Aurore Marechal/Getty Images for Illumination and Universal Pictures

Pierre Coffin [Interview]

Wer hätte gedacht, dass sich eines der erfolgreichsten Animationsstudios der Welt in einer unscheinbaren Pariser Seitenstraße befindet? Hinter einer ebenso unscheinbaren Tür entstehen bei Illumination Filme wie Der Super Mario Bros. Film, Sing, Pets – und natürlich die Abenteuer der Minions. Mit Minions & Monster (Kinostart: 1. Juli 2026) kehrt Regisseur Pierre Coffin zurück und liefert dabei überraschend viel Liebe zur Filmgeschichte. Bei einem exklusiven Studiobesuch sprach er mit uns über cineastische Vorbilder, George Lucas, Lovecraft und die Kunst, Erwachsene genauso zum Lachen zu bringen wie Kinder.

Lass uns über Minions & Monster sprechen. In der vorangegangenen Präsentation hast du erzählt, dass du nicht wirklich in der Stimmung warst, zu den Minions zurückzukehren.

Ich glaube, es passierte nach Ich – Einfach unverbesserlich 3. Ich hatte keinen Burnout, aber ich dachte einfach, ich muss etwas anderes machen. Ich musste was anderes machen. Trotzdem habe ich meinem Produzenten gesagt, dass es mir nichts ausmacht, zu helfen. Ich habe daher auch Kyle (Anm.: Er meint Regisseur Kyle Balda) bei Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss ausgeholfen. Und ich habe Kurzfilme gemacht. Ich liebe Kurzformate. Ich habe anfangs Werbespots und so etwas gemacht, und Illumination macht all ihre Marketingkampagnen selbst, also habe ich auch da ausgeholfen. Ich habe bei Spots und solchen Sachen Regie geführt. Also war ich immer noch in der Minions-Welt, aber ich wollte nicht so viel Zeit damit verbringen. Die großen Minions-Projekte erfordern viel Zeit von mir: Ich wache morgens auf, mache mir einen Kaffee und beginne mit der Arbeit. Ich schreibe Dinge auf, schaue mir gedrehte Szenen an und bereite alles für den Tag und die Animatoren vor. Und in meinem Fall bin ich auch noch eine Stimme der Minions, weswegen ich bei solch einem Projekt auch immer wieder Dinge einsprechen muss.

Und zwei Stunden später, um neun Uhr, nehme ich die U-Bahn, komme hier an, erledige meine normale Arbeit mit Meetings und so, gehe nach Hause und koche. Also koche ich, gehe ins Bett und bin supermüde. Und dann wiederholt sich der Tag, Tag für Tag. Und so verbrachte ich meine täglichen Stunden, drei Jahre lang. Also für drei Jahre. Und am Ende dachte ich mir einfach: Ich muss etwas anderes machen. Also habe ich das Chris (Anm.: Er meint Produzent Chris Renaud) gesagt, und er hat das total verstanden. Und deshalb habe ich bei all den anderen Filmen nicht Regie geführt, war aber immer noch die Stimme der Minions. Also habe ich das gemacht. Dann hat sich jedoch was geändert. Chris kam zu mir und mir diesen kleinen Satz gesagt: „Es gibt einen Minion, der möchte einen Film drehen, in welchem er auf ein Monster trifft und deswegen ein Monster beschwört, welches danach die Erde zerstören möchte.“ Weißt du, ich bin niemand, der für sich selbst arbeiten kann. Ich brauche sozusagen einen Arbeitgeber, der mich mit seinen Ideen inspiriert. Ich liebe es, die Leute zufriedenzustellen, die mich einstellen. Ich liebe es, den Aufträgen meinen ganz eigenen Dreh zu verpassen. Als Chris diesen Satz sagte, dachte ich nur: „Oh, und wir könnten das machen, und dann könnte das passieren, und wir könnten… Anstatt die drei Minions zu nehmen, die wir kennen, vielleicht die anderen Minions nehmen, damit ich bei den Synchronstimmen andere Wege gehen kann.

