We Are Aliens (2026) Ware Ware wa Uchūjin
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We Are Aliens (2026)

We Are Aliens (2026) Ware Ware wa Uchūjin
„We Are Aliens“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

So richtig viel haben Tsubasa und Gyotaro eigentlich nicht gemeinsam. Denn während Tsubasa ein eher unscheinbarer Junge ist, der nicht sonderlich hervorsticht, fällt Gyotaro durch sein exzentrisches Verhalten auf. Doch als die beiden sich in der Schule in einer ländlichen Kleinstadt Japans kennenlernen, verstehen sie sich gut. Sie beginnen Zeit, miteinander zu verbringen, alles Mögliche zusammen zu unternehmen und schließen dabei Freundschaft. Doch die Harmonie ist nicht von Dauer, es entstehen nach und nach erste Risse. Doch es ist vor allem ein Vorfall, der einen Keil zwischen die zwei treibt. Jahre später haben sich Tsubasa und Gyotaro aus den Augen verloren, einen wirklichen Kontakt gibt es nicht mehr. Doch der Vorfall verfolgt sie noch immer, hat sie auf sehr unterschiedliche Weise geprägt …

Freud und Leid der Schulzeit

An und für sich ist die Schulzeit gar nicht so wahnsinnig lang. Selbst wer hierzulande das volle Programm durchmacht, ist nicht länger als 13 Jahre dort, im Vergleich zur durchschnittlichen Lebenserwartung ist das zu vernachlässigen. Und doch dürfte es keine Phase in unserem Leben geben, die uns derart prägt. Wir verlieben uns, machen erste sexuelle Erfahrungen, bekommen eine Idee davon, wer wir sind, und legen den Grundstein für unseren beruflichen Werdegang. Kein Wunder also, dass es unzählige Filme und Serien gibt, die diesen Abschnitt thematisieren. Es ist nicht schwierig dabei, Identifikationsfläche für das Publikum zu schaffen. Und zumindest anfangs sieht es danach aus, als wäre We Are Aliens einer dieser vielen Animes, die genau das vorhaben, wenn wir einen Einblick in das Leben zweier Schüler bekommen.

Doch Regisseur und Drehbuchautor Kōhei Kadowaki, der hiermit sein Debüt vorlegt, hat größere Ambitionen. Ist sein Drama anfangs noch die Geschichte einer besonderen Freundschaft, wandelt sich der Film nach einer Weile. Es geht nicht mehr um die positiven Aspekte, geht nicht um die Bande, die wir in dieser Zeit knüpfen. Stattdessen zeigt er die Grausamkeit, die Kinder und Jugendliche in sich tragen, wenn sie einander das Leben schwermachen. We Are Aliens wird zu einem Mobbingdrama, welches manche an The King of Pigs erinnern wird. Beeindruckend ist dabei, wie organisch sich das verändert. Innerhalb kürzester Zeit verändern sich Verhältnisse, wird jemand zu einem Ausgestoßenen, ohne dass dies irgendwie übertrieben wirkt. Kadokawi verzichtet auf die Theatralik, die man bei Animes oft findet und erzählt vielmehr eine Geschichte, die direkt dem Leben entnommen ist.

Verfolgt von der Vergangenheit

Die Besonderheit des Films ist jedoch, wie er nicht einfach diese Zeit beschreibt, sondern welche langwierigen Folgen sie haben kann. Was nur ein kleiner Zwischenfall ist, hat das Potenzial, ein ganzes Leben zu verändern. We Are Aliens begleitet die beiden Protagonisten durch die Jahre, zeigt, wie diese auch als Erwachsene noch beeinflusst werden. Das geschieht auf sehr unterschiedliche Weise. Während der eine versucht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und irgendwie weiterzumachen, ist der andere zu einem Gefangenen seiner Erinnerungen geworden. Kadowaki verurteilt dabei weder den einen noch den anderen, spricht nicht davon, was zu tun ist. Er beobachtet lediglich, was es bedeuten kann, eine solche Erfahrung zu machen.

Die Langzeitbeobachtung, die 2026 in der Quinzaine des Cinéastes Weltpremiere feierte, überzeugt dabei nicht nur durch die Erzählweise, die gleichermaßen unaufgeregt und impressionistisch ist, universelle Themen mit originellen Einfällen verbindet. So bezieht sich der Titel auf das Entfremdungsgefühl, das einen gerade in dem Alter verfolgen kann. We Are Aliens ist auch visuell von einer bemerkenswerten Reife und Ausdruck von Kreativität. So greift der Anime auf die Rotoskopie-Technik zurück, selbst wenn er das – anders als der ebenfalls in einer Schule spielende Anime Aku no hana – Die Blumen des Bösen – das nicht durchgängig tut. Vielmehr wird auch in der Hinsicht nach einem Weg gesucht, für mehr Realismus zu sorgen und zugleich stilisiert bleiben zu können. Das ist nachdenklich, düster, tragisch – und ein starker Einstand für den japanischen Filmemacher.

Credits

OT: „Ware Ware wa Uchūjin“
Land: Japan, Frankreich
Jahr: 2026
Regie: Kōhei Kadowaki
Drehbuch: Kōhei Kadowaki
Musik: Yaffle

Bilder

Trailer

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We Are Aliens (2026)
fazit
„We Are Aliens“ erzählt von zwei Jungen, die während der Schulzeit Freundschaft schließen und von einem Vorfall ihr Leben lang geprägt sind. Der Anime kombiniert universelle Themen mit ungewöhnlichen Einfällen und geht auch visuell eigene Wege. Der Film ist nachdenklich und tragisch und ein starkes Regiedebüt.
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