You, Me & Italy Tuscany
© Universal Pictures/ Giulia Parmigiani

You, Me & Italy

You, Me & Italy Tuscany
„You, Me & Italy“ // Deutschland-Start: 6. August 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Im Leben von Anna Montgomery (Halle Bailey) läuft es gerade nicht besonders. So trauert sie immer noch um ihre Mutter. Ihren Traum, als Chefköchin durchzustarten, hat sie erst einmal aufgegeben. Und selbst ihr Aushilfsjob als Housesitter ist futsch. Jetzt heißt es also erst einmal, wieder auf die Beine zu kommen. Da trifft es sich doch gut, dass sie zufällig den charmanten Italiener Matteo Costa (Lorenzo de Moor) kennenlernt. Kurzerhand beschließt sie, diesem in seine Heimat zu folgen und ihn dort in seiner Villa zu überraschen. Noch größer ist die Überraschung, als sie dort auf Matteos Mutter Gabriella (Isabella Ferrari) trifft und die sie für seine Verlobte hält. Und als wäre das nicht schon kompliziert genug, lernt sie auch noch Matteos Cousin Michael (Regé-Jean Page) kennen …

An den Haaren herbeigezogen

Es gibt Filme, bei denen man den Eindruck hat, dass sie nur deshalb gedreht werden, damit jemand bezahlten Urlaub bekommt. Das gilt für viele der Herzkino-Beiträge, die an idyllischen Orten spielen, während gleichzeitig eine hanebüchene Geschichte voller Klischees und Kitsch erzählt wird. Da geht es nur um Eskapismus. In eine ähnliche Richtung geht nun You, Me & Italy. Warum die US-amerikanische Liebeskomödie bei uns im August in die Kinos kommt, rund vier Monate nach dem Start daheim, muss man aber nicht verstehen. Denn diese Filme leben auch davon, dass Zuschauer und Zuschauerinnen, die nicht in Urlaub fahren können, ein schönes Urlaubsgefühl bekommen. Dabei geht es gern in Länder, in denen es wärmer ist als zu Hause. Eine Italienreise im August zeigen, wo ganz Deutschland unter der Hitze ächzt? Das ergibt nicht wirklich Sinn.

Aber das passt dann irgendwie zu einem Film, der selbst völlig sinnbefreit ist. Schon der Plan der Protagonistin, anhand eines Fotos in ein fremdes Land zu reisen, ohne Sprachkenntnisse, ohne Geld, ohne Plan, und sich dann in eine Villa zu schleichen, von der sie gar nicht weiß, wo sie ist, das ist derart an den Haaren herbeigezogen, dass man das schon glauben wollen muss. Und wenn Anna beim Einkauf ausgerechnet über Matteos Cousin stolpert, dann wird mal wieder schamlos der Zufall bemüht. Überhaupt ist das Verhalten der Figuren in You, Me & Italy kaum nachzuvollziehen. Das ist streckenweise so bescheuert und willkürlich, dass man kaum glauben kann, es mit realen Menschen zu tun zu haben, die es aus eigener Kraft ins Erwachsenenalter geschafft haben. Mitfühlen und mitfiebern ist da eine echte Herausforderung.

Schön anzusehendes Nichts

Hinzu kommen die unzähligen Klischees. Drehbuchautor Ryan Engle war bislang eigentlich im Action- und Thrillergenre zu Hause, schrieb unter anderem die Vorlagen für Beast – Jäger ohne Gnade und Breaking In. Bei seinen genretechnischen Abwegen wollte er sich offensichtlich an das Bewährte halten. Und so passiert in You, Me & Italy, von dem besagten Unsinn einmal abgesehen, wirklich nichts, das einen überraschen sollte. Schon die erste Begegnung mit Michael lässt einen wissen, dass er der auserkorene Partner ist und nicht dessen Cousin. Auch der Ablauf rund um die Lüge, dass Anna die Verlobte ist, läuft genau so ab, wie man das erwarten würde. Die Liebeskomödie ist einer dieser Filme, bei denen man die Angst vor Drehbüchern verliert, die eine künstliche Intelligenz schreiben würde.  Denn einfallsloser kann das gar nicht werden.

Ein Stück weit wird der Film durch die üblichen Faktoren gerettet. So ist das Setting in der Toskana eines, das man sich doch immer wieder gern ansieht. Ob wir uns in der Villa aufhalten, durch die malerischen Gassen schlendern oder etwas von der scheinbar unberührten Natur zu sehen bekommen, die Augen bekommen eine Menge zu tun. Das Ensemble ist sowieso attraktiv, das geht bei solchen Liebeskomödien nicht anders. Schauspielerisch geht das auch alles in Ordnung, man kann sich das gut anschauen. Man kann es aber auch ebenso bleiben lassen. You, Me & Italy ist ein völlig austauschbares Werk, das passgenau die Zielgruppe bedient und darüber hinaus keinerlei Ambitionen hat. Weh tut das nicht, einen bleibenden Eindruck hinterlässt das aber ebenso wenig.

Credits

OT: „You, Me & Tuscany“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Kat Coiro
Drehbuch: Ryan Engle
Musik: John Debney
Kamera: Danny Ruhlmann
Besetzung: Halle Bailey, Regé-Jean Page, Marco Calvani, Aziza Scott, Paolo Sassanelli, Stefania Casini, Lorenzo de Moor

Bilder

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You, Me & Italy
fazit
In „You, Me & Italy“ reist eine Frau in der Krise nach Italien, wo sie unerwartet die wahre Liebe findet. Die romantische Komödie ist völlig frei von Ambitionen, kombiniert unzählige Klischees mit einer an den Haaren herbeigezogenen Geschichte. Das ist schön anzusehen, tut auch alles nicht weh. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt das jedoch kaum.
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