Elle 2026 Amazon Prime Video Streamen online Video on Demand
© Kimberley French/Justine Yeung/Jessica Brooks/Prime Video

Elle – Staffel 1

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„Elle“ // Deutschland-Start: 1. Juli 2026 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Als der Schönheitschirurg Wyatt Woods (Tom Everett Scott) eine Nasenoperation verpfuscht, ist das nicht nur für die Betroffene ein Desaster. Es bedeutet auch, dass der Arzt zusammen mit seiner Frau Eva (June Diane Raphael) und Tochter Elle (Lexi Minetree) die Stadt verlassen muss. Statt des sonnigen Los Angeles steht nun das wolkenverhangene Seattle auf dem Programm. Das wird für alle eine große Umgewöhnung. Gerade Elle, die mit ihrer betont pinken Kleidung ein Fremdkörper an ihrer neuen High School ist, tut sich mit dem neuen Umfeld schwer. Dabei mangelt es nicht an persönlichem Einsatz, Elle beginnt bald, alles dafür zu tun, damit andere sie mögen. Sie setzt sich sogar für eine der Lehrerinnen ein, ohne zu ahnen, welche Folgen das haben wird …

Prequel-Serie zum Kinohit

Irgendwann kommen sie alle wieder. Dieses Gefühl hat man zumindest, wenn man einen Blick auf das Kinoprogramm wirft oder das Angebot der Streamingdienste anschaut. Da werden immer wieder alte Hits neu aufgelegt, teils erst Jahrzehnte später, als schon niemand mehr damit rechnet. Gerade erst ist Der Teufel trägt Prada 2 herausgekommen und wurde zwanzig Jahre nach dem ersten Teil ein überraschend großer Hit. Nun mischt auch Amazon Prime Video bei dem Geschäft mit der Nostalgie mit. So versucht man, mit Elle an die Erfolge von Natürlich blond (2001) und Natürlich blond 2 (2003) anzuknüpfen. Eigentlich war angedacht, dass ein dritter Teil folgt. Da dieser aber nicht vom Fleck kommt, entschied man sich dafür, statt einer Fortsetzung ein Prequel zu machen – und das eben in Serienform.

Nun darf man sich fragen: Braucht es das? Gibt es wirklich jemanden, der wissen wollte, wie Elle war, bevor sie anfing Jura zu studieren? Das vielleicht nicht. Es schadet aber auch nicht so wirklich. So zeigt die Serie die Protagonistin in verschiedenen Situationen, in denen es durchaus um ihren Gerechtigkeitssinn geht. Dieser ist vorhanden. Wenn sie etwas sieht, was sie als ungerecht empfindet, dann schreitet sie ein. Sie geht dabei jedoch unbeholfen vor, geradezu fahrlässig. Sie wirkt an manchen Stellen sogar etwas dümmlich, so als wollte sie das Stereotyp von Blondinen bestätigen. Wobei sie natürlich trotzdem die Heldin ist. Und sie wird auch eine Wandlung durchmachen, wenn sie im Laufe der acht Folgen dazulernt und beginnt, sich sicherer in dieser neuen Welt zu bewegen. Das bedeutet auch: ihre eigene Position zu finden, unabhängig von ihren Eltern.

Austauschbarer Nostalgietrip

Das Publikum wird bei dieser inneren Reise hingegen eher weniger lernen. Elle ist keine sehr anspruchsvolle Serie, bleibt bei vielen Themen an der Oberfläche. Vieles von dem, was hier geschieht, ist auch recht austauschbar. Da geht es um die üblichen Probleme, inklusive komplizierter Gefühle. Manche der Figuren sind dann auch nicht mehr als Stereotype, während sich Showschöpferin Laura Kittrell bei anderen mehr Mühe gegeben hat. Schauspielerisch passt das ganz gut, es gelingt Newcomerin Lexi Minetree, die ikonische Rolle von Reese Witherspoon zu übernehmen und ihr dabei einigermaßen nahezukommen. Viele eigene Akzente setzt sie nicht, das war in diesem Kontext aber auch nicht zu erwarten. Die Figur soll schließlich an die von damals anknüpfen und nostalgische Fans bedienen.

Überhaupt soll die Serie nostalgisch stimmen. Das zeigt sich gerade auch an der Musik. Eine Geschichte, die im Seattle der 1990er spielt? Klar, dass da Grunge immer wieder thematisiert werden muss. Hinzu kommen andere Hits aus der Zeit aus dem alternativen Lager, Only Happy When It Rains von Garbage etwa, das Titellied der Serie. Wer selbst in dieser Zeit aufgewachsen ist, wird sich da wie zu Hause fühlen. Allerdings hat das dann doch mehr von Cosplay, wie eine Herzensangelegenheit fühlt sich das nicht an. Auch in der Hinsicht bleibt das eher oberflächlich. Man kann sich das Ergebnis aber durchaus gut anschauen, Elle ist schon amüsant, gefällt auch durch die Optik. Wem das reicht, kann einmal hier reinschauen. Gebraucht hätte es das Prequel aber kaum.

Credits

OT: „Elle“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Jason Moore, Sammi Cohen, Pete Chatmon, Stacie Passon
Drehbuch: Laura Kittrell, Eli Wilson Pelton, Asmita Paranjape, Julia Brownell, Jen Regan, Chad Charlie, Caroline Dries
Idee: Laura Kittrell
Vorlage: Amanda Brown
Musik: Tom Howe
Kamera: Tobias Datum, Shasta Spahn
Besetzung: Lexi Minetree, June Diane Raphael, Tom Everett Scott, Jacob Moskovitz, Gabrielle Policano, Chandler Kinney, Zac Looker, Amy Pietz

Bilder

Trailer

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Elle – Staffel 1
fazit
„Elle“ erzählt als Prequel von „Natürlich blond“ von der High-School-Zeit der späteren Anwältin. So richtig viel zu sagen hat die Serie zwar nicht, ist aber schon ganz unterhaltsam. Das 90er-Jahre-Setting dürfte bei manchen aber für Nostalgie sorgen, auch wegen des Einsatzes der Musik, selbst wenn das ebenso oberflächlich ist wie der Rest.
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