Ein Freund, ein Mörder En ven, en morder A Friend, A Murderer Netflix Streamen online Video on Demand
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Ein Freund, ein Mörder

Ein Freund, ein Mörder En ven, en morder A Friend, A Murderer Netflix Streamen online Video on Demand
„Ein Freund, ein Mörder“ // Deutschland-Start: 5. März 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

An Verbrechen mangelt es auf dieser Erde bekanntlich nicht, überall werden solche begangen. Das ist eigentlich tragisch. Bei Netflix freut man sich jedoch darüber, da man seit einigen Jahren schon solche menschlichen Tragödien und Abgründe zu Geld macht. Regelmäßig bringt der Streamingdienst True-Crime-Dokus heraus, die mal schockierende, mal spannende Geschichten erzählen. Kidnapped: Der Fall Elizabeth Smart erinnerte beispielsweise an den unglaublichen Fall einer Jugendlichen, die aus ihrem Kinderzimmer heraus entführt und jahrelang gefangen gehalten wurde – Gehirnwäsche inklusive. Bei Der Fall Lucy Letby wurde es noch abscheulicher, wenn eine Krankenschwester ihr anvertraute Babys tötete. Wer diese Abgründe schon begutachtet hat, bekommt diese Woche gleich zwei neue Titel. Neben Der TikTok-Killer über eine verschwundene Frau eben auch Ein Freund, ein Mörder.

Spannende Fragen

Die dänische Produktion erinnert an den Fall eines Mannes namens Philip, der mehrere Jugendliche brutal vergewaltigt und ermordet hat. Es wird also mal wieder harter Stoff geboten. Wobei die Serie einen ungewöhnlichen Zugang zu dem Stoff versucht. Erzählt werden die drei Episoden – der Titel Ein Freund, ein Mörder nimmt es bereits vorweg – aus der Sicht von Menschen, die mit Philip befreundet waren. Das erinnert ein wenig an eine weitere Netflix True-Crime-Doku: Auch in Mein Vater, der BTK-Killer wurde über einen Mörder aus Sicht eines ihm nahestehenden Menschen gesprochen. In beiden Fällen bedeutet die Erkenntnis, einem solchen Monster nahegestanden zu haben, auch einiges für einen selbst. Während die Tochter sich fragen muss, was sie von ihrem Vater geerbt hat, da müssen hier Amanda, Nichlas und Kiri erst einmal verkraften, nichts gemerkt zu haben. Denn Philip war nett. Eigentlich.

Das ist prinzipiell auch der spannendste Teil der Doku. So beschreibt Nichlas seinen ehemals besten Freund und Trauzeugen als jemanden, der sehr hilfsbereit und gutherzig war. Immer war Philip für ihn da – und umgekehrt. Aber wie kann so jemand gleichzeitig Jugendliche vergewaltigen und töten? Kann man ein guter Mensch und ein Mörder in einem sein? Eng damit verbunden ist in Ein Freund, ein Mörder die Frage, ob man einen anderen jemals wirklich kennen kann und ob man vielleicht doch etwas hätte merken müssen. Wenn man so viel Zeit mit jemandem verbringt, der andere umbringt, geht es auch darum, ob man diese Tragödien irgendwie hätte verhindern können und ob die Freundschaft gleichzeitig auch eine Form der Verantwortung beinhaltet.

Reißerisch und voyeuristisch

Während der Teil durchaus die Dokumentation rechtfertigt, sind andere Punkte mindestens fragwürdig. Ein großes Problem ist, wie reißerisch das hier alles umgesetzt wurde. Da werden Szenen nachgestellt, um das Publikum emotional zu packen und möglichst filmisch zu wirken. Dass die Angehörigen der Opfer darunter zu leiden haben, wie sehr ihr Verlust auf diese Weise ausgeschlachtet wird, interessierte mal wieder niemand. Eine aufdringliche Musik versucht, das Geschehen noch weiter aufzubauschen, anstatt der Geschichte zu vertrauen. Ein Freund, ein Mörder setzt gnadenlos auf den Voyeurismus des Publikums und gehört in der Hinsicht zu den schlimmeren Vertretern dieses Segments der letzten Zeit.

Aber auch die Interviewten selbst tragen dazu bei, dass die Serie streckenweise kaum erträglich ist. So verständlich es ist, wenn eine solche Enthüllung ein Schock ist, kommt es immer wieder vor, dass dann auf einmal das Umfeld des Täters sich selbst in den Mittelpunkt rückt. Wenn gegen Ende hin Nichlas voller Pathos und in aller Öffentlichkeit die Freundschaft zu dem Mörder beendet, ist das schon eine besonders befremdliche Form der Selbstinszenierung. Das ist schade, weil Ein Freund, ein Mörder ja durchaus interessante Sachen anspricht, welche die Produktion rechtfertigen. Auf diese Weise ist das hier aber ein Ärgernis, das es so nicht gebraucht hätte.

Credits

OT: „En ven, en morder“
IT: „A Friend, A Murderer“
Land: Dänemark
Jahr: 2026
Regie: Christian Dyekjær, Bo Norstrom Weile
Musik: Niklas Schak, Kristian Eidnes Andersen

Bilder

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fazit
In „Ein Freund, ein Mörder“ erinnern sich mehrere Leute an einen engen Freund, der sich als psychopathischer Vergewaltiger und Mörder herausstellte. Das Thema selbst ist interessant und gibt einige Denkanstöße. Die Umsetzung ist aber reißerisch und voyeuristisch, auch die Interviewten sorgen mit ihrer Selbstinszenierung für Ärger.
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