Die Waffenruhe La Tregua Netflix
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Die Waffenruhe

Die Waffenruhe La Tregua Netflix
„Die Waffenruhe“ // Deutschland-Start: 4. März 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Zwar sind Leutnant Salgado (Miguel Herrán) und Captain Reyes (Arón Piper) beides Spanier. Trotzdem könnten ihre Visionen für das Heimatland nicht unterschiedlicher sein. Denn während der eine ein glühender Anhänger des Diktators Franco ist, gehört der andere den Republikanern an. Die verschiedenen Ansichten bringen ihnen am Ende aber nichts, als sie während des Zweiten Weltkriegs in einem sowjetischen Gefangenenlager landen. Die Lebensbedingungen sind hart, die beiden sind ebenso wie ihre Landsmänner Willkür und Unterdrückung ausgeliefert. Auch wenn sie einander zutiefst verabscheuen, wird Salgado und Reyes mit der Zeit klar, dass sie sich gegenseitig unterstützen müssen, wenn sie heil aus dieser Hölle wieder herauswollen …

Zwischen Feind und Freund

Netflix hat zuletzt mehrere Titel herausgebracht, die in einem historischen Setting spielen und sich mit realen Geschichten befassen. Da war etwa Die schwedische Verbindung über einen schwedischen Diplomaten, der während des Zweiten Weltkriegs die Kraft der Bürokratie nutzt, um Juden zu retten. Die Bleikinder wiederum spielte im Polen der 1970er und erzählt von einer Ärztin, die sich für durch ein Stahlwerk vergiftete Kinder einsetzt. Mit Die Waffenruhe geht es nun erneut in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück. Der spanische Film ist dabei zwar keine direkte biografische Angelegenheit. Einen wahren Kern gibt es aber auch hier, wenn wir von dem Schicksal spanischer Gefangener in der Sowjetunion erfahren, wie es sie eben in dieser Zeit gegeben hat.

Wobei es Regisseur und Co-Autor Miguel Ángel Vivas Moreno gar nicht so sehr um die Lebendbedingungen in den sogenannten Gulags geht. Diese werden zwar durchaus gezeigt, nicht zu knapp sogar. Das eigentliche Thema ist aber, dass zwei Männer, die auf unterschiedlichen Seiten stehen, sich notgedrungen zusammentun müssen. Das klingt ein bisschen nach Buddy Movie, wo oft konträre Hauptfiguren dazu gezwungen sind, an einem Strang zu ziehen. Die Waffenruhe verzichtet aber auf jeden Humor, betont vielmehr, wie ernst und düster das alles ist. Letzteres ist auch eindrucksvoll in Szene gesetzt. Geradezu kunstvoll sind die Bilder, die Atmosphäre gleitet mitunter ins Unwirkliche, wenn man das Gefühl hat, eine andere Welt zu erkunden.

Die Suche nach Gemeinsamkeiten

Der Film handelt aber auch von einer Kameradschaft und der Frage, was die Menschen verbindet und trennt. Die Waffenruhe hat schon eine versöhnliche Note, wenn die Feinde lernen, aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zu stützen. So etwas kann schnell kitschig werden, vollgestopft mit pseudotiefgründigen Kalendersprüchen. Glücklicherweise verzichtet man hier jedoch darauf. Salgado und Reyes werden nicht unbedingt Freunde. Sie stellen lediglich fest, dass der Feind eines Feindes manchmal das kleinere Übel ist. Zumindest aber kann man das Historiendrama als Aufforderung auffassen, nicht nur die Unterschiede zu betonen, sondern auch nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Und das ist in einer Zeit, in der sich Menschen aufgrund unterschiedlicher Ansichten oft unversöhnlich gegenüberstehen, sicher nicht verkehrt.

Eine wirkliche Auseinandersetzung mit diesen Ansichten findet dann auch gar nicht statt. Allgemein kommt es kaum zu einem Austausch, weil man doch zu sehr damit beschäftigt ist, irgendwie durch den Alltag zu kommen. Das ist einerseits schon verständlich. Andererseits ist der Film dadurch schon auch ein wenig oberflächlich, der Inhalt wird austauschbar. Das fällt auch deshalb auf, weil Die Waffenruhe nicht eben kurz ist. Das Drama, das beim San Sebastian Film Festival 2025 Premiere hatte, nimmt ganze zweieinhalb Stunden für sich in Anspruch. Dafür aber reicht der Inhalt nicht wirklich aus, weshalb sich der Film mit der Zeit dann doch zieht. Da können dann auch die besagten stimmungsvollen Bilder und die gute schauspielerische Leistung nichts ändern.

Credits

OT: „La Tregua“
IT: „The Truce“
Land: Spanien, Kasachstan
Jahr: 2025
Regie: Miguel Ángel Vivas Moreno
Drehbuch: Fran Carballal, Ignasi Rubio, Miguel Ángel Vivas Moreno, Olzhas Zhahadarov
Musik: Víctor Reyes
Kamera: Rafa García
Besetzung: Miguel Herrán, Arón Piper, Javier Pereira, Fernando Valdivielso, Alejandro Jato, Federico Pérez Rey, José Pastor, Manel Llunell

Bilder

Trailer

Filmfeste

San Sebastian 2025

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Die Waffenruhe
fazit
„Die Waffenruhe“ erzählt, wie zwei Spanier, die während des Bürgerkriegs erbitterte Feinde waren, in einem sowjetischen Gefangenenlager ums Überleben kämpfen. Das Historiendrama ist kunstvoll inszeniert und gefällt durch die positive Aussage aufeinander zuzugehen. Sehr in die Tiefe geht der Film aber nicht und ist zudem arg lang geworden.
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