Ich hatte also schon erste Ideen und fragte Chris deswegen, ob es ihn stört, wenn ich jene mal aufschreiben. Dabei machte ich klar, wenn es ihm nicht gefällt, dann würden wir das Projekt beenden, bevor wir überhaupt damit angefangen haben. Und so schrieb ich drei Sätze auf, und dann drei Absätze und dann drei Seiten. Und dann wurde es zu einem ersten Entwurf und Chris sagte: „Na gut, lass es uns machen.“ Und so hat alles angefangen …. BAM (lacht).

Als ich den Film gestern gesehen habe, saß ich mit so riesigen Augen im Kino, denn der ganze Film ist ein Liebesbrief an das Kino.

Oh ja, absolut richtig.

Im Film gibt es so viel zu entdecken. Bereits am Anfang, wenn die Touristen das Hollywood-Museum betreten, gibt es so viele Easter Eggs. Sogar eines, welches direkt die Kultkomödie Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug referenziert. Für mich ein toller WTF-Moment. Wie kam es zu diesem Easter Egg?

Der Film ist ein Klassiker!  Es ist einer der besten Filme aller Zeiten.

Da hast du absolut recht. Trotzdem kann ich mich an keinen anderen Film erinnern, in welchem deswegen ein Easter Egg eingebaut worden ist.

Er ist ein Klassiker, zumindest für mich. Citizen Kane mag ein Klassiker meines Vaters oder meiner Mutter sein, jedoch ist Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug mein Klassiker.

Doch da ist noch mehr. Man entdeckt Bruce Lee, Charlie Chaplin und andere …

Wir haben jeden genommen, für welchen wir die Erlaubnis erhalten haben. Wir mussten nämlich ein paar Sachen herausnehmen, weil die Leute, also die Erben oder Lizenzinhaber, es nicht wollten.

Regisseur Pierre Coffin (links) und unser Autor Nando Rohner (rechts) im Gespräch bei den Illumination Studios in Paris.

Dann ist da auch noch George Lucas. Wobei ich mich gefragt habe, ob das der echte  George Lucas ist, dessen Stimme man hört?

Ja ist es (lacht). Ich habe eine tiefe Verbindung zu Star Wars: Ich war zehn Jahre alt und ich sprach kein Englisch. Ich war damals mit meinem Vater unterwegs und er sagte zu mir, dass es da diesen Film gibt, über welche alle sprechen. Zwei Tage sind wir deswegen ins Kino gegangen, um diesen Film zu sehen, den man damals unbedingt gesehen haben musste. Ich war damals ein Kind aus einem Pariser Vorort, welches noch nie in einem großen Kino war …. und dann noch für Star Wars. Ich wusste nicht, wie ich mit all den Eindrücken umgehen sollte. Ich verstand kein Wort von dem Film, der vollkommen in Englisch war. Also habe ich meinen Vater ständig gefragt: „Was passiert da?“ Da ist dieses große Schiff. Oh mein Gott. Und er erklärte es mir. Und weißt du, diese ganze Sache mit der Macht. Ich wusste nicht, was die Macht war. Niemand wusste, was die Macht ist. Also fragte ich: „Ist das echt? Was ist das?“ Ich sah also dieses Ding, die Musik, die Spezialeffekte. Ich dachte nur: „Oh mein Gott.“ Und danach kaufte ich alles, was ich in die Finger bekam, die Comics, das Making-of, die Zeichnungen der Schiffe. Und so fing ich an, die Schiffe zu zeichnen und… und ich glaube… Ich glaube, damit fing auch der Wunsch an, eines Tages selbst Filme machen zu wollen.

Und als wir diese Idee hatten,  Minions & Monster in einem Filmmuseum beginnen zu lassen, sagte ich, dass wir einen Witz für einen bekannten Schauspieler, Regisseur oder Produzenten reservieren sollen …. jemand, der in diesem Fall lebendig sein muss. Mehr im Spaß sagte ich, dass wir dafür vielleicht George Lucas nehmen können? Mein Produzent sprang auf den Zug auf, indem er sagte, dass er dessen Frau kenne und ihre Nummer hat. Vor meinen Augen schrieb er ihr eine Textnachricht und meinte danach, dass Lucas eine Woche später ohnehin in Frankreich sein würde. Und so kam es, dass er eine Woche später für 15 Minuten zu uns in Studio kam und vor Ort seinen Text einsprach.

