Reality Check Inside Americas Next Top Model Netflix Streamen online Video on Demand
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Reality Check: Inside America’s Next Top Model

Reality Check Inside Americas Next Top Model Netflix Streamen online Video on Demand
„Reality Check: Inside America’s Next Top Model“ // Deutschland-Start: 16. Januar 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Auch wenn man manchmal den Eindruck hat, dass das dokumentarische Segment bei Netflix nur aus True Crime besteht, finden sich doch auch zahlreiche andere Titel. Kürzlich war da etwa Take That, das die Karriere der britischen Boygroup Revue passieren ließ. The New Yorker: Die ikonische Zeitschrift wird 100 wiederum war eine Hommage an das gleichnamige Magazin, das bis heute einen Sonderstatus innehat. Mit Reality Check: Inside America’s Next Top Model wird nun der nächsten Institution gedacht. Dieses Mal geht es um die gleichnamige Fernsehshow, die es zwischen 2003 und 2018 auf beeindruckende 24 Staffeln brachte und weltweit ein Hit war. Es gab auch mehrere Dutzend internationale Fassungen, die das Prinzip aufnahmen und mit lokalen Nachwuchsmodels wiederholten – darunter natürlich Germany’s Next Topmodel, das 2006 an den Start ging und seinerseits bereits 20 Staffeln auf dem Buckel hat.

Die Illusion neuer Ideale

Das bietet sich eigentlich für eine dieser Dokus an, die vor allem große Erfolge betonen und verkappte Imagefilme sind. Doch hier ist das anders. Zwar wird durchaus die Popularität der Show erwähnt und wie einflussreich diese war. Aber es gibt eben auch Schattenseiten. Das betrifft einerseits die Entstehungsgeschichte der Show. So musste Tyra Banks ganz schön darum kämpfen, dass die Show überhaupt produziert wurde. So unglaublich das heute erscheint, damals glaubte man nicht an den Erfolg. Wie Reality Check: Inside America’s Next Top Model aufzeigt, war damals zumindest das Ziel, auch anderen Menschen eine Model-Karriere zu ermöglichen, die es über den normalen Laufsteg nicht schaffen würden. Banks selbst weiß, wie hart das Geschäft sein kann, als schwarze Frau wurde sie diskriminiert, gerade auch im Hinblick auf die Bezahlung.

Die Idee, sich von den elitären Schönheitsidealen zu lösen und eine etwas demokratischere Variante zu schaffen, klang gut. Inzwischen ist aber klar: Das war Illusion. So wurden in der Show dieselben Ideale propagiert. Da erfahren wir an einer Stelle in Reality Check: Inside America’s Next Top Model von einer Frau, die sich ihre Zahnlücke verkleinern lassen musste, um dann doch so auszusehen wie andere. Auch im Hinblick auf das Gewicht war die Show nicht so progressiv, wie sie gern tat. Zwar wurde später da schon auch geschaut, dass nicht nur Hungerhaken mitspielten. Anfangs fehlte aber der Mut zur Vielfalt. Teilweise war es sogar richtig zynisch, wie der Markt bedient werden sollte, wenn etwa ein gutaussehender, weißer und heterosexueller Mann engagiert werden musste, weil die Zuschauerinnen so jemanden sehen wollten.

Effektiv, aber oberflächlich

Doch es ist nicht allein die Verlogenheit, welche der Show hier zum Vorwurf gemacht wird. Sie war zudem in mehrfacher Hinsicht eine menschenverachtende Angelegenheit, wenn die Models unter Druck gesetzt wurden, beleidigt und schikaniert. Ebenso fragwürdig ist, wie voyeuristisch das alles werden konnte. Da ging es eben nicht nur um die Erfahrungen auf dem Laufsteg und die Versuche, sich als Model zu beweisen. Auch peinliche und sehr private Momente wurden gnadenlos mit der Kamera festgehalten und mit dem Publikum geteilt. In Reality Check: Inside America’s Next Top Model dürfen dann auch eine Reihe von Teilnehmerinnen sich zu Wort melden und ihre Horrorgeschichten teilen. Dabei ist es vor allem Banks, die oft nicht gut aussieht.

Das ist dann schon effektiv in dieser dreiteiligen Dokumentationsserie dargestellt. Allerdings hat auch diese ihre Mankos. So ist es schon ein wenig befremdlich, dass eben auch Reality Check: Inside America’s Next Top Model zum Voyeurismus neigt, wenn diese schockierenden Szenen gezeigt werden oder die Befragten in Tränen ausbrechen. Wobei Letztere zuweilen unfreiwillig komisch sind, wenn jemand meint, durch die Hölle gegangen zu sein, nur weil ihre Modelkarriere nicht geklappt hat. Außerdem gibt es hier keine wirkliche Auseinandersetzung mit den problematischen Punkten. Da wird dann zwar gesagt, dass das alles ein Produkt der damaligen Zeit war. So wäre es spannend gewesen, die Vorwürfe mit der heutigen Situation zu vergleichen, um zu sehen, ob sich wirklich vieles verbessert hat wie hier behauptet. Dafür bleibt die Doku dann aber doch zu sehr an der Oberfläche.

Credits

OT: „Reality Check: Inside America’s Next Top Model“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Daniel Sivan, Mor Loushy
Musik: Jasha Klebe, Empara Mi, Benny Reiner
Kamera: Peter Hutchens

Bilder

Trailer

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Reality Check: Inside America’s Next Top Model
fazit
„Reality Check: Inside America’s Next Top Model“ wirft einen Blick hinter die Kulissen der beliebten Fernsehshow und spricht dabei vor allem die Vorwürfe an. Das hinterlässt schon Eindruck, geht aber nicht sonderlich in die Tiefe. Unangenehm ist zudem der Hang zum Voyeurismus.
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