Seit drei Staffeln kümmert sich der Kopfgeldjäger, der Mandalorianer Din Djarin, liebevoll um den kleinen Grogu, auch bekannt als Baby Yoda. Am 20. Mai 2026 startet Star Wars: The Mandalorian And Grogu in den deutschen Kinos. Darin erhalten der Mandalorianer und Grogu den Auftrag von der Neuen Republik, Rotta der Hutte zu retten, um an wichtige Informationen über verfeindete imperiale Warlords zu kommen. Zur Pressekonferenz in Berlin sind Regisseur Jon Favreau und die beiden Darsteller Pedro Pascal und Sigourney Weaver angereist.
Erinnert ihr euch an das erste Erlebnis mit Star Wars?
Jon Favreau: Ja. Ich bin 1966 geboren, also war ich etwa 10 oder 11 Jahre alt, als der erste Teil herauskam. Ich erinnere mich, dass ich mit meinem Vater in New York im Kino war und wie dieses riesige Raumschiff auftauchte. Zuerst flog der Blockadebrecher vorbei, dann der Sternzerstörer. Im Kinosaal gab es einen kollektiven Aufschrei, dann Gelächter, dann Jubel, und es hörte nicht mehr auf. Das hat mich sehr beeindruckt. Der Cineast George Lucas hat so viele Anspielungen eingebaut, die ich damals noch nicht verstanden habe. Es hat mir nicht nur den Zugang zu Star Wars, sondern zum Kino im Allgemeinen eröffnet. Das führte dazu, dass ich Kurosawa, Western, Flash Gordon, das Pulp-Kino und natürlich die Mythologie von Joseph Campbell kennenlernte. Zuerst liebte ich das Spektakel, aber als ich älter wurde, liebte ich das Geschichtenerzählen und die Menschlichkeit.
Sigourney Weaver: Ich habe mir den Film 1977 bei seinem Kinostart im Ziegfeld Theater in New York City angesehen, zusammen mit tausenden anderen Leuten, und so etwas hatten wir noch nie zuvor gesehen. Der Film hat einen in eine andere Galaxis entführt. Der Film hatte Herz und Humor. Was mir besonders gefallen hat, war, dass es so viele verschiedene Spezies gab und sie sich größtenteils alle gut verstanden haben. Es gab zwar das böse Imperium, aber ansonsten hatte man in Star Wars immer das Gefühl, ein Zuhause zu haben, egal was passierte.
Pedro Pascal: Ich bin 1975 geboren, daher ist meine gesamte Kindheit von den ersten Star Wars Filmen geprägt. Mein persönlicher Favorit ist Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ich werde niemals vergessen, wie ich endlich Karten für diesen Film bekommen habe. Wir haben es drei- oder viermal versucht, und es war immer ausverkauft. Meine Schwester hatte den Film bereits gesehen, ich aber noch nicht. Das war die Hölle für mich. Als ich endlich die Karten bekam, war es einfach eines der großartigsten Kinoerlebnisse, die ich je auf der großen Leinwand hatte.
Pedro Pascal, du hast erwähnt, dass Sigourney Weaver eine große Inspiration für dich war. Inwiefern hat ihre Anwesenheit am Set den Ton und die Atmosphäre bei The Mandalorian And Grogu beeinflusst?
Pedro Pascal: Ich habe als Kind alle ihre Filme gesehen. Ich war von ihr als Schauspielerin fasziniert. Ich musste erst einmal meine Bewunderung für sie überwinden. Ich war nicht überrascht, dass Jon sie gecastet hatte. Seit dem ersten Tag von The Mandalorian hat er es geschafft, mit jeder Rolle einen Volltreffer zu landen. Die Zusammenarbeit mit Sigourney Weaver war für mich ein wahr gewordener Traum. Ich habe Gorillas im Nebel peinlich oft im Kino gesehen. Ich bewundere sie in jeder Hinsicht als Mensch und als Künstlerin.
Es gibt einige großartige Besetzungsentscheidungen und Synchronsprecher, die man in diesem Film nicht erwarten würde. Ohne zu viel zu verraten: Jeremy Allen White und Martin Scorsese sind mit von der Partie. Wie haben Sie die beiden überzeugt?
Jon Favreau: Was Jeremy Allen White angeht, haben wir beide schon einmal Köche auf der Leinwand gespielt. Daher hatten wir sofort eine Verbindung zueinander. Als wir über verschiedene Stimmen nachdachten, sprach ich mit unserer Casting-Direktorin Sarah Finn, und sie begann, Listen mit Leuten für diese Rollen zusammenzustellen. Er war keine naheliegende Wahl für die Figur des Rotta der Hutte. Aber seine Schauspielleistungen, selbst aus seinen früheren Jahren, waren wunderbar. Ich liebe ihn in The Bear. Ich habe ihn kontaktiert und gefragt: Wärst du daran interessiert, eine Figur zu spielen, eine Stimme? Während er daran arbeitete, wurde die Rolle ausgebaut, weil er so großartige Arbeit geleistet hat.
Was Martin Scorsese angeht: Ich bin mit seinen Filmen aufgewachsen. Er hat mich sehr beeinflusst. Ich erwähnte das gegenüber Kathleen Kennedy, der Produzentin. Sie sagte: Ich rufe Marty mal an. Mal sehen. Als ich das nächste Mal nachfragte: Hast du schon von ihm gehört? Sagte sie: Oh ja, er macht es. Mein Herz machte einen kleinen Sprung. Wir hatten unsere Aufnahmesession, und er hätte nicht lustiger, kooperativer und verspielter sein können. Er fragte mich nach Vorschlägen. Alle Charakterdesigner und Animatoren waren genauso begeistert wie ich und bauten seine Figur und seine Darstellung auf der Grundlage dessen auf, was er tat. Obwohl es kein Motion-Capture-Verfahren war, basierte es auf Keyframes. Das gehört zu den schönsten Animationen des Films.
Jon Favreau und Pedro Pascal, ihr hattet ja schon etwas Zeit, euch in Grogu zu verlieben. Aber Sigourney Weaver, für dich war es die erste Begegnung mit diesem kleinen Wesen. Wie war es, ihn zum ersten Mal zu treffen? Was hast du empfunden?
Sigourney Weaver: Ich habe versucht, vor Jon zu verbergen, dass es für mich – trotz meiner Rolle – zwischen mir und diesem kleinen Kerl Liebe auf den ersten Blick war, denn ich traf nicht auf jemanden, der von fünf Puppenspielern gesteuert wurde. Ich traf auf dieses kleine Yoda-Wesen, das so voller Leben war. Ich habe die Szene geliebt.
Wie war es für dich, zu sehen, wie Sigourney Weaver am Set auf Grogu reagiert hat?
Jon Favreau: Das Tolle an der Zusammenarbeit mit Sigourney war, dass sie die Rollen aus ihren früheren Science-Fiction-Filmen mitbrachte. Es ist beeindruckend, wenn eine Schauspielerin das Set betritt und alles mit sich trägt, was zuvor war. Die Stärke ihrer Figur war besonders wichtig. Sigourney fragte: Gibt es eine Möglichkeit, dass ich ein bisschen mit Grogu arbeiten kann? Also haben wir die Szenen umgeschrieben, aber sie muss wirklich streng mit ihm sein. Doch jedes Mal, wenn die Kameras zwischen den Takes ausgeschaltet waren, hielten mehrere Puppenspieler die Puppe mit Fernbedienungen in Bewegung. Sie waren wie zwei alte Freunde. Sie ließ ihre harte Fassade fallen, beugte sich vor und fing an, mit der Puppe zu sprechen.
Jon Favreau, du hast deine eigene Fernsehserie für die große Kinoleinwand adaptieren. Du bist Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler. Was bedeutet Kino für dich generell?
Jon Favreau: Das Kino ist etwas, in das ich mich verliebt habe. Ich war Platzanweiser im Kino, als Die Rückkehr der Jedi-Ritter lief. Ich war dann als Statist und Charakterdarsteller tätig, trat in Live-Comedy-Shows in Chicago auf und arbeitete mich schließlich bis zum Filmset hoch. Mein Filmseminar war das Set und ich stellte eine Million Fragen. Ich liebe es, was das Kino für mich, meine Freunde und Familie bedeutet, und dass ich meine Kinder an Filme heranführen kann. Ich freue mich, dass diese Second-Run-Kinos, die klassischen Filmhäuser, in meiner Heimat voller junger Leute sind. In diesem Jahr laufen viele sehr erfolgreiche Filme in den Kinos, und es fühlt sich an, als sei das Kino so relevant wie eh und je. Ich meine damit das gemeinschaftliche Erlebnis, wenn Menschen zusammenkommen, gemeinsam lachen und jubeln, sei es bei Filmen, Musik oder Sport. Wir sind derzeit durch Technologie und Algorithmen so isoliert. Man verliert sich sehr leicht und vergisst, wie viel wir gemeinsam haben. Es war großartig nach der Arbeit an der Serie im Kino zu sitzen.
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