Wo wir gerade von Star Wars sprechen: Der Kampf gegen Irene, das ist die absolute Todesstern-Schlacht, genau wie in Star Wars ….

Ja, naja, irgendwie schon. Wir mussten schnell sein, denn an diesem Punkt des Films muss es einfach irgendwie enden, um keine Längen zu haben.  Das Ende von Irene ist also wirklich schnell und somit nicht wie in Star Wars, wo man sich mit der Schlacht Zeit nimmt. Hier geht es wirklich nur darum, dass wir Irene loswerden müssen, um zum nächsten Schritt überzugehen. Der Kampf war am Anfang richtig lang, doch dass fühlte sich nicht richtig an.

Doch ja, es ist irgendwie klar Star Wars. Auch wegen unserem Komponisten John Powell, der an einer Stelle sogar einen klitzekleinen Querverweis eingebaut hat, bevor sich das Stück in eine andere Richtung entwickelt.

Würdest du dich als Cinephilen beschreiben?

Nein, ich bin mir da nicht sicher. Ich liebe alle Arten von Filmen. Ich bin einfach so … ich schaue alles. Sogar die schlechtesten Filme aller Zeiten. Ich habe kein gutes Gedächtnis, aber ich sehe alles und genieße es.

Aber das ist doch ein Cinephiler, der sich alle möglichen Filme ansieht und sie auch schätzt.

Ah ok. Ja, dann bin ich einer (lacht). Aber es wird heutzutage immer schwerer, ein Cinephiler zu sein, weil es einfach so viele Filme gibt. Ich versuche immer, mir alles anzuschauen. Ich schaue alles, was mit Animationen zu tun hat, was irgendwie furchtbar ist, weil ich ja in diesem Bereich arbeite (lacht). Und dann komme ich nach Hause und sage mir: Diesen Film muss ich mir noch ansehen. Manchmal zwinge ich mich dazu, Filme zu schauen. Aber ich liebe es halt auch, Filme zu schauen.

Lass uns über den Riesen im Film sprechen. Sein erster Auftritt hat mich sofort an Time Bandits von Terry Gilliam erinnert …

Ja und er ist auch eine Anlehnung an die alten Ray-Harryhausen-Filme wie z. B. Jason und die Argonauten. Die Szene mit ihm ist also eine Mischung aus beidem. Terry Gilliam hätte die Szene natürlich in echt gedreht, ganz so, wie er es in Time Bandits gemacht hat.

Bleiben wir noch bei Anspielungen auf alte Filme: Es gibt ja auch einige Hommage an Charlie Chaplin und Buster Keaton zu entdecken. Denkst du, das junge Publikum von heute wir jenen verstehen?

Nein (lacht).

Minions & Monster ist somit für alte Leute wie mich gedacht?

Der Film ist für die alten Leute wie uns (lacht). Das ist die eine Sache, während die andere jene ist, dass, wenn die Kinder hören, dass wir lachen, sie vielleicht wissen wollen, wieso das so ist? Und hoffentlich sind sie neugierig genug, oder jemand erzählt ihnen mehr, und sie interessieren sich vielleicht dafür. Ich meine, da gibt es viel zu entdecken. Besonders bei Leuten wie bei Buster Keaton, die seinerzeit ihre Stunts alle selber und ohne Spezialeffekte gemacht haben. Als eine Hommage an diese längst vergangene Zeit haben wir am Anfang des Films auch das galoppierende Pferd von Eadweard Muybridge eingebaut, mit welchem damals sozusagen alles angefangen hat. Alleine die Lebensgeschichte von Muybridge ist unglaublich interessant. Er hat den Liebhaber seiner Frau erschossen und wäre dafür fast ins Gefängnis gekommen, jedoch konnte man ihn nicht verurteilen. Er hat sich schon immer für die Fotografie interessierte – er war ein bekannter Fotograf. Eines Tages bekam er einen Auftrag von Stanford, dem Typen, der auch die gleichnamige Universität gegründet hat. Muybridge sollte anhand von Bildern beweisen, dass ein galoppierendes Pferd an einem bestimmten Punkt alle vier Hufe in der Luft hat. Aus den verschiedensten Fotos sind dann die ersten Animationen entstanden …. und damit hat seinerzeit alles angefangen. Ich möchte einfach, dass man solche Leute nicht vergisst. Als ich auf der Animationsschule war, gehört es zur Bewegungsstudie dazu, dass man sich mit jenen Pionieren der Animationen aufeinandersetzt …. und ich fände es schön, wenn es die Zuschauer vielleicht auch tun werden.

