Der Jäger von Sevilla El Depredador De Sevilla The Predator of Seville Netflix Streamen online Video on Demand
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Der Jäger von Sevilla

Der Jäger von Sevilla El Depredador De Sevilla The Predator of Seville Netflix Streamen online Video on Demand
„Der Jäger von Sevilla“ // Deutschland-Start: 27. März 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Sie gehören bekanntlich fest zum Sortiment bei Netflix dazu: True-Crime-Dokumentationen. Praktisch jeden Monat kommen mehrere heraus, welche dem Publikum von irgendwelchen vergangenen Verbrechen erzählen. Zuletzt gab es beispielsweise Ein Freund, ein Mörder – Der Fall Emelie Meng über einen Mann, der mehrere Jugendliche vergewaltigt und ermordet hat. Das Besondere: Die Geschichte wird nicht aus der Perspektive der Opfer und Angehörigen erzählt, sondern von Leuten, die mit dem Täter befreundet waren, ohne jemals etwas von den Verbrechen mitbekommen zu haben. Ebenfalls schockierend ist Der TikTok-Killer, wo sich die Familie einer während einer Reise verschwundenen Frau auf die Suche nach ihr machen und dafür die sozialen Medien nutzen. Wer noch mehr in diese Richtung sehen möchte, für den hält der Streamingdienst nun Der Jäger von Sevilla parat.

Ein Tourguide als Serienvergewaltiger

Erneut geht es dabei um reisende Frauen, die Opfer eines Mannes wurden. Wobei dieser nicht bis zum Äußersten ging, wie es beim obigen Beispiel der Fall war. Es handelt sich bei Manuel Blanco „nur“ um einen Vergewaltiger. Dafür war dieser nicht minder dreist. Als Tour Guide wusste er nicht nur, wie er an Frauen herankam, da er aus beruflichen Gründen viel Zeit mit allein reisenden Frauen verbracht hat. Er kannte natürlich auch die Orte, um seinen Taten nachzugehen, ohne viel befürchten zu müssen. Da seine Opfer überwiegend Ausländerinnen waren, war die Situation noch gravierender. Er verließ sich vermutlich darauf, dass diese zurück in der Heimat die Sache nicht weiter verfolgen. Eine US-Amerikanerin, die in Marokko von einem Spanier vergewaltigt wurde? Ein juristischer Alptraum, wie auch Der Jäger von Sevilla sagt.

Dass die Sache dennoch ans Tageslicht kam, ist der Verdienst von Gabrielle Vega. Auch sie war gerade in Marokko unterwegs, als er sie bedrängte, womöglich auch mit Substanzen betäubte. Nach dieser Erfahrung wollte sie eigentlich vergessen und zurück daheim alles hinter sich lassen. Durch Zufall öffnete sie sich dennoch und fand auf diese Weise andere Frauen, die ebenfalls Opfer von Blanco waren. Dadurch konnte die Geschichte weiter verfolgt werden und die Ausmaße seiner Verbrechen wurden bekannt. In Der Jäger von Sevilla ist es dann auch primär Vega, die zu Wort kommt und von ihrem alten Trauma berichtet und den sich daran anschließenden Ereignissen. Den Täter lernen wir nur aus Erzählungen kennen, wie so oft bei dieser Art Doku.

Voyeuristisches Denkmal

Solche einseitigen Schilderungen sind oft ein wenig schwierig. Zumindest lässt die dreiteilige Serie keinen Zweifel daran, dass diese Vorfälle tatsächlich stattgefunden haben. Wo andere Dokus zuweilen noch irgendwelche alternativen Erklärungen einbauen, teils weit hergeholte, um auf diese Weise Diskussionen anzuregen, da fällt das hier weg. Bei Der Jäger von Sevilla soll sich das Publikum gruseln angesichts des Alptraums, den diese Frauen durchmachen mussten. Es soll wütend sein, über diesen Mann und all die anderen, die noch immer solche Dinge tun. Gleichzeitig wird der Mut von Vega betont, die in der Öffentlichkeit über diese intimen Erfahrungen spricht, um so für Gerechtigkeit zu sorgen.

Das bedeutet zwangsläufig auch, dass hiermit mal wieder der Voyeurismus der Zuschauer und Zuschauerinnen bedient wird – zumal Der Jäger von Sevilla bei der Inszenierung alles andere als subtil ist. Hinzu kommt, dass die Geschichte in die Länge gezogen wird. So viele Details gibt es dann doch nicht, dass man daraus unbedingt eine Serie machen musste. Ein Film hätte es da auch getan. Insgesamt ist sowieso wieder einmal die Frage, wo es diese Dokumentation braucht. Gewissermaßen dient sie als Warnung vor dem, was da draußen geschehen kann. Aber es ist nicht so, als würden man den Erzählungen etwas Fundamentales entnehmen können, das über die Binsenweisheit hinausgeht, dass manche Menschen Monster sind. Die Ereignisse hier sind letztendlich auch nur weitere Beispiele dafür, was wir eh schon alle wissen.

Credits

OT: „El Depredador De Sevilla“
IT: „The Predator of Seville“
Land: Spanien
Jahr: 2026
Regie: Alejandro Olvera
Drehbuch: Alejandro Olvera
Kamera: Alfonso Lozano, José A. Trinidad

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Der Jäger von Sevilla
fazit
„Der Jäger von Sevilla“ erzählt von einem Tourguide, der systematisch allein reisende Frauen sexuell missbrauchte. Das ist auf der einen Seite schon schockierend. Gleichzeitig hat die Dokuserie nicht so viel zu erzählen, was man nicht aus anderen Fällen schon kennt. Tiefere Erkenntnisse gibt es nicht, dafür wartet Voyeurismus.
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