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Kacken an der Havel – Staffel 1

„Kacken an der Havel“ // Deutschland-Start: 26. Februar 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Es war immer der große Traum von Toni (Anton Schneider) gewesen, seine Heimatstadt Kacken hinter sich zu lassen und eine Karriere als Rapper zu starten. Daraus wurde aber nichts. Zwar lebt er jetzt in Berlin, kann sich aber nur mühsam als Pizzabäcker über Wasser halten. Musikalisch geht dort gar nichts. Und dann erfährt er auch noch, dass seine Mutter bei der Rettung einer Ente gestorben ist und er deswegen nach Kacken zurückmuss. Dort muss er sich nicht nur mit seinem Stiefvater Johnny Carrera (Dimitrij Schaad) herumschlagen, der einige Jahre jünger ist als er selbst. Kurze Zeit später steht auch noch der 13-jährige Charly (Sky Arndt) vor ihm und behauptet, sein Sohn zu sein. Immerhin: Während er privat ganz schön zu kämpfen hat, scheint sich doch noch die Möglichkeit zu bieten, als Rapper durchzustarten …

Schräg bis absurd

Auch wenn die Produktivität seit der Hochphase vor einigen Jahren nachgelassen hat, bringt Netflix doch immer mal wieder deutsche Filme und Serien in Eigenregie heraus. Gerade erst war da die Thrillerserie Unfamiliar um ein Agentenpaar, das von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Letztes Jahr gab es unter anderem die Komödienserie Alphamännchen über eine Reihe eher peinlicher Freunde im mittleren Alter. Der Film She Said Maybe folgte einer Frau in ihre türkische Heimat, wo sie ihren Wurzeln nachspürt, und wollte damit ebenfalls das Publikum zum Lachen bringen. Mit sehr überschaubarem Erfolg. Wer da schon die Hoffnung aufgegeben hat, dass es nochmal besser wird, darf sich jetzt mit Kacken an der Havel selbst belohnen. Tatsächlich ist die deutsche Serie einige Liegen über den eher kläglichen Anläufen oben, kann dabei aber auch eine ziemliche Herausforderung sein.

Eines vorweg: Man muss schon eine Vorliebe für schräge Figuren und einen absurden Humor haben, um hier auf seine Kosten zu kommen. Das verwundert nicht wirklich, wenn man sich anschaut, wer da seine Finger im Spiel hatte. Genauer wurde die Serie von den Brüdern Dimitrij und Alex Schaad konzipiert. Die beiden haben früher schon zusammengearbeitet, etwa an dem gleichermaßen berührenden wie sonderbaren Drama Aus meiner Haut über eine Gruppe von Menschen, die durch einen Köpertausch zu sich selbst finden. Emotionale Szenen gibt es in Kacken an der Havel zwar auch, wenn es etwa darum geht, dass einzelne Familienmitglieder sich annähern. In erster Linie soll die Geschichte um einen Mann, der vielleicht doch noch die Möglichkeit bekommt, über den einen oder anderen Umweg seinen alten Traum zu erfüllen, aber unterhaltsam sein.

Spielfreudiges Ensemble

Als Konzept ist das zwar nicht so wahnsinnig originell. Das Motiv eines Menschen, der in seine Heimat zurückkehrt, findet man andauernd, quer durch alle Genres hinweg. Micha denkt groß, eine weitere deutsche Komödie, erzählte etwa vor anderthalb Jahren eine ähnliche Geschichte. Anstatt sich aber wie bei dem besagten Titel auf das Improvisationstalent des Ensembles zu verlassen, setzen die Schaad-Brüder dann doch eher auf überzeichnete Figuren und den einen oder anderen verrückten Einfall. So ist eine der Hauptfiguren die sprechende Babyente Tupac. Aber auch die Zweibeiner scheinen nie ganz aus der Realität zu kommen, wie man gerade auch bei den Nebenfiguren sieht. Beispielsweise spielt Veronica Ferres in Kacken an der Havel eine fiktionalisierte Version ihrer selbst, die sich nach der Schauspielerei einen Posten als Bürgermeisterin gesichert hat. Sie ist dabei ebenso spielfreudig wie die anderen, ernst nimmt sich hier niemand, auch nicht Rapper Fantoni in einer nicht immer schmeichelhaften Rolle.

Was der Serie aber zuweilen fehlt, ist eine klare Richtung. So gibt es zwei Hauptstränge in der Serie, die sich um die musikalische Karriere sowie die Annäherung von Vater und Sohn drehen. Beides wird aber nie ganz konsequent verfolgt, weil zwischendurch auch andere Geschichten erzählt werden müssen. Die sind dann meistens auch ganz lustig, führen aber dazu, dass man im weiteren Verlauf doch das Gefühl hat, dass die Serie zu sehr stagniert. Aber selbst in dieser Phase kommt es immer wieder zu sonderbaren Szenen, zwischen Spott und absolutem Quatsch – siehe ein bescheuerter Kampf gegen Ende hin. Da Kacken an der Havel zudem visuell einiges zu bieten hat, ist die Serie ein Lichtblick in dem oft ein bisschen eintönigen Programm des Streamingriesen. Selbst wenn nicht jeder Gag sitzt, bleiben doch genügend übrig, um eine Sichtung zu rechtfertigen und sich zu wundern, was die Schaads dabei wohl so geraucht haben.

Credits

OT: „Kacken an der Havel“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Alex Schaad, Jano Ben Chaabane
Drehbuch: Dimitrij Schaad, Alex Schaad, Jano Ben Chaabane, Mats Frey, Gemma Michalski, Isaiah Michalski, Susann Schadebrodt
Idee: Dimitrij Schaad, Alex Schaad
Musik: Martina Eisenreich, Michael Kadelbach
Kamera: Tobias Koppe, Fabian Rösler
Besetzung: Anton Schneider, Sky Arndt, Dimitrij Schaad, Jördis Triebel, Runa Greiner, Sophia Münster, Jana Münster, Marc Hosemann, Sherine Ciara Merai, Ruth Reinecke, Vincent Redetzki, Taneshia Abt, Veronica Ferres, Julius Nitschkoff

Bilder

Trailer

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Kacken an der Havel – Staffel 1
fazit
In „Kacken an der Havel“ kehrt ein Mann in seine alte Heimat zurück, wo er von einem Sohn erfährt und seinen Rap-Traum verfolgt. Die Serie gefällt durch viele verrückte Einfälle und ein spielfreudiges Ensemble. Auch wenn nicht jeder Gag sitzt und die Geschichte zwischenzeitlich stagniert, bleibt da genügend, um einschalten zu wollen.
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