Vladimir Netflix Streamen online Video on Demand
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Vladimir

Vladimir Netflix Streamen online Video on Demand
„Vladimir“ // Deutschland-Start: 5. März 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Eigentlich ist die Literaturprofessorin (Rachel Weisz) ja beliebt, sowohl im Kollegium wie auch den Studierenden. Doch aktuell steht sie unter Druck. Und das, obwohl nicht sie, sondern ihr Mann John (John Slattery), der ebenfalls an der Universität arbeitet, mit einigen Studentinnen geschlafen hat. Der Schock bei ihr ist nicht groß, schließlich haben sie eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Mehr wollte sie aber eigentlich gar nicht wissen. Außerdem ist da etwas anderes, das sie noch mehr beschäftigt als die weitere berufliche Laufbahn. Seit Kurzem ist da der jüngere Kollege Vladimir (Leo Woodall), der es ihr schon sehr angetan hat. Immer wieder ertappt sie sich bei Fantasien, gerade auch solchen, die einer erotischen Natur sind – und weiß nicht wirklich, wie sie mit dieser Situation umgehen soll …

Fantasievoller Tipp

Zuletzt hat Netflix gleich mehrere sehenswerte Komödienserien ins Programm aufgenommen. Da war zum einen der deutsche Beitrag Kacken an der Havel, eine schräge bis surreale Serie über einen gescheiterten Rapper, der in seine alte Heimat zurückkehrt. Fast ebenso verrückt ist die irische Produktion How To Get To Heaven From Belfast über drei Frauen, die mit dem Tod einer früheren Freundin konfrontiert werden – der Auftakt einer irren Odyssee. Und auch das französische Die Löwinnen hatte seine Momente, wenn mehrere Frauen als Männer verkleidet eine Bank ausrauben. Nun kommt mit Vladimir noch ein weiterer Tipp, dieses Mal aus den USA, auch wenn dieser sicherlich auf sehr unterschiedliche Reaktionen beim Publikum treffen wird.

So hört sich die Beschreibung einer Frau, die eine Affäre beginnen will, nach einem dieser Erotikthriller an, wie man sie oft zu sehen bekommt. Das stimmt aber nicht. Tatsächlich ist ja der Punkt der Serie, dass die Protagonistin lediglich fantasiert und nicht diesem Verlangen nachgibt. Und auch in einer anderen Hinsicht zeigt sich Vladimir auffallen zurückhaltend. So könnte man meinen, dass die Serie sich mit dem Thema MeToo befasst. Nicht nur, dass der Ehemann mit mehreren Studentinnen ins Bett ging und sich damit herausreden möchte, dass das früher so üblich war. Auch bei der namentlich nie genannten Hauptfigur gibt es einen großen Altersunterschied zwischen ihr und dem Objekt der Begierde. Als etablierte Professorin ist da zudem ein größeres Machtgefälle zwischen ihr und dem neuen Kollegen. Das wird aber gar nicht erst thematisiert.

Zwischen Sinnsuche und Traum

Stattdessen erzählt die Adaption des gleichnamigen Romans von Julia May Jonas, die auch die Serie entwickelt hat, von dem Ringen mit den eigenen Gefühlen und einer Art Sinnsuche. So steckt die Protagonistin in einem kreativen Loch fest, bringt kein Wort mehr aufs Papier. Der junge Mann ist für sie nicht einfach nur ein sexuell interessantes Objekt, sondern animiert sie wieder dazu, in sich hineinzuhören und in dem trüben Trott etwas zu entdecken. Überhaupt handelt Vladimir oft davon, wie Realität und künstlerisches Schaffen sich gegenseitig bedingen. Da geht es auch darum, welche Rollen wir in den Vorstellungen anderer erfüllen und wie wir selbst zu Figuren werden. Denn die Grenzen verschwimmen nicht nur bei der schwärmenden Professorin.

Das ist immer wieder unterhaltsam, wenn die Figuren in peinliche Situationen geraten und sich beispielsweise um Kopf und Kragen reden. Und auch wenn die Bezeichnung als Thriller, die man dann und wann liest, kaum zu rechtfertigen ist, ist man doch neugierig, wie weit das alles noch gehen wird und ob aus dem unbeholfenen Schmachten irgendwann mehr wird. Ein bisschen mehr Biss wäre vermutlich nicht verkehrt gewesen, Vladimir ist über weite Strecken doch ein wenig harmlos. Es entwickelt sich auch nicht so viel, dass man unbedingt alle acht Folgen gebraucht hätte. Zuweilen tritt das hier auf der Stelle. Insgesamt ist die Serie aber eine Bereicherung für das Angebot des Streamingdiensts, eben auch weil das in eine andere Richtung geht, als es das Szenario hätte vermuten lassen.

Credits

OT: „Vladimir“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Shari Springer Berman, Robert Pulcini, Francesca Gregorini, Josephine Bornebusch
Drehbuch: Julia May Jonas, Susan Soon He Stanton, Matthew Capodicasa, Jeanie Bergen, Colette Burson
Idee: Julia May Jonas
Vorlage: Julia May Jonas
Musik: Tim Phillips
Kamera: Tim Orr, Francois Dagenais
Besetzung: Rachel Weisz, Leo Woodall, Jessica Henwick, Ellen Robertson, John Slattery

Bilder

Trailer

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Vladimir
fazit
In „Vladimir“ verliebt sich eine verheiratete Professorin in den neuen, jüngeren Kollegen und hat ständig Fantasien von ihm. Klingt nach einem Erotikthriller, ist aber eine Komödie um lauter unbedarfte Menschen. Auch wenn ein bisschen mehr Biss nicht verkehrt gewesen wäre, ist es doch unterhaltsam, wie da ständig die Grenze zwischen Vorstellung und Realität verschwimmt.
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