Die Dinosaurier Netflix
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Die Dinosaurier

Die Dinosaurier Netflix
„Die Dinosaurier“ // Deutschland-Start: 6. März 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Auch wenn sie sicherlich im Schatten von anderen Dokumentationen bei Netflix stehen, etwa True-Crime-Geschichten und Star-Porträts, erfreuen sich doch auch Beschäftigungen mit Tieren größerer Beliebtheit. Letztes Jahr war da beispielsweise das überraschend düstere Nightmares of Nature: Wilde Horrorgeschichten, welches vom täglichen Überlebenskampf in der Wildnis erzählte. Deutlich aufmunternder war Pangolin: Kulus Weg, wo es darum geht, ein junges Tier wieder fit für ein Leben in der Natur zu machen. Mit Die Dinosaurier steht nun eine weitere Tierdoku da. Dabei beschäftigt sich die vierteilige Serie, wie der Titel schon verrät, mit den Giganten die rund 170 Millionen Jahre lang ein fester Bestandteil unserer Fauna waren, diese teilweise auch dominierten, obwohl – oder weil – sie dabei die unterschiedlichsten Formen annahmen.

170 Millionen Jahre in 3 Stunden

Eine solche Doku zu drehen, ist auf der einen Seite verständlich. Die Faszination, welche diese Wesen auf uns ausüben, ist noch immer ungebrochen. Der gigantische Erfolg von Jurassic World: Die Wiedergeburt ist letztendlich ja nicht auf die tolle Geschichte zurückzuführen, sondern, wie imposant und aufregend der Anblick dieser Urzeitgiganten ist. Der Nachteil ist aber, dass es im Gegensatz zu heutigen Tierdokumentationen keine Möglichkeit gibt, reale Bilder zu verwenden. Und das macht sich in Die Dinosaurier bemerkbar. Immer wieder sieht die Serie zu billig aus, zumindest gemessen an dem, was man eben aus anderen Produktionen kennt. Dass Steven Spielberg als Produzent an der Serie beteiligt war und entsprechend beim Marketing erwähnt wird, macht die Sache nicht einfacher. Da wurden einfach falsche Erwartungen geschürt.

Aber auch inhaltlich ist das so eine Sache. Dass da einiges als Fakt verkauft werden muss, was letztendlich nur Hypothese sein kann, ist das eine. Auch die gelegentliche Neigung zur Vermenschlichung muss man akzeptieren, das geht fast nicht anders. Ein selbstgemachtes Problem, das durchaus zu vermeiden gewesen wäre, ist aber der zeitliche Rahmen. Bei Die Dinosaurier wird tatsächlich versucht, die gesamte Geschichte dieser Tiere in vier Folgen zu packen. Aus 170 Millionen Jahre werden dann drei Stunden. Dass das hinten und vorne nicht funktionieren kann, sagt einem der gesunde Menschenverstand. Das ist in etwa so, als würde man statt eines Buchs nur die Kapitelüberschriften lesen. Vieles wird dann nur angeschnitten oder sehr vereinfacht wiedergegeben, für Tiefgang reicht da hinten und vorne die Zeit nicht aus.

Hohe Artenvielfalt

Das heißt nicht, dass da nicht auch interessante Sachen dabei sind und man in diesen drei Stunden nichts lernen kann. Beispielsweise versuchte man bei der Serie, neben den unverwüstlichen Fanlieblingen wie dem Tyrannosaurus Rex oder dem Triceratops auch Arten vorzustellen, die eher weniger geläufig sind, etwa den Tauchvogel Hesperornis. Interessant ist auch eine Szene, in der ein Schwarm von recht kleinen Vögeln einen deutlich größeren Flugsaurier jagen. Mangelnde Abwechslung kann man Die Dinosaurier daher nicht vorwerfen. Es gelingt doch, die imposante Vielfalt aufzuzeigen, die sich über Millionen Jahre entwickelt hat. Ob zu Lande, im Wasser oder in der Luft, ob groß oder klein, bis an die Zähne bewaffnet oder Fluchttier – da gab es irgendwie alles.

Schade ist dabei aber, dass auch da so wenig erklärt wird. Beispielsweise wird kaum auf die Konkurrenz zwischen Dinosauriern und anderen Sauriern wie den auf das Meeresleben spezialisierten Mosasauriern oder den fliegenden Pterosauriern eingegangen. Und auch innerhalb der Dinosaurier werden die Verwandtschaftsverhältnisse nur selten angesprochen. Man begnügt sich in Die Dinosaurier damit, die Tiere einfach zu zeigen, meistens in irgendwelchen Jagdsituationen. Unterhaltsam ist das schon, lehrreich nicht ganz so sehr. Wer einfach nur ein bisschen staunen möchte und bei der Optik nicht ganz so anspruchsvoll ist, macht hiermit nichts verkehrt. Für ein Publikum, das sich gern mehr mit dem Thema beschäftigt hätte, ist das zu wenig, da wäre eine stärkere Fokussierung wohl doch besser gewesen, als irgendwie alles per Zeitraffer runterrattern zu wollen.

Credits

OT: „The Dinosaurs“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Nick Schoolingin-Jordan, Jolyon Sutcliffe, Amber Cherry Eames, Darren Williams
Idee: Dan Tapster

Bilder

Trailer

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Die Dinosaurier
fazit
„Die Dinosaurier“ erzählt von dem Aufstieg und dem jähen Ende der Urzeitechsen. Das ist zwar immer mal wieder interessant, in einer derartigen Zeitraffer-Variante aber unbefriedigend. Neben dem mangelnden Tiefgang irritiert auch die immer mal wieder billige Optik, da wäre doch mehr drin gewesen.
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