Mehr als 200 Millionen Menschen können sich nicht irren. Denn ebenso viele folgen dem YouTube-Kanal CoComelon. 2006 gestartet sind die animierten Geschichten und Kinderlieder weltweit ein Renner, der Kanal steht unter den drei meistabonnierten von YouTube. Später folgten diverse Netflix-Produktionen, welche das Franchise noch bekannter machte. Am 4. Februar 2027 steht dann der nächste Schritt an und die beliebten Figuren erobern die große Leinwand. CoComelon: Der Film erzählt, wie JJ zusammen mit den anderen Kindern in eine magische Welt reist, um dort seinen geliebten Teddybären Boba zu finden. Anlässlich des Trailerdebüts unterhalten wir uns mit Regisseurin Kat Good. Im Interview spricht sie über die Arbeit an dem Film, damit verbundene Herausforderungen und wie es ist, die Figuren ins Kino zu bringen.
CoComelon ist weltweit ein gigantischer Erfolg. Hast du eine Erklärung für diese Popularität? Was ist das Erfolgsgeheimnis?
Ich weiß nicht, ob ich die richtige Person bin, um diese Frage zu beantworten. Ich arbeite mit DreamWorks an dem Film und habe mit der ursprünglichen Serie nichts zu tun. Und meine Kinder sind zu alt für CoComelon, weshalb ich das selbst nicht miterlebt habe. Ich kannte das nur durch meine Freundinnen, die jüngere Kinder haben. Aber ich glaube, dass die Figuren eine große Rolle spielen, weil die Kinder sich mit ihnen identifizieren können. Dann ist die Musik sicher sehr wichtig. Ich weiß auch, dass die Produktionsfirma, die von Anfang an dabei war, von den ersten YouTube-Kurzfilmen bis heute, das alles sehr ernstnimmt und mit Experten im Bereich der Kinderentwicklung zusammengearbeitet hat.
Dann lass uns über deinen Film sprechen. Wovon handelt er?
JJ, die Hauptfigur von CoComelon, begibt sich auf sein größtes Abenteuer, als er den Kindergarten hinter sich lässt und an die Schule geht. Am ersten Tag verschwindet sein Teddybär Boba. Zusammen mit seinen Freunden CeCe, Cody und Nina reist er in ein magisches Land, welches von Prinzessin Harmony regiert wird. Dort gibt es die Regel, dass Singen streng verboten ist. Das ist für sie natürlich ganz schlimm, da Musik ein so fester Teil ihres Lebens ist. Das ist so etwas wie ihre Superkraft.
Was war die Herausforderung für euch, aus diesem Franchise einen Kinofilm zu machen?
Was ich während meiner Zeit bei Disney und DreamWorks Animation gelernt habe: Du brauchst eine emotionale Geschichte, die Tiefgang hat, unterhaltsam und herzerwärmend ist. Walt Disney hat gesagt, dass man nie auf Kinder herabblicken sollte, sondern versuchen sollte, das eigene innere Kind zu finden. Das Geheimnis der großen Animationsklassiker ist, dass sie im Kern eine Geschichte erzählt, die uns etwas darüber sagt, was es heißt, ein Mensch zu sein. Die größte Herausforderung war also, eben einen solchen Kern zu finden und etwas Wichtiges zu sagen haben. Aber wir haben auch viel Zeit in das Worldbuilding investiert und in die neuen Figuren. Wir wollten ja auch etwas Neues schaffen. Das war eine Herausforderung, die ich sehr gerne angenommen habe. Außerdem war die Frage der Musik. Wie können wir die Musik noch größer machen? Wir haben so tolle Lieder bekommen, lauter Ohrwürmer, die so viel Freude bereiten.
Nachdem du über die Musik gesprochen hast, lass uns zur Optik kommen. Auf der einen Seite wolltet ihr nahe beim Original bleiben, damit es einen Wiedererkennungswert hat. Gleichzeitig ist das aber auch ein Kinofilm, bei dem das Publikum höhere Erwartungen hat. Wie habt ihr die Balance gehalten?
Wir haben die Grunddesigns beibehalten, damit die Figuren so aussehen, wie sie die Kinder kennen. Dafür haben wir aber bei der Welt drumherum versucht, alles etwas größer zu machen. Das gilt natürlich vor allem für die magische Welt. Wir wollten etwas schaffen, was die Zuschauer noch nie gesehen hatten und was sie nie erwartet hätten. Unser Production Designer Armand Baltazar hat früher bei Pixar gearbeitet und hat sich da stark eingebracht. Wir haben all die Tricks, die wir vom Filmemachen kennen, zum Beispiel wie Kameras funktionieren oder auch Beleuchtung, und haben sie hier angewendet. Alles, damit das am Ende ein wirklicher Kinofilm ist.
Für ein Publikum, das die Serie nie gesehen hat: Wie viel muss man wissen, um bei eurem Film dabei zu sein?
Wir wollten zwar schon einen Wiedererkennungswert für Fans haben. Aber es war uns ebenso wichtig, dass wir eine ganz neue Generation ansprechen, die noch nie die Serie gesehen hat. Du musst also nicht viel wissen. Wichtig ist, dass du dem Publikum klarmachst, wer die Figuren sind und was sie antreibt. Wir erzählen die Geschichte von einem Jungen, der seinen besten Freund verloren hat und ihn zurückholen will. Das ist eine ganz klassische Geschichte, die alle verstehen.
Und was erhoffst du dir für das Publikum, das es beim Anschauen mitnimmt?
Wir wollen eine Geschichte erzählen, die davon spricht, den eigenen Mut zu finden. Die eigene Stimme. Aber auch davon, dass jede neue Reise besser ist mit Freunden an deiner Seite. Ich hoffe, dass das Publikum diese Grundthemen mitnimmt nach dem Kino. Ich konnte es kaum erwarten, dass meine Kinder alt genug sind, um mit ihnen meine Lieblingsfilme zu teilen und sie in eine neue Welt mitzunehmen. Eine Geschichte zu erzählen, die sie zum Lachen bringt, die sie überrascht, aber auch bewegt. Meine Freundinnen haben mir immer wieder gesagt, dass sie nach einem Film suchen, den sie mit ihren Kindern anschauen können und in dem sich die Kinder wiederfinden können. Ich wollte einen solchen Film machen, den sich alle zusammen anschauen können, unabhängig vom Alter oder der Zielgruppe. Man könnte also sagen, dass Cocomelon ein Liebesbrief an meine Freundinnen ist.
Vielen Dank für das Interview!
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