Finders Keepers
© Syfy

Finders Keepers

Finders Keepers
„Finders Keepers“ // Deutschland-Start: 8. Februar 2017 (Tele 5)

Inhalt / Kritik

Es ist Zeit für einen Neuanfang, schließlich hat Allyson Simon (Jaime Pressly) die Scheidung von ihrem Mann Jonathan (Patrick Muldoon) endlich hinter sich. Und das bedeutet auch, dass sie ein neues Zuhause will. Also zieht sie mit ihrer 9-jährigen Tochter Claire (Kylie Rogers) aufs Land, wo sie ein großes Haus für sich gekauft hat. Dass es hier wenige Jahre zuvor zu einer großen Tragödie gekommen ist und ein Junge seine ganze Familie getötet hat, wird ihr dabei verschwiegen. Dafür findet Claire eine Puppe, die offensichtlich jemand vergessen hat und die ihr ans Herz wächst. Tatsächlich ist das Mädchen bald von dieser besessen. Und es dauert nicht lang, bis es erneut zu einem Mord kommt …

Horror aus der TV-Hölle

Dass Fernsehsender eigene Filme produzieren, ist natürlich keine deutsche Erfindung. Auch in anderen Ländern ist das gängige Praxis. Stärker aber als in Deutschland gibt es international Sender, die sich auf spezielle Sparten spezialisiert haben und eine engere Zielgruppe aufweisen. Ein Beispiel hierfür ist der US-amerikanische Sender Syfy, der neben titelgebenden Science-Fiction-Produktionen auch viel im Fantasy- und Horrorbereich veröffentlicht hat. Dazu gehören etwa der Spinnentrash Lavalantula – Angriff der Feuerspinnen, die Kultreihe Sharknado oder die Neuauflage Kinder des Zorns von 2009. Und auch Finders Keepers feierte auf dem Sender Premiere, bevor er später auch im deutschen Fernsehen zu sehen war.

Die Herkunft sagt einem dabei schon, was man realistisch erwarten kann. Der Sender ist ein Synonym für billige Wegwerfware, nur selten ist dort etwas Brauchbares zu finden. Es wäre schön sagen zu können, dass das hier eine dieser seltenen Ausnahmen ist. Das wäre aber gelogen. Stattdessen bestätigt Finders Keepers das Klischee des TV-Murkses. Und es ist nicht das einzige Klischee, welches die US-Produktion brav abhakt. Vielmehr ist das hier nicht mehr als eine Kopie anderer Filme. Und eine sehr schlechte noch dazu. Schon das Konzept der unheilvollen Puppe ist alles andere originell. Das war es schon 2014 nicht, als der Film in der Heimat das erste Mal zu sehen war. Seither hat sich das nicht unbedingt verbessert.

Unsinnig und langweilig

Mal wieder geht es um ein einsames Kind, das irgendwo Anschluss und Verständnis braucht und dadurch zur leichten Beute für die teuflische Puppe wird. Diese sieht wie immer wahnsinnig hässlich aus, wohl auch um das Innenleben zu verdeutlichen. Warum man als Kind aber, noch bevor man in den Bann gerät, dieses Objekt unbedingt an sich nehmen will, wird hier klar. Nicht, dass Finders Keepers anderweitig mehr Sinn ergeben würde. Das ist alles nicht nur dreist zusammengeklaut, sondern auch noch ohne schlüssiges Konzept. Vieles an dem Film ist völlig willkürlich, ob es nun die Regeln sind oder der schlussendliche Showdown.

Nun ist Originalität kein notwendiges Merkmal eines guten Horrorfilms. Wichtiger dürfte für die meisten sein, dass der Streifen spannend ist. Aber auch in der Hinsicht ist Finders Keepers ein Ausfall. Dass die Todesszenen wenig hergeben, ist angesichts des geringen Budgets, welche solche Fernsehfilme immer haben, noch zu akzeptieren. Wie langweilig aber auch die restlichen Horrormomente geworden sind, ist weniger leicht zu verzeihen. Die Figuren sind nicht mehr als Schablonen. Schauspielerisch hinterlässt das ebenfalls wenig Eindruck, obwohl man Tobin Bell (Saw) für eine Nebenrolle gewinnen konnte. Insgesamt ist dann auch nicht ersichtlich, warum man sich das hier anschauen sollte. In Zeiten, als Fernsehen noch die primäre Quelle für viele war, nahm man mit, was gerade kam, mangels Alternativen. In Zeiten von allgegenwärtigem Streamen funktioniert das aber so nicht mehr.

Credits

OT: „Finders Keepers“
Land: USA
Jahr: 2014
Regie: Alexander Yellen
Drehbuch: Jeffrey Schenck, Peter Sullivan
Musik: Matthew Janszen
Kamera: Alexander Yellen
Besetzung: Jaime Pressly, Patrick Muldoon, Kylie Rogers, Tobin Bell

Trailer

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Finders Keepers
fazit
„Finders Keepers“ erzählt von einem Mädchen, das von einer gefundenen Puppe besessen ist. Der Horrorfilm trägt zahlreiche Klischees zusammen, ohne ein eigenes Konzept. Und selbst bei der Umsetzung ist die US-TV-Produktion eine Katastrophe, spannend wird es hier nie.
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