Der Film wirkt fast wie eine kleine Lektion in Filmgeschichte …

Es ist lustig, dass du das erwähnst. Es war meine Idee, dass der Film in dieser Epoche spielt. Jene Epoche, die man auch aus anderen Filmen wie Singin‘ in the Rain, Babylon – Rausch der Ekstase und The Artist kennt. Viele Leute haben also schon diese Art von Geschichte erzählt. Aber ich sagte mir: „Oh, wir sollten das mit den Minions machen, und wir sollten all diese kleinen Ausschnitte haben, wie sie es vermasselt haben.“ Und da kam uns die Idee mit Citizen Kane, dem Der Malteser Falke usw.  All diese Dinge sind wirklich lustig anzusehen. Für mich ist das Äquivalent zum ersten Teil des Films, wo man sieht, wie sie all ihre verschiedenen Meister getötet haben. Ich würde liebend gern mehr von diesen kleinen Momenten sehen, in denen sie in Filmen mitgewirkt haben.

Wenn man einen Film wie Minions & Monster macht. Wann weiß man, ob eine Szene lustig ist oder nicht?

Ich weiß es nicht. Ich habe einfach so ein Gefühl, wo ich denke: Ja, das hat wirklich Potenzial. Zum Beispiel bei dem Riesen. Ich wusste: Okay, also, er muss auf etwas treten, und es muss Lego sein, weil Eltern das nachvollziehen können. Was ich normalerweise mache, ist, dass ich zu weit gehe. Und dann sagt Chris zu mir: „Du bist zu weit gegangen. Es ist lustig, aber du bist zu weit gegangen.“ Dieses Mal hat er nicht gesagt: „Du bist zu weit gegangen.“ Also haben wir es gemacht. Was wir normalerweise tun, ist, Testvorführungen zu machen, um zu sehen, was lustig ist und was nicht. Und das hier hat die größten Lacher bekommen. Weißt du, ich glaube, die Minions haben das Recht, Dinge zu tun, die andere normalerweise nicht tun.

Ja, sie kommen mit so etwas davon, weil es die Minions sind.

Ganz genau.

Aber eine Sache ist mir aufgefallen. Im Trailer gibt es eine Szene mit dem Clown-Minion, der von Irene weggestoßen wird. Und dann fällt er hin und dann: Hat er seine rote Clownnase zwischen den Beinen, was aussieht wie ein Penis. Doch im Kino war die Szene anders …

Ich wusste gar nicht, dass die Szene im Trailer ist. Ich wurde gebeten, jene Szene zu ändern. Für mich war es so: Irgendwann rief mich Chris an und meinte: „Ah, ich glaube, wir werden da Gegenwind von den Müttern bekommen. Okay. Wenn du es drinbehältst. Also… stört es dich, wenn wir das rausnehmen?“ Ich sagte: „Nein, das ist nicht das Lustige daran. Der Gag ist, dass er dieses Ding zurück ins Gesicht geschleudert bekommt.“ Also habe die Szene abgeändert.

Ist dies also das erste Mal, dass du etwas aus einem Minions-Film entfernen mussten, das vielleicht ein wenig zu gewagt war?

Nein, nein. In der Vergangenheit gab es schon viele Male … Ich habe 20 Minuten Material, das entweder zu brutal ist, wo wir zu weit gegangen sind, in verschiedenen Bereichen und solchen Sachen. Aber die Sache ist die: Wenn wir es nicht versuchen, wenn wir die Reaktionen der Leute nicht sehen, dann wissen wir es nicht. Wir können es nur vorhersehen.

Besteht die Möglichkeit, dass es je einen R-Rated Minions-Film geben wird?

Das glaube ich nicht, und ich sehe eigentlich auch nicht den Sinn darin. Denn das Lustige an diesen Jungs ist – sofern wir unseren Job richtig machen –, dass es hoffentlich für die ganze Familie ist. Die Kinder bekommen das, was sie für sich lustig finden. Und die Erwachsenen verstehen den Subtext oder die Dinge, die eine gewisse Tiefe in etwas bringen, das auf den ersten Blick nur eindimensional erscheint.

Mir gefällt die Idee, wenn die Minions den Dämon beschwören, dass dabei solch ein Mini-Cthulhu herauskommt. Du bist also ein Fan von Lovecraft?

Natürlich!

Natürlich?

Ups, Entschuldigung, dass klang wohl ein wenig komisch (lacht). Als ich wusste, dass es im Film Monster geben wird, war mir klar, in welche Richtung ich gehen möchte. Ich meine, dabei führt kein Weg an Lovecraft vorbei. Alle mögen z. B. die Serie Stranger Things, in welcher ganz viel Lovecraft steckt. Seine Werke sind ein Teil der Popkultur. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, ihn ein wenig zu referenzieren und damit die Leute zu überraschen. Wir haben den grusligen Cthulhu-Mythos sozusagen umgekehrt …. ihn ins Humoristische transformiert. Die Idee war, mit den Erwartungen der Leute zu spielen.

Mir gefällt auch, dass du am Anfang des Films die Verschmelzung von Minions und teils echten schwarz-weiß Aufnahmen betreibst. Ist es also die Idee, in naher Zukunft eine Art Crossover aus Live-Action und Animationsfilm zu machen. Einen Minions-Film in der Tradition von Falsches Spiel mit Roger Rabbit zu drehen?

Das würde ich sehr gerne machen. Aber ich meine, es ist kompliziert, denn so, wie wir unsere Filme konzipieren, haben wir drei Jahre Zeit, und während dieser drei Jahre schreiben wir den Film immer wieder um. Und ich denke, es gibt einen Grund, warum Illumination noch keine Live-Action-Filme gemacht hat. Sie hätten durchaus die Fähigkeiten dazu. Aber die Sache ist die, dass man bei Live-Action nicht ständig umschreiben kann. Man muss an einem bestimmten Punkt aufhören und sich festlegen. Und wir legen uns nie fest. Wie bei diesem Film, da waren wir immer noch in der Tonmischung und haben trotzdem noch zwei Einstellungen nochmals neu gedreht.

Letzte Frage: Wenn du jahrelang an einem Minions-Film arbeitest, gibt es da auch den Moment, wo du dich dabei ertappst, wie ein Minion zu denken?

Nein, niemals, niemals. Wirklich! Mein Büro ist auch weitgehend Minions-frei. Es ist ganz schlicht gehalten. Und das hat einen Grund, denn ich… ich weiß, dass ich ohnehin schon besessen bin. Ich habe früher kleine Kreaturen gezeichnet, und ich habe irgendwie alles Mögliche gezeichnet. Irgendwann, nach fast 18 Jahren in diesem Job, ist es so: Jedes Mal, wenn ich einen Bleistift in die Hand nehme und anfange, etwas zu zeichnen, wird es ein Auge. Oh Scheiße. Und dann wird letztendlich immer ein Minion daraus. Also versuche ich, mich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen, denn ich denke mir: „Oh, es wäre schön, wenn ich irgendwann auch mal etwas anderes machen könnte.“ Ich merke, dass es für mich immer schwerer wird, etwas anderes zu tun. Denn das hier hat unglaublich viel Spaß gemacht. Einfach schon wegen der Zeitspanne, wegen all der Ideen, die irgendwie jeder hatte. Man sucht sich die Thematik auch danach aus, weil man weiß, dass das ganze Team – 300 Leute – durch diese Thematik motiviert sein wird. Und ich erinnere mich, als wir anfingen, hatten wir diese Herangehensweise, dass jede Zeichnung durch die Pipeline gehen muss, da jemand anders vielleicht dadurch inspiriert wird. Und ich hoffe, es hat sich ausgezahlt. Ich weiß nicht, ob es sich ausgezahlt hat, aber ich denke schon, zumindest für mich war es so. Wenn ich mir den neuen Film ansehe, sage ich: Das ist tatsächlich der Film, den ich machen wollte. Und er überrascht mich immer noch … er überrascht mich wirklich noch. Deshalb hoffe ich, dass es auch für die anderen Leute überraschend gut ist.



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