Vertrau mir: Der falsche Prophet Trust Me: The False Prophet Netflix Streamen online Video on Demand
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Vertrau mir: Der falsche Prophet

Vertrau mir: Der falsche Prophet Trust Me: The False Prophet Netflix Streamen online Video on Demand
„Vertrau mir: Der falsche Prophet“ // Deutschland-Start: 8. April 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

An Dokumentationen über verbrecherische Tätigkeiten mangelt es bei Netflix bekanntlich nicht. Der Streamingdienst hat aus dem Bedarf nach True Crime schließlich ein einträgliches Geschäft gemacht. Zuletzt war da beispielsweise das schockierende Moriah Wilson: Die tragische Wahrheit über eine Rennradfahrerin, die von einer anderen Frau aus Eifersucht ermordet wurde. Davor war Der Jäger von Sevilla über einen spanischen Tourguide, der systematisch Touristinnen vergewaltige. Letzteres ist auch in Vertrau mir: Der falsche Prophet der Fall. Dort ist es der Sektenführer Samuel Bateman, der skrupellos zahlreiche Menschen missbrauchte, darunter auch sehr viele Kinder.

Der übliche Schrecken

Die vierteilige Miniserie ist dabei eine Art Fortsetzung von Sei lieb – Bete und gehorche, eine Dokumentation, die vor bald vier Jahren auf Netflix veröffentlicht wurde. Damals ging es um Warren Jeffs, der nach dem Tod seines Vaters Rulon die Führung der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage übernahm – bis er wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen verurteilt wurde. Als er weg war und es jemand brauchte, der die Herde leiten konnte, bot sich Sam Bateman an und präsentierte sich als Nachfolger. Das bedeutete nicht nur, dass er sich zum Führer erklärte. Er führte auch die Praktiken seiner spirituellen Vorgänger fort, nahm sich mehrere Frauen, weil er seiner Meinung nach das gottgegebene Recht dazu hatte. Beispiele hierfür gibt es in Vertrau mir: Der falsche Prophet zuhauf.

Inhaltlich ist das hier der obigen Doku recht ähnlich. Die Mechanismen, wie die Menschen übervorteilt und ausgenutzt wurden, unterscheiden sich nicht groß. Ungewöhnlich ist jedoch die Entstehungsgeschichte der vierteiligen Serie. Christine Marie und ihr Ehemann Tolga Kata sind gezielt nach Short Creek in Utah gezogen und nehmen sich die Sekte vor, um dort belastendes Material zu finden. Vertrau mir: Der falsche Prophet greift auf diese Recherchen zurück und gibt einen Einblick in den Alltag dort, spricht mit zahlreichen Jüngern und Jüngerinnen und welche Erfahrungen sie gesammelt haben. Diese sind dann aber wie gesagt bekannt. Die Namen werden ausgetauscht, das System bleibt gleich, weshalb am Ende wie zu erwarten wieder eine Verurteilung steht.

Unbeirrbar

Der spannendste Aspekt ist, wie die Mitglieder der Sekte nach der Verhaftung mit ihrem Idol umgehen. Während manche dadurch oder auch schon vorher die Einsicht hatten, dass das alles andere als normal und vorbildlich ist, was Bateman da so trieb, sind andere uneinsichtig. Im Gegenteil, für sie ist es ein Verbrechen, was mit ihm gemacht wird. Das ist teilweise so grotesk, dass man kaum glauben kann, was da in Vertrau mir: Der falsche Prophet erzählt wird. Teilweise liegt das aber auch daran, dass diese Leute sehr eigenartig sind, nicht so wirken, als wären sie noch von dieser Welt. Wäre das hier eine fiktionale Serie, ginge das ohne Weiteres als Satire durch. Das ist fast schon unterhaltsam, wenn es nicht so schrecklich wäre.

Dass die Serie so abgehoben ist, ist durchaus auch ein Manko. So kommen hier zwar zahlreiche Jünger und Jüngerinnen zu Wort. Aber es gibt keinen wirklichen Austausch, weshalb manche da größtmöglichen Blödsinn von sich geben dürfen, ohne dass jemand Contra gibt. Nun muss das eine Dokumentation nicht zwangsläufig leisten. Manche werden es sogar ablehnen, wenn eine solche mehr ist als eine neutrale Beobachterin. Es führt aber in Vertrau mir: Der falsche Prophet dazu, dass man nicht so wirklich etwas lernt. Man erfährt zwar, dass einige unbeirrt an all das glauben, jedoch nicht, warum sie das tun. Dadurch verkommt das zum Teil zu einer reinen Kuriosität. Dennoch, Eindruck hinterlässt das hier. Da gibt es doch die eine oder andere Szene, bei denen einen das pure Grauen überkommt.

Credits

OT: „Trust Me: The False Prophet“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Rachel Dretzin
Musik: Lola Blanc, T. Griffin
Kamera: Elise Coker, Tolga Katas, Nick Ramey

Bilder

Trailer

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Vertrau mir: Der falsche Prophet
fazit
„Vertrau mir: Der falsche Prophet“ erzählt von dem Missbrauch in einer Sekte, aber auch, wie manche trotz allem alles glauben wollen. Die Geschichten sind bekannt, dürfen einen aber nach wie vor schockieren. Etwas schade ist jedoch, dass es keine inhaltliche Auseinandersetzung gibt, weshalb manche Aussagen kaum nachvollziehbar sind.
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