir haben es dann doch eher mit einem Krimidrama zu tun, welches die Balance sucht.

Das klappt mal besser, mal schlechter. Zwei Punkte sind es, die den Film sicherlich auszeichnen. Zum einen ist die 80er-Jahre-Atmosphäre gut gelungen, wenn wir in den Krieg zwischen Polizei und Drogendealern hineingezogen werden. Das wird alles schön düster. Und dann ist da noch die Besetzung: Gray konnte dabei wieder aus den Vollen schöpfen und einige bekannte Schauspieler und Schauspielerinnen verpflichten. Im Zentrum steht dabei natürlich Joaquin Phoenix, der schon in dem vorangegangenen Film The Yards mit Mark Wahlberg arbeitete. Darstellerisch kann man dem Werk dann auch keinen Vorwurf machen, man kann sich Helden der Nacht allein schon wegen des Ensembles gut anschauen. Der Regisseur hat im Laufe seiner Karriere aber bessere Titel abgeliefert, ein Pflichtprogramm ist das hier sicherlich nicht.

Credits

OT: „We Own the Night“
Land: USA
Jahr: 2007
Regie: James Gray
Drehbuch: James Gray
Musik: Wojciech Kilar
Kamera: Joaquin Baca-Asay
Besetzung: Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Eva Mendes, Robert Duvall, Moni Moshonov, Alex Veadov

Bilder

Trailer

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fazit
In „Helden der Nacht“ gerät ein Nachtclub-Manager zwischen die Fronten, wenn Unterwelt und seine Polizistenfamilie aufeinanderstoßen. Das hätte prinzipiell ganz interessant werden können, ist letztendlich aber ein einfallsloses Krimidrama. Die düstere 80er-Jahre-Atmosphäre und die Besetzung rechtfertigen dabei einen Blick